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Von Salomonssiegel, Bärlauch und Kanalrebellen

Wanderer des Kneipp-Vereins Wunstorf vor dem Mittellandkanal
Der Hasterwald hatte sich ein Frühlingskleid angezogen, als eine Wandergruppe des Kneipp-Vereins von Bokeloh nach Haste zog. Buschwindröschen und Scharbockskraut hatten ihre bunten Teppiche ausgebreitet, das Wiesenschaumkraut setzte lila Tupfer. In der Volksmedizin war Scharbockskraut das Heilmittel gegen Skorbut. Die Pflanze treibt zeitig im Frühjahr ihre Blätter aus und war ein wichtiges Mittel, um nach der langen vitaminarmen Winterszeit den Vitaminmangel zu beheben. Die zarten Blätter sind nur vor der Blüte genießbar. Die Kneippfreunde hielten Ausschau nach weiteren essbaren Pflanzen. Neben Giersch, Sauerklee, Sauerampfer und Wegerich fielen die hochragenden Stängel des Salomonssiegel auf. Die ersten zarten Sprossen können gekocht gegessen werden. Der Geschmack ist spargelartig. Von Wurzeln und Samen sollte man lassen. Dieses Liliengewächs ist die Springwurz der Märchen und Sagen, die verschlossene Türen öffnet und aus den Felsen Quellen springen lässt. Knoblauchgeruch wies den Weg zu dem begehrten Bärlauch. Er gehört zu den ältesten Heilmitteln und war schon den Germanen und Kelten bekannt. Sie schätzten ihn als magen- und blutreinigendes Mittel. Wegen seines Knoblauchgeschmacks ist er zum Würzen von Speisen beliebt. Die Geschichte von den Kanalrebellen wusste Christel Stucke beim Überqueren des Mittellandkanals zu erzählen. Der erste Spatenstich zum Bau erfolgte 1906 zur Kaiserzeit. Um den Kanalbau wurde erbittert gestritten. Ostelbische Großgrundbesitzer fürchteten das Eindringen billiger Güter aus dem Westen. Man einigte sich, die Strecke nur bis Hannover auszuführen. In den 1920-er und 1930-er Jahren wurde der Kanal weitergeführt und ist heute mit eine Länge von 325,3 km die längste künstliche Wasserstraße in Deutschland.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Leine-Zeitung | Erschienen am 10.05.2013
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