Anzeige

Nicht mal 'n Eis für alle!

50 € Zuwendung pro Jahr
Fünfzig Euro / Jahr - Zuwendung von der Stadt
„Mann, Günther, war das ein Gezerre“, sagt Hilda. „Da kam der Vorstand auf die Idee, alle Mitglieder zum Eis essen einzuladen. Das war sehr leichtsinnig bei über achtzig Mitgliedern.“
„Wieso das denn, ihr habt doch wohl genug in der Kasse, wo ihr doch von der Stadt gesponsert werdet. Da wird doch mal ein Eis für alle drin sein“.
Hat sich unser neuer 1. Vorsitzender auch gedacht, als er die Einladung aussprach. Doch er hätte besser erst unseren Schatzmeister gefragt.“
„Warum, hat der das viele Geld von der Stadt schon ausgegeben?“
Das nicht. Das Geld hatte er mit. Also wir trafen uns an der Eisdiele. Doch als die Vereinsmitglieder so nach und nach eintrafen wurde das Gesicht von Karl-Gustav, unserem Kassenwart, immer länger. In seinem Kopf rasselte mit jedem hinzukommenden Mitglied die Rechenmaschine. Zweiundzwanzig dreiundzwanzig vierundzwanzig fünfundzwanzig! Fünfzig geteilt durch fünfundzwanzig. Macht zwei Euro. Reicht nicht mehr fürn Eisbecher, aber gibt noch für jeden zwei Kugeln und wir haben noch 15 Euro über.- neunundvierzig, fünfzig. Jeder noch eine Kugel auf die Faust und immer noch fünfzehn Euro über. – einundsiebzig, zweiundsiebzig. Jeder eine Kugel. Aber das sind 40 Cent zu wenig. – Vierundachtzig, Fünfundachtzig. Langt nicht mehr. Jedenfalls nicht mehr für jeden. Was mach ich bloß, was mach ich bloß. Für zwei Mann ein Eis. Immer abwechselnd lecken? Geht nicht! Losen geht auch nicht. Da ist die Hälfte der Leute beleidigt. Was mach ich bloß? Da hat der praktische Peter eine Idee. Karl-Gustav, gib mir den Fuffi. Er verschwand damit in der Stadtsparkasse und kam nach einigen Minuten gut gelaunt zurück.
„Leute, stellt euch mal im Kreis auf und passt gut auf. Ich hab den großzügigen Zuschuss der Stadt in der Stadtsparkasse wechseln lassen. Das sind 50 Euro in 10 Cent Stücken. Die werf' ich mal hoch und jeder sammelt seinen Anteil auf. Dann stellt ihr euch an der Theke an und kauft euch euer Eis.“
Gesagt getan. Das Hartgeld flog in die Luft, fiel auf das Pflaster und sprang in alle Richtungen davon. Wir Mitglieder stürzten uns drauf, stießen mit den Köpfen zusammen, verknoteten unsere Arme und Beine. Die zehn Cent Stücke, aber hatten längst den Kreis durchbrochen und wurden in Windeseile von den außerhalb stehenden Kindern aufgelesen. Da hatten die wenigstens was von der fürstlichen Zuwendung der Stadt und uns kann die Gemeinnützigkeit nicht abgesprochen werden.“
„Tja, Hilda und was ist aus dem Eis essen geworden?“
„Haben wir verschoben. Karl-Gustav hat den Auftrag die fünfzig Euro so lange an die Seite zu legen, bis für jeden mindestens ein gemischtes Eis mit Sahne drin ist. Das wird aber mindestens fünf bis sechs Jahre dauern, vorausgesetzt, das Eis wird in der Zwischenzeit nicht teurer und neue Mitglieder kommen auch nicht dazu.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.