Anzeige

Eine Reise in die Vergangenheit - Kneipp-Wanderer besichtigen das Kloster Loccum

Wanderer des Kneipp-Vereins Wunstorf vor dem Kloster Loccum
Das Kloster Loccum feiert dieses Jahr den 850.Geburtstag. Grund für Wanderer des Kneipp-Vereins in die Geschichte einzutauchen und mehr über die Entwicklung des Klosters zu erfahren. Graf Wilbrand von Hallermund schenkte 1163 dem Zisterzienserorden das waldreiche und sumpfige Land. Sicherlich wollte er mit der Schenkung etwas für sein Seelenheil erwirken. Zwölf Mönche vom Mutterkloster Volkenroda zogen nach Loccum und arbeiteten hart. Sie entwässerten Land, errichteten Gebäude, nutzten das Wasser der Fulde, betrieben damit fünf Mühlen, legten Fischteiche an und sorgten für die Frischwasserversorgung. Sogar die Latrinen wurden mit fließendem Wasser gespült. Geschickt und gut organisiert wirtschafteten sie und kamen zu Wohlstand. Das bis heute nahezu unveränderte Klostergebäude ist in der Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut worden. Die Mönche wollten als Protest gegen Prunk in der Kirche allein von der Arbeit ihrer Hände leben. "Bete und arbeite" ist ihr Motto. Die Bauten der Zisterzienser, wie auch in Loccum, bestechen durch ihre Schlichtheit und Harmonie. Wie alle Kirchen dieses Ordens gibt es statt eines Turmes lediglich einen hölzernen Dachreiter. Ende des 16. Jahrhunderts wurde das Kloster unter den welfischen Landesherren evangelisch. Statt der Mönche zogen nun zukünftige Seelsorger zur Ausbildung ein. Auch wurden seitdem Taufen und Gemeindegottesdienste in der Kirche abgehalten. Eine nette Geschichte rankt sich um den ursrünglich bunt bemalten Taufstein. Abt. Stracke hat ihn 1601 gestiftet. Auffällig ist die Höhe des Taufsteins. Der Abt war ein großer, stattlicher Mann. Wahrscheinlich um Rückenschmerzen vorzubeugen, ließ er sich den Taufstein maßgerecht anfertigen. Wer weiß schon, woher die Redewendung "Klappe halten" kommt? Auch das erfuhren die wißbegierigen Kneippianer. Die Mönche standen stundenlang betend und singend im Hohen Chor. Das hochklappbare Chorgestühl hatte jedoch eine Stehhilfe. Nickte doch einmal ein Mönch ein und rutschte ab, klappte der Sitz mit Getöse zurück. Das war peinlich für den Betreffenden. Im Kloster mußte viel geschwiegen werden, Ruhe war Pflicht. Doch die pfiffigen Mönche entwickelten eine Zeichensprache. Heute ist das Kloster das Predigerseminar der Hannoverschen Landeskirche und der Zisterzienserorden ist regelmäßig zu Gast.
1
0
1 Kommentar
1.738
Maria Schenk aus Schrobenhausen | 28.01.2013 | 22:13  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.