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…nein, nicht schon wieder!

Mit einem unangenehmen Druckgefühl an seiner Männlichkeit und Schmerz in der rechten Seite, wird Dieter auf seinem Nachtlager wach. Noch ein wenig vom Schlaf benommen, richtet er sich im Bett auf, wieder ist dieser permanente Druck an seinem Blasenausgang. Den Schmerz an der rechten Seite kann Dieter jetzt auch besser lokalisieren. Es ist dieser Schmerz, verbunden mit dem unbeschreiblichen Druckgefühl schon wieder das Klo aufsuchen zu müssen, was seinen Puls schneller schlagen lässt. Nun begreift Dieter erst, warum er sich bei diesen Symptomen erinnert, ein schlechtes Gefühl steigt in Dieter auf.

Es war Sommer und er war im Ostharz unterwegs. Auch dort hatte er nach einer kleinen Rast dieselben Anzeichen. Den Schmerz in der Seite und das permanente Druckgefühl unter der Gürtellinie. Damals hatte Dieter sich in einer fremden Gegend, von unbekannten Menschen, Hilfe holen müssen. Er erinnert sich genau an den Ort Hasselfelde, an der Tankstelle wurde er abgewiesen, der Schmerz in seinem Körper war fast unerträglich. Autofahren war nicht mehr möglich, das Zuhause war weit weg. Er hielt auf eine Häuserreihe in einer Nebenstraße zu und drückte den Klingelknopf. Es dauerte Stunden, so empfand Dieter das damals, bis sich die Türe öffnete. Vor im stand eine Frau, vielmehr war ihm damals nicht aufgefallen. Nur mit Mühe konnte er sagen wer er ist und das er Hilfe und einen Notarzt braucht. Wie selbstverständlich wurde Dieter damals von diesen netten Leuten ins Haus gebeten. Die Frau kümmerte sich rührend um sein Wohlergehen. Inzwischen hatte der Hausherr bereits den Notarzt angerufen, der auch gleich darauf ankam. Eine Untersuchung auf einem fremden Bett, in fremder Umgebung, alles das konnte sich Dieter damals gar nicht vorstellen. Erst einen Einstich in die linke Vene ließ seinen Schmerz für einen Wimpernschlag vergessen. Erst später im Rettungswagen, auf der Fahrt in ein Krankenhaus in Wernigerode, wurden seine Gedanken wieder ein wenig klarer.

Nur halbherzig beginnt Dieter sich zu waschen und zu rasieren, auch die Dusche ist heute nur zum Nassmachen da. In das Marmeladenbrot, das er sich noch selber bestrichen hat, mag er nicht so richtig reinbeißen. Erst jetzt bemerk Ute, seine Frau, dass Dieter heute anders ist und fragt, soll ich einen Arzt rufen. Einen Notarzt wolle Dieter nicht holen, er hatte schon einmal schlechte Erfahrung mit einem solchen Notfallmediziner gemacht. Damals hatte ein Frauenarzt bei einem Hausbesuch einen Herzinfarkt bei seiner Frau Ute nicht erkannt. Gleich einen Rettungswagen rufen, wollte er auch nicht. Dieter nahm das Telefon und bat seine Tochter aus der 10 km entfernten Kreisstadt, um Hilfe. Es dauerte gar nicht lange und Tochter Petra stand aufgewühlt vor der Tür. Vorsorglich hatte sie ihren Gatten Paul mitgebracht, zum selber Autofahren war sie vor Sorge um den Vater, nicht mehr sicher genug. Sehr zügig bewegte sich der vollbesetzte Golf vorwärts, Dieter nahm das alles nicht mehr so richtig wahr, hatte alle Sinne auf die Schmerzen konzentriert. Ohne an der Rezeption sich anzumelden, bestiegen sie den Fahrstuhl zur Notfallambulanz. Leicht gebückt und von den Schmerzen gebeutelt, nahm eine Schwester Dieter in ihre Obhut. Für eine Blutentnahme wurde vorsorglich gleich eine Braunüle gelegt. Dieter bekam nach der ersten Untersuchung durch einen Arzt, eine Infusion mit einem Schmerzmedikament angelegt. Zwischendurch bemühte sich die Schwester auch noch um eine Urinprobe, was natürlich nicht so einfach war. Langsam legte sich bei Dieter auch das Schmerzgefühl. Zur weiteren Diagnose nahm der Arzt eine Ultraschalluntersuchung der Nieren und der Blase vor. Die Lernschwester fuhr Dieter in seinem Bett in die Röntgenabteilung zur weiteren Untersuchung. Plötzlich standen seine Kinder im Gang und warteten schon auf ihn. Woher die Kinder denn schon wieder wissen was mit mir los, dachte Dieter noch. Inzwischen war der Inhalt der Infusion leer, der Behälter wurde von der jungen Lernschwester abgenommen, die Braunüle wieder geschlossen. Zwischenzeitlich sind fast 2 Stunden vergangen, die Schmerzen haben sich halbiert und Dieter ist wieder etwas ruhiger geworden. Der Arzt war mit seiner Untersuchung jedoch noch nicht zu frieden. Für eine weitere Diagnostik wollte er noch einen Blasenkatheder setzen und sich damit Sicherheit verschaffen. Alle, die bereits einmal einen Blasenkatheder hatten, wissen ja was da passiert, Dieter wusste es bis dahin noch nicht. Ganz leise dringen vertraute Geräusche an sein Ohr und er versucht diesen zu folgen. Nun hört er es ganz deutlich, Dieter bist du wach! Schlagartig wurde es zur Gewissheit………...Dieter hatte nur geträumt.
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2 Kommentare
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Gertraude König aus Lehrte | 08.02.2009 | 13:09  
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Christel Löhle aus Wedemark | 08.02.2009 | 13:53  
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