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Lesung "Zurück in WOB" bewegte Publikum

v.r.n.l.: Tobias Tantius, Werner Julius Frank, Sibylle Schreiber, Ivano Polastri, Claudio Calandra und Christoph Peter Ehrlich
Es war ein Wechselbad der Gefühle. Manche der rund 50 Gäste hatten Tränen in den Augen, erst vor Anteilnahme später vor Lachen.

Die diesjährige Auftaktveranstaltung am 23. März von Litin WOB im Aalto-Kulturhaus war dem ersten Wolfsburger Krimi aus dem Jahr 1998 gewidmet: „Zurück in WOB“ von Sabrina Polastri.

„Wir betrachten nicht nur die Autoren der Gegenwart. Wir schauen auch zurück in die Vergangenheit und bringen Bücher und Autoren zurück ins Licht der Öffentlichkeit,“ leitete Tobias Tantius ein und führte durch den ersten Teil der Lesung. Er berichtete von der erfolglosen Suche nach Sabrina Polastri und der überraschenden Begegnung mit ihrem Bruder Ivano, der Litin WOB kontaktierte und vom schweren Schicksalsschlag seiner Schwester berichtete. Seit einem Autounfall ist die Autorin ans Bett gebunden und kann mit ihrer Umwelt nicht mehr kommunizieren. „Bei Litin WOB lesen grundsätzlich nur die Autoren der Bücher, aber hier war es unmöglich. Genau deswegen mussten wir es vorstellen. “

Tantius und Ehrlich suchten eine Alternativ-Stimme und fanden sie auch. Die bekannte Wolfsburger Autorin Sibylle Schreiber las aus dem Buch und fesselte das Publikum. Und auch Co-Moderator Christoph Peter Ehrlich. „Ich war tief ergriffen, obwohl ich mich schon lange auf den Abend vorbereitet hatte!“, er ergänzt: „Und nicht nun ich, auch das Publikum.“
Obwohl das Buch seit Jahren vergriffen ist, gab es an diesem Abend die Gelegenheit eines der letzten Neu-Exemplare aus dem Bestand der Familie Polastri zu erwerben.

Musikalisch begleitete der in Wolfsburg lebende Sänger und Songwriter Claudio Calandra die Lesung. Mit seinem harmonischen Gesang und den ausgewählten Liedern begeisterte er das Publikum und stimmte auf den zweiten Teil ein.

Emotionen ganz anderer Art kamen bei der Lesung von Julius Werner Frank auf. Seine kritischen „Wortbetrachtungen“ sorgen für schallendes Gelächter. „Wieso
heißt die Mehrzahl von Lauch nicht Läuche? Vom Schlauch ist die Mehrzahl doch auch Schläuche!“, eine von vielen kritischen Fragen des Gifhorner Autors, der mit „Der Heilige zweckt die Mittel“ sein neustes Buch vorgestellt hat. Am Ende seiner offiziellen Lesezeit, war die Nachfrage ob das Publikum noch eine weitere Geschichte vertrüge, nur obligatorisch.

„Heute Abend haben wir innegehalten, schwer geschluckt und auch herzlich gelacht. Die Autoren führten uns in andere Welten und ihre Worte wirkten viel tiefer als erwartet“, so Tantius am Ende der Veranstaltung.
Dieser Abend hat sehr deutlich gemacht, dass es Litin WOB nicht nur um Bücher und Texte geht, sondern um die Menschen dahinter.


Mehr zu Litin WOB hier: http://wob.lit-in.de/
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