Anzeige

Nostalgische Schätzchen mit buntem Lack

(Foto: Tim Nordmeier)

Oldtimerfans waren begeistert von Schleppertreffen in Viesebeck

Liebhaber von historischen und nostalgischen landwirtschaftlichen Zugmaschinen sind im Wolfhager Stadtteil Viesebeck voll auf ihre Kosten gekommen.

Die 1701 erstmals urkundlich erwähnte Viesebecker Schützengesellschaft veranstaltete dort am Samstag zum zweiten Mal ein Oldtimer-Schleppertreffen.
Sie brauchte sich über einen Mangel an Besuchern wie auch fein herausgeputzte Ausstellungsstücke keine Sorgen zu machen. Über 70 noch funktionsfähige Schlepper, Trecker und Traktoren aus der gesamten Region waren in Reih und Glied aufgefahren, dabei jagte ein Hingucker den anderen.

Einen der ältesten Schlepper, einen Lanz-Bulldog, Baujahr 1949, präsentierte Karl Disse aus Bründersen. Das Fahrzeug, das für damalige Zeit unglaubliche 12 800 Mark gekostet hatte, stand in Diensten des Raiffeisenwarenlagers Wolfhagen/Viesebeck, und war bis 1964 überwiegend in Elmarshausen im Einsatz. „So viel Geld kostete damals ein Einfamilienhaus im Rohbau“, erzählt Karl Disse. Zehn Jahre später erwarb den Bulldog Karl Disse, der noch weitere Oldtimer-Traktoren sein eigen nennt. Für ihn ist sein Schmuckstück unverkäuflich

Der 76-jährige Günter Viering war mit seinem 1959 vom Band gelaufenen und 14 PS starken McCormick auss dem benachbarten Landau angereist. Viering: „Der Kaufpreis betrug beim Neukauf 5.900 Mark. Bis zum vorigen Jahr war er noch in unserer Land- wirtschaft im Einsatz. Jetzt fahre ich damit nur noch spazieren".

Die gleiche Summe musste 1959 auch der Vater von Valentin Flecke (Leckringhausen) für den Deutz D15 auf den Tisch blättern, wobei der Schlepper ohne Probleme auch noch heute seinen Dienst verrichtet.

Mit einer Besonderheit war der Wolfhager Arne Heine-mann, Mitglied der Rohölzünder Niederelsungen, vertreten. Einen 12 PS starken Ruthe-Minni-Trecker. Davon wurden in der 1960-er Jahren im Ruthe-Werk in Schötmar lediglich 70 Exemplare zum
damaligen Stückpreis von 7680 Mark gebaut. Von ihnen gibt es weltweit nur noch 35. Fünf davon sind im Besitz von Arne Heinemann. Heinemann stellte die Flexibilität des Fahrzeugs unter Beweis, als er im Geschick- lichkeitsparcours mittels einer Zugleine den Inhalt einer Bierflasche in das bereitste- hende Glas umfüllte.

Als weitere Schauvorführungen mussten mit einem Radlader eine Bierflasche geöffnet beziehungsweise Bälle in ein Tor geschossen werden.

Bei so vielen Oldtimern durfte natürlich als Kontrast auch ein HighTech-Trecker nicht fehlen. Ein 240 PS starker und 280.000 Euro teurer John Deere, vorgestellt vom Ippinghäuser Unternehmen Böttger und Kaczmarek.

Quelle: HNA Wolfhagen, 04.09.19
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.