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Fronhofschule wird systematisch kaputt gemacht!

Jetzt wurde bekannt, dass die Marburger Fronhofschule (Sprachheilschule) zum Schuljahresende geschlossen wird und der Pestalozzischule angegliedert werden soll. Die Schule soll dann unter einem neuen Namen (Schule am Schwanhof) weiter geführt werden.

Über die Tatsache, dass die Fronhofschule geschlossen wird, braucht man sich nicht weiter zu wundern, wurde diese Schule doch in den vergangenen Jahren allen Wiederständen aus der Eltern- und Lehrerschaft zum Trotz systematisch kaputt gemacht.

Bereits im Jahr 2008 haben die SPD und die Grünen im Marburger Stadtparlament den Antrag gestellt, die Pestalozzi- und Fronhofschule am Standort der Pestalozzischule zu fusionieren. Als der Elternbeirat der Schule davon erfuhr, war die Angelegenheit bereits durch den Schul- und Kulturausschuss gebracht worden und wurde nur vier Tage später von der Stadtverordnetenversammlung „abgenickt“, ohne dass irgendjemand mit Lehrern oder Eltern gesprochen hätte, geschweige denn sich vor Ort ein Bild über die Schule gemacht hätte – ein Skandal!

Diese mangelhafte Informationspolitik setzte sich in den folgenden Jahren fort und die Schule wurde weiter auf die Schließung vorbereitet.

Ab dem Schuljahr 2009/10 wurden der Fronhofschule keine Kinder mehr aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf zugewiesen. Dadurch ging die Schülerzahl der Fronhofschule stark zurück, da der Großteil der Schüler aus dem Landkreis kam. Dass man in dem Zeitungsartikel der OP als einen Grund der Schließung die geringe Schülerzahl anführt, klingt vor diesem Hintergrund als Hohn.

Im Januar 2009 fand dann ein Gespräch des Elternbeirates mit Vertretern der Schulämter, der Schule und der Schuldezernentin, Frau Dr. Weinbach statt. In diesem Gespräch wurden die Zusammenlegungspläne abgestritten und keiner konnte dem Elternbeirat eine Prognose für die Zukunft der Fronhofschule geben.

In der OP war am 10.03.2009 unter der Überschrift „Fronhofschule wird nicht geschlossen“ zu lesen, dass weder der Schulleiter noch das Staatliche Schulamt etwas von einer Schließung wissen wollen.

Kinder mit Sprachheilförderbedarf haben oft einen schwierigen Start ins Leben, verbunden mit vielen Mühen und Aufwand an Therapien. In der Fronhofschule arbeitet ein äußerst engagiertes Lehrerkollegium und fördert jedes Kind nach seinen Möglichkeiten. Die Fronhofschule unterrichtet im Gegensatz zur Pestalozzischule lernzielgleich mit den regulären Grundschulen. So ist der Übergang in eine Grundschule bzw. weiterführende Schule kein Problem und die meisten Kinder der Fronhofschule sind in der Vergangenheit erfolgreich diesen Weg gegangen.

Ich befürchte, dass Kinder mit Sprachheilförderbedarf ihrer Zukunftschancen beraubt werden, wenn sie zukünftig die Pestalozzischule besuchen. Eine Konzentration von Schülern mit unterschiedlichem Förderbedarf in einer Schule kann sich nur negativ auswirken. Daran wird dann auch eine Umbenennung der Pestalozzischule nichts ändern.

Bei der Schließung der Fronhofschule geht es nicht um die Bildung eines Sprachförderzentrums und auch nicht um Inklusion. Diese wohlklingenden Begriffe werden lediglich verwendet, um die eigentlichen Gründe zu vertuschen. Es geht ums Geld! Die Fronhofschule soll zugunsten der aufwändig sanierten Pestalozzischule eingespart werden. Ob das passt oder nicht spielt dabei keine Rolle. Leidtragende hierbei sind die Kinder mit Sprachbehinderungen, auf deren Kosten hier gespart werden soll. Aber das scheint niemanden zu interessieren. Lieber denkt man in Marburg über Zahnradbahnen zum Schloss oder Seilbahnen auf die Lahnberge nach. Traurig aber wahr!
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