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Soziale und seniorenfreundliche Gemeinde Buttenwiesen

Im Buttenwiesener Rathaus wird eine Koordinierungsstelle für soziale Angelegenheiten eingerichtet, die u.a. den Hilfsservice für Senioren organisiert.
 
Die Bevölkerungspyramide Deutschlands im Jahr 2050: Fast die Hälfte der Bevölkerung ist 60 Jahre alt oder älter. (Foto: Bundesamt für Statistik)

Neue Koordinationsstelle im Rathaus kümmert sich um soziale Belange

Nach der unbestrittenen Meinung der Experten wird sich die Bevölkerungsstruktur in den kommenden Jahrzehnten grundlegend ändern. Angesichts sinkender Geburtenraten und der steigenden Lebenserwartung wird einer kleinen Anzahl von jungen Leuten eine immer größer werdende Anzahl von Senioren gegenüberstehen. Ältere Menschen, die mangels Beschäftigung und Mobilität in den Tag hinein leben, eine überalterte Bevölkerung, kaum noch Kinder und Jugendliche, geschlossene Schulen und Kindergärten – Sieht so die Zukunft der Dörfer aus?
„Hier in Buttenwiesen werden die Dinge besser laufen“, lautet die Antwort von Bürgermeister Norbert Beutmüller auf diese Frage. Bereits im 2006 abgeschlossenen Leitbildprozess wurden Pflöcke eingeschlagen, um die negativen Folgen des demografischen Wandels zu bewältigen. Gleichzeitig erkannte man die Chance, positive Weichenstellungen für die Zukunft vorzunehmen. In der Leitbildbroschüre definierten sich die Buttenwiesener Bürgerinnen und Bürger in allen Ortsteilen als eine soziale und seniorenfreundliche Kommune, in der Programme für betreutes Wohnen zu Hause angeboten werden. Auch sollten die Freizeitangebote für Senioren erweitert werden und die Mobilität durch einen Einkaufs- und Bringservice verbessert werden.
„Diese Wünsche sind nicht nur Buchstaben auf dem Papier, sondern werden mit Leben erfüllt“, freut sich Beutmüller. Bernhard Neumair-Gilg, Maria Hagl, Monika Kratzer, Wally Kaltner und viele mehr leisteten im Arbeitskreis Soziales, der sich im Rahmen der Leitbilddiskussion gebildet hatte, mit großem freiwilligem Engagement wertvolle Vorarbeiten für den nun realisierten Versuch. So wurde eine Fragenbogenaktion durchgeführt. Alle Buttenwiesener Haushalte wurden nach dem Bedarf und den Angeboten für soziale Hilfsdienste befragt. Die Umfrage stieß auf ein großes und interessantes Echo: Insgesamt beteiligten sich über 150 Haushalte. Als häufigste Bedürfnisse wurden Fahrdienste, Einkaufshilfen, Garten- und Hausarbeit genannt, denen eine große Anzahl von Hilfsangeboten gegenübersteht. „Viele hilfsbereite Bürger sind bereits in den Startlöchern und warten nur noch auf das Startsignal für ihre sozialen Hilfsdienste“, fasst Beutmüller die Ergebnisse zusammen.
Die Herausforderung, so das Fazit des Arbeitskreises, bestehe nun darin, Hilfsangebote und -bedarf miteinander zu koordinieren. Hilfsbedürftige Bürger wissen meist nicht, wer Dienste für sie übernehmen könnte, während das Hilfsangebot vieler Bürger mangels bekannten Adressaten ins Leere läuft. Für den Vorschlag des Arbeitskreises, im Buttenwiesener Rathaus eine Koordinierungsstelle einzurichten, wurde vom Gemeinderat bereitwillig grünes Licht erteilt.
In Kürze wird daher das Rathausteam der Buttenwiesener Gemeindeverwaltung um ein Mitglied erweitert: Die neue Kollegin bzw. der neue Kollege wird auf 400 Euro-Basis an zwei Wochentagen vor Ort im Rathaus sein und erhält dort ein eigenes Büro mit Telefon und Computerausstattung, das im Zuge des Ausbaus des 2. Rathausobergeschosses geschaffen wird. Die neue Stelle fungiert als Ansprechpartner und Organisator für alle sozialen Belange. Anfragen von hilfsbedürftigen Mitbürgern nach Einkaufsservice, Mitfahrgelegenheiten, Garten- und Hausarbeit und sonstigen Hilfsdiensten werden von der Hotline der Koordinationsstelle gesammelt, ausgewertet und an die Personen weitergeleitet, die hierfür ihre Bereitschaft angemeldet haben. Für die Hilfsdienste wird nur ein geringes Entgelt erhoben. Auch Freizeitprogramme für Senioren sollen auf den Weg gebracht werden. Auf diese Weise wird ein soziales Netzwerk zwischen den Generationen aufgebaut. Ohne an Lebensqualität einzubüßen, können die Senioren möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung leben.
Die neue 400 Euro-Stelle ist jedoch nicht nur für die Senioren da. Es sollen auch Programme für Kinder und Jugendliche entworfen werden. Nicht zuletzt dient sie als Verbindungsstelle zwischen Gemeinde und Landratsamt. Auf diese Weise sollen die zahlreichen sozialpolitischen Initiativen von Freistaat Bayern und Landkreis Dillingen möglichst reibungslos und ohne zeitliche Verzögerung auf kommunaler Ebene umgesetzt werden. Zur Mitfinanzierung der sozialen Tätigkeiten ist die Einrichtung eines Spendenkontos angedacht. Monatsberichte im Rathausbrief halten die Buttenwiesener Bürgerinnen und Bürger über die aktuellen Aktivitäten des sozialen Netzwerks auf dem Laufenden. Die Koordinationsstelle ist zunächst als Versuch für ein Jahr angelegt. Nach erfolgreicher Probephase und je nach Entwicklung besteht die Option, dieses Projekt auf Dauer zu etablieren.
Das Motto „Jahr der regenerativen Energien“ dominierte in Buttenwiesen das vergangene Jahr 2007. Mit bemerkenswerten Erfolgen: Buttenwiesen ist mittlerweile über die Grenzen der Region als regeneratives Energiezentrum bekannt und wurde von Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein mit dem Preis „Innovative Verwaltung 2007“ gewürdigt. Beim diesjährigen Neujahrsempfang rief Bürgermeister Beutmüller das „Jahr des Sozialen“ aus. Ohne die Energieinitiativen zu vernachlässigen, ist sich Beutmüller sicher, wird Buttenwiesen auch auf dem Gebiet des Sozialen ähnliche bemerkenswerte Fortschritte erzielen.
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