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Interview mit dem Bürgermeister von Buttenwiesen Norbert Beutmüller

Bürgermeister Norbert Beutmüller
myheimat: Sie sind seit 2004 Bürgermeister in Buttenwiesen. Welches Zwischenfazit Ihrer Amtszeit ziehen Sie? Welche Ziele haben Sie schon umgesetzt? Welche wollen Sie noch erreichen?

Beutmüller: Die Frage kommt zum passenden Zeitpunkt. Ich möchte zunächst einmal vorausschicken, ich fühle mich in Buttenwiesen sehr wohl und bin von den Buttenwiesener Einwohnern sehr gut aufgenommen wurden. Eines meiner Ziele war es, die kontinuierliche Arbeit meines Vorgängers fortzuführen. Vor allem im Bereich der Infrastruktur hat sich viel getan, wir haben Kanäle saniert und die Auflösung der Teilhauptschule musste verkraftet werden. Wir haben inzwischen zwei Kinderkrippen in der Gemeinde, drei Kindergärten und die Grundschule, übergangsweise sind wir noch Außenstelle der Hauptschule Wertingen. Auch in der Versorgung der Bevölkerung haben wir Fortschritte gemacht mit einem weiteren Einkaufsmarkt am Ortseingang. Schulden wurden abgebaut, das war wichtig und gibt Aufschwung, denn im nächsten Jahr wird es wegen der Gewerbesteuer nicht ganz so gut ausschauen. Trotz des Schuldenabbaus haben wir überdurchschnittlich investiert, die Firmen Bausch und Roma haben mit der Unterstützung der Gemeinde die Betriebe erweitert. In der Zukunft steht eine Rathaussanierung an und mehrere wichtige Mitarbeiter werden in den verdienten Ruhestand verabschiedet.

myheimat: Für den kulturellen Bereich haben Sie sich besonders engagiert. Was hat sich in Ihrer Gemeinde getan?

Beutmüller: Der Gemeinderat hat für die Belange der Kultur eine Kulturreferentin gewählt und beschäftigt in der Verwaltung einen Historiker, der das Gemeindearchiv verwaltet und Pflegt und immer neue Kulturschätze entdeckt. Für Ausstellungen im Rathaus freuen wir uns hier über jedes Angebot, auch und besonders von regionalen Künstlern. Wir sind beteiligt am Skulpturenweg, dem Kulturradweg Via Danubia und haben den Kirchen- und Kapellenweg ins Leben gerufen. Unser Motto ist: „Wer die Vergangenheit nicht kennt, hat keine Zukunft.“ Als ein kulturelles Aushängeschild der Gemeinde ist natürlich das Lauterbacher Brettl zu nennen.

myheimat: Sie sind Mitglied der Freien Wähler. Eines der Wahlziele ist der Ausbau der Kinderbetreuung zur Besserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wie ist die Situation in Buttenwiesen? Deckt das Angebot an Betreuungsplätzen die Nachfrage?

Beutmüller: Wir haben momentan zwei Kindergrippen und sind so Vorreiter im Landkreis Dillingen. Eine Grippe wird vom Arbeiter-Samariter-Bund und eine von der katholischen Kirche geführt. Beide haben jeweils Platz für 12 Kinder. Beide Krippen werden sehr gut angenommen. Ich unterstütze gerne Familien in der Frage nach Vereinbarkeit von Familie und Karriere. Wir haben erfolgreich unser Ferienprogramm durchgeführt, bei dem die Kinder in der kompletten ersten Ferienwoche betreut wurden, damit beide Eltern Vollzeit arbeiten konnten und dann noch Zeit für einen Familienurlaub blieb.

myheimat: Welches Fazit ziehen Sie vom diesjährigen Donautal-Radlspaß am 20. September? Sind Sie selbst auch mitgefahren?

Beutmüller: Ich bin selber die ganze Runde mitgefahren. Es gab eine Runde mit 35 Kilometern und eine Runde mit 40 Kilometern. Da mich die Streckenführung interessiert hat, bin ich die Strecken im Vorfeld schon einmal abgefahren. Es war eine imposante Veranstaltung und wir hatten auch großes Glück mit dem Wetter. Schade nur, dass die Sonne nicht schon zwei Stunden eher hervorgekommen ist, dann wären vielleicht noch ein paar mehr Radler gekommen. Mein größter Dank gilt hierbei den ehrenamtlichen Helfern. Ich würde mir wünschen, dass wir solche Tage noch öfter organisieren. Denn was gibt es besseres als in der Gruppe eine Fahrradtour zu genießen?!?

myheimat: In ihrer Freizeit fahren Sie gern Rad. Welche Strecken können Sie den Lesern empfehlen?

Beutmüller: Ich fahre gern Fahrrad, weil ich da abschalten und Kraft für den neuen Tag sammeln kann. Ich fahre sehr gerne allein, weil ich sehr intensiv und sportlich fahre. Gern radle ich an den Ammersee und zurück oder nach Augsburg am Lech entlang. Mit der Familie fahre ich kleinere Touren, auch im Urlaub. Ich fahre auch gern am Wochenende in der Gemeinde und schaue nach dem Rechten.

myheimat: In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen sprachen Sie die demographische Entwicklung an, dass unsere Gesellschaft immer älter wird. Was kann Ihre Gemeinde tun, um das Leben für die Senioren lebenswerter zu gestalten?

Beutmüller: Ich beschäftige mich schon seit Jahren mit der Frage, was wollen die älteren Menschen und was kann ich für sie tun. Die meisten Senioren wollen, so lange es geht, in ihrem gewohnten Umfeld älter werden. Wir leisten uns in unserer Gemeinde seit geraumer Zeit eine soziale Kommunikationsstelle, eine Anlaufstelle für alle Probleme und Sorgen. Die sitzt hier im Rathaus. Wir versuchen auch schöne Freizeitangebote zu machen. Außerdem bemühen wir uns um den Ausbau von sicheren Wegen, auf denen man spazieren gehen kann. Auch die Frage nach einem Seniorenheim ist immer wieder Thema in unserer Gemeinde. Der Bedarf ist da. Doch die Fragen sind, wer baut es und wer betreibt es? Diese Fragen müssen wir klären.

myheimat: Sie sind bekennender Fußballfan. Deutschland erhielt den Zuschlag für die Ausrichtung der Frauen-Fußball-WM 2011. Sie haben angeboten, einer Mannschaft während der WM Quartier zu geben. Eine tolle Idee. Was erhoffen Sie sich davon für ihre Region?

Beutmüller: Ich bin tatsächlich bekennender Fußballfan, das war zwar schon mal intensiver, leider fehlt mir nun aus beruflichen Gründen öfter die Zeit. Ich habe auch viele Jahre lang den Fußballnachwuchs betreut und viele meiner Kinder spielen heute in der ersten Mannschaft, was mich sehr stolz macht. Die Fußball-WM 2006 in Deutschland hat viel bewegt und so habe ich mir die Gemeinden von damals zum Vorbild genommen, dieses Angebot zu machen an Mannschaften wie z.B. Nordkorea, denen es wirtschaftlich nicht so gut geht. Wir würden die Mannschaft aufnehmen, betreuen und ein interessantes Rahmenprogramm bieten. Davon würde unsere gesamte Region profitieren.

myheimat: Spielen Sie auch privat Fußball?

Beutmüller: Die Zeiten sind leider vorbei, denn meine Beine machen nicht mehr so mit.

myheimat: An welchem Verein hängt Ihr Herz besonders?

Beutmüller: Im großen Fußball schlägt mein Herz für den FC Bayern München und sonst, da ich viele Jahre dort gearbeitet habe, für den TSV Meitingen. Und für die Erfolge von unserem Buttenwiesener Verein interessiere ich mich natürlich auch.

myheimat: Bundespräsident Horst Köhler übernahm kürzlich eine Patenschaft für Sarah Müller aus Buttenwiesen. Wie kam es dazu?

Beutmüller: Der Bundespräsident übernimmt auf Nachfrage die Patenschaft für jedes siebte Kind einer Familie. Die Familie Müller erhielt eine Urkunde, ein signiertes Foto und eine einmalige finanzielle Unterstützung.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Regionalmagazin wertinger  | Erschienen am 09.10.2009
myheimat-Regionalmagazin wertinger | Erschienen am 22.12.2009
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