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Stadtkapelle Wertingen: Vergnügen für Ohren und Augen

Die Bläserphilharmonie der Stadtkapelle Wertingen begeisterte das Publikum in Dillingen. Die Leistung des Orchesters wurde mit "Standing Ovations" belohnt.
 
Das Motto des Konzerts war „Ballett in Concert“. Dementsprechend gestaltete Tobias Schmid sein Konzertprogramm.
Bläserphilharmonie Wertingen gastiert in Dillingen

Wer die Bläserphilharmonie der Stadtkapelle Wertingen kennt, der weiß, dass die Musikerinnen und Musiker ihre Musik leben, ja dass sie in ihrer Musik aufgehen und ihr Publikum durch ihre Begeisterung bewegen. So auch dieses Mal beim Galakonzert in Dillingen. Das begeisterte Publikum ließ sich im Anschluss an ein mitreißendes Konzert zu Standing Ovations hinreißen.


Musik bewegt

Das Motto des diesjährigen Konzerts war „Ballett in Concert“. Dementsprechend gestaltete Tobias Schmid sein Konzertprogramm mit Bezug zum Tanz und brachte mit seinen Musikern hochkarätige Meisterwerke der Weltliteratur auf die Bühne. Dass ein sinfonisches Blasorchester einem Sinfonieorchester in nichts nachsteht, das hat die Bläserphilharmonie erneut unter Beweis gestellt. Zum einen ist das Orchester seit Jahren hervorragend geschult und zum anderen mit hochkarätigen Solisten ausgestattet und mit Klavier, Harfe und Akkordeon mit interessanten Klangfarben angereichert. Dies alles, gepaart mit dem optischen Highlight, dem Ballett der Tanzschule Ende aus Donauwörth, machte das Konzert zu einem besonderen Erlebnis.
Mit „Dance Movements“ von Philipp Sparke machte das Orchester schon bald klar, was der Abend bringen würde, nämlich anspruchsvolle und mitreisende Interpretationen von musikalischen Tänzen. Hochkonzentriert und aufeinander eingespielt agierten die Musiker unter der Leitung von Tobias Schmid. Die Bläserphilharmonie hat alles aufgezeigt, was ein Orchester, welches den Musikern und dem Publikum Freude bereitet, braucht: agile Holzbläser mit atemberaubender Technik und Blechbläser, die sich mal intonationssicher als kammermusikalischer Partner einer Harfenistin, mal gemäß ihrem Ruf als mächtigen Klangapparat präsentierten, zusammen mit Schlagzeuger, die sich als Meister ihres Fachs zeigten.

Blumenwalzer und Bolero

Bereits zum zweiten Mal gastiert die Wertinger Bläserphilharmonie im Stadtsaal Dillingen. Nicht nur musikalisch, auch optisch war es ein Genuss. Acht junge Ballerinas der Tanzschule Ende aus Donauwörth ließen ihre Choreographien in die Klänge vom Blumenwalzer aus der „Nussknackersuite“ von Peter Tschaikowsky oder der „Jazzsuite Nr.2“ von Dimitri Schostakovich einfließen. Der Ballettmeister Alexander Schoofs-Carell, ehemaliger Theaterbühnentänzer, hat die Tänze so ausgesucht, dass nicht nur der klassische Balletttanz auf Spitzenschuhen, sondern auch moderne Elemente zum Einsatz kamen. Wörtlich in bestem Licht, der Präsident der Stadtkapelle Wertingen Christian Hof sorgte für stimmungsvolle Beleuchtung, erschienen die Tänzerinnen und schwebten mit Spitzenschuhen und zarten Walzerschritten über die Tanzfläche.

Akkordeon und Harfe

Die Jazzsuite von Dimitri Schostakovich gelang den Wertingern mit musikalischer Spielfreude und guter Laune, die auch von der symphatischen Akkordeonspielerin Steffi Saule ausgeht. Das Tasteninstrument fügt sich wie selbstverständlich in den Blasorchesterklang und ergibt reizvolle Klangfarben.
.Die Suite, die den berühmten „Second Waltz“ beinhaltet, kam als Revuemusik daher, gespickt mit farbig instrumentierter Melodik, Zitaten aus bekannten Werken, wunderschönen Walzer- und Polkaklängen und tänzerischen Märschen.

Hochkarätige Solisten

In beinahe impressionistische Klangwelten entführte der Solist Frieder Brändle an der Querflöte in „Danse funambulesque“ von Jule Strens, bevor das Orchester seine ganze Energie in Tempo und Rhythmus beeindruckend entlud.
Genauso wie alle großen Orchester der Welt zelebrieren auch die Musiker der Bläserphilharmonie im „Bolero“ von Maurice Ravel diese einzigartige Mischung aus einem immer gleichen Rhythmus und zwei verschiedenen Melodien, die sich bis zur Extase magisch steigert mit dem gleichen Enthusiasmus wie zu Zeiten seiner skandalträchtigen Entstehung vor 90 Jahren. Auch der Dirigent Tobias Schmid ist der Magie des Rituellen verfallen und stellt sich erfolgreich der Herausforderung, durch spannungsreiches Spiel und exakter Tempowahl dem Publikum den Sog dieses Werks spüren zu lassen. Maßgeblich zum Erfolg des Werks sind die hochkarätigen Solisten in den Reihen der Wertinger. Neben Steffi Zegula an der Flöte, Heike Mayr-Hof und Franziska Mayr an der Klarinette, Eva Stempfle am Fagott, Renate Moosmüller und Marina Riemer am Saxofon tat sich Sebastian Weiß mit seinem absolut brillianten Posaunensolo, welches zu den anspruchsvollsten Solos für das tiefe Blechblasinstrument gehört und schon so manchen Profi ins Schwitzen bringt, hervor. Von Anfang an jedoch, zunächst kaum wahrnehmbar, dann aber wie in Trance, trommelt Matthias Schäffler den zwingenden Rhythmus, dem sich keiner entziehen kann.
Kein Besucher konnte sich der Spielfreude der Musiker aus Wertingen entziehen und so ging ein erfolgreicher Konzertabend im schönen Ambiente der Dillinger Stadthalle zu Ende.
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