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Musikschule Wertingen: Wunderkammer und Junge Klänge

Einen phantastischen Konzertabend im Residenzschloss Ludwigsburg boten die Künstler v. r. Andreas Lipp (Klarinette), Katharina Konradi (Sopran), Katharina Groß (Klavier) und Roland Vieweg (Klavier) dem begeisterten Publikum.
 
Das Duo Biloba mit v. l. Andreas Lipp (Klarinette) und Katharina Groß (Klavier) freuten sich über das gelungene Konzert im Rahmen der Ludwigsburger Schlossfestspiele.

Andreas Lipp aus Wertingen brachte bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen unter dem Motto „Junge Klänge“ mit seiner Partnerin Katharina Groß (Klavier) im Duo Biloba, zusammen mit Katharina Konradi (Sopran), Roland Vieweg (Klavier) und Florian Zeuner (Moderation) mit großem Erfolg eine klingende „Wunderkammer“ zu Gehör.


Zu den bedeutendsten Festivals klassischer Musik in Deutschland gehören die Ludwigsburger Schlossfestspiele, die im Rahmen „Internationale Festspiele Baden-Württemberg“ stattfinden. Am Freitag, 14. Juli stand Junge Klänge: Wunder.Kammer.Oper auf dem Programm. Im prächtigen Ordenssaal des Residenzschlosses Ludwigsburg passte auch das Ambiente zum Motto. Das „Duo Biloba“ mit Andreas Lipp (Klarinette), Katharina Groß (Klavier), die Sängerin Katharina Konradi (Sopran), Roland Vieweg (Klavier) und Florian Zeuner (Moderation) brachten eine außergewöhnliche Produktion der Ludwigsburger Schlossfestspiele in Kooperation mit dem deutschen Musikrat auf die Bühne. Es muss im 15. Jahrhundert gewesen sein, als die unter dem Namen Panoptikum bekannt gewordenen Raritäten- und Kuriosensammlungen einer neuen Form der Präsentation wichen, der Wunderkammer. Es war das Ziel durch Gezeigtes und Dargebotenes die Menschen in Verzückung zu setzen und zum Staunen zu bringen und später dann, durch das Zusammenbringen disparater Elemente wundersame Empfindungen beim Publikum hervorzurufen. So wurde durch diese Idee und passende Moderation von Florian Zeuner der Ordenssaal zur Wunderkammer.

Oper, Kunstlied und Kammermusik

Die drei Gattungen Oper, Kunstlied und Kammermusik begegneten sich, durch die Künstler auf beglückend hohem Niveau dargeboten und vom Publikum begeistert aufgenommen. Andreas Lipp, wie sich zeigte ein Wunder an Ausdruckskraft und Virtuosität, in kongenialer Partnerschaft mit Katharina Groß, setzte mit der „Konzertfantasie nach Themen der Oper Rigoletto“ für Klarinette und Klavier bereits zu Beginn einen künstlerischen Höhepunkt. Nicht weniger beeindruckend Katharina Konradi mit der Arie der Liu (Signore, ascolta) aus Turandot von Giacomo Puccini und der Arie der Gilda (Caro nome) aus Rigoletto von Giuseppe Verdi. Allein die Aufführung der Lieder für Sopran und Klarinette (Der Schmetterling, So sind die Dinge eben, Das alte Haus) von Lori Laitman aus dem Zyklus “I Never Saw Another Butterfly“, war den Besuch des Abends wert, denn diese erdige Musik und die ergreifende Lyrik trafen den emotionalen Nerv der angenehm überraschten Zuhörer. Katharina Konradi fand für jedes Lied die tiefste und gestaltende Interpretation, im dynamischen Dialog mit dem einfühlsamen Klarinettisten Andreas Lipp. Wie am Beginn des ersten Konzertteils zeigten Andreas Lipp und Katharina Groß vor der Pause ihre Meisterschaft im Zusammenspiel bei Carmen-Fantasie op.25 von Pablo de Sarasate, die bereits durch die Wahl von „Duo Biloba“ als Ensemblename zum Anspruch geworden war.

Musikalische Symbiose der Künstler

Nach der Pause glänzte Katharina Konradi mit Romanze, Rezitativ und Arie des Ännchen (Einst träumte meiner sel´gen Base) auch durch Humor und Darstellungskunst. Im Grand Duo Concertant Es-Dur op. 48 für Klarinette und Klavier von Carl Maria von Weber fand die Kunst des „Duo Biloba“ seine wahre, höchste Dimension und die Komposition eine ideale Aufführung. In der musikalischen Symbiose der Künstler Andreas Lipp und Katharina Groß spiegeln sich alle Eigenschaften leidenschaftlicher Äußerungen in Melodie, Harmonie, Rhythmus und Klang. Gleiches gilt für Katharina Konradi und Roland Vieweg unter anderem für die Aufführung der Arie der Zaide (Ruhe sanft, mein holdes Leben) von Wolfgang Amadeus Mozart und im Monolog der Stella (Konzertarie op. 57 für Sopran und Klavier) von Ernst Krenek, wo nicht die Tragödie sondern das Happy End dominierten: „Er ist wieder da!“ Das Publikum erklatsche die Zugabe „I feel pretty“ aus West-Side-Story von Leonard Bernstein, wo sich alle Künstler in einem Ensemble als Quartett mit erfrischenden Klängen verabschiedeten.
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