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Gut geführt und gut organisiert

Anweisungen des Rieblinger Gruppenführers Daniel Heider an die bereitstehenden Einsatzkräfte. Foto: Johann Bröll
 
Am Einsatzort der Inspektionsübung in Neuschenau. Willy Lehmeier (unter dem Baum links) macht sich ein Bild von den agierenden Feuerwehren. Foto: Johann Bröll

Inspektion der Wehren in Rieblingen und Prettelshofen

96 Prozent der deutschen Bevölkerung haben Vertrauen in Feuerwehrleute – so das Ergebnis einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Um dem hohen Anspruch aus der „Trust in Professions 2018“-Umfrage auch als Freiwillige Feuerwehr gerecht zu werden, ist regelmäßiges Üben und eine gute Organisation unabdingbar. Um sich davon zu überzeugen, dass dies in den Feuerwehren vor Ort auch so ist, führt die Kreisbrandinspektion regelmäßig Inspektionen durch. Nach drei Jahren standen nun auch wieder die Wehren in den südöstlichen Wertinger Ortsteilen Prettelshofen und Rieblingen auf dem Plan des zuständigen Kreisbrandinspektors Uwe Neidlinger sowie von Kreisbrandmeister Max Müller. Der ranghöchste Feuerwehrmann des Landkreises Dillingen, Kreisbrandrat Frank Schmidt hatte einen anderen wichtigen Termin wahrzunehmen und ließ sich deswegen entschuldigen.

Nach der Begutachtung der Wehr in Prettelshofen machte sich die Feuerwehr-Abordnung gemeinsam mit Wertingens erstem Bürgermeister Willy Lehmeier und Bürgermeiter Johann Bröll weiter auf den Weg nach Rieblingen. Pünktlich zur dort angesetzten Schulübung hatte es zu regnen aufgehört – vorher waren doch einige bange Blicke zu sehen, ob sich der Regen in ein Unwetter ausweiten würde. Die angetretene Löschgruppe unter der Leitung des stellvertretenden Rieblinger Feuerwehrkommandanten Daniel Heider und der Beobachtung durch Max Müller sollte einen Standard-Aufbau für einen Außenangriff mit gedachter Wasserentnahme aus einem offenen Gewässer herstellen. Regelmäßiges Üben zahlt sich aus, so dass hierbei und auch bei der nachfolgenden Demonstration von Feuerwehrknoten jeder Feuerwehrmann wusste, was er zu tun hat. Zur gleichen Zeit konnte sich Uwe Neidlinger im Feuerwehrhaus beim ersten Kommandanten Christian Thoma von der vorbildlichen Dokumentation sämtlicher Vorgänge überzeugen, die später als „über das geforderte Maß hinaus“ gelobt wurde. Auch der Zustand von Ausrüstung, Fahrzeug und Gerätehaus gaben keinen Grund zur Beanstandung.

Ein „verletzter“ Feuerwehrmann

Den „Höhepunkt“ einer Feuerwehr-Inspektion bildet selbstverständlich jedes Mal die nachfolgende Einsatzübung, wo wirklich jedes Mitglied der aktiven Mannschaft beschäftigt ist. Nur den Inspektoren war der Einsatzort bekannt. Alle anderen Einsatzkräfte warteten auf die Alarmierung per Funk. Als es soweit war, machten sich die Feuerwehren Rieblingen und Prettelshofen gemeinsam schnellstens auf den Weg zum nahegelegenen Weiler Neuschenau. Das gedachte Szenario vor Ort: In einem landwirtschaftlichen Gebäude sei ein Feuer ausgebrochen und eine Person werde darin vermisst. Der Angriffstrupp aus Rieblingen hatte sich bereits während der Anfahrt im Fahrzeug mit Atemschutz ausgerüstet. So konnten sich die beiden Männer unmittelbar nach dem Herstellen der Wasserversorgung auf den Weg in den Stadel machen. Mit Hilfe der Wärmebildkamera war die Person in Form einer Übungspuppe schnell unter einem Traktor aufgefunden. Gerade als der Trupp mit der Rettung beginnen wollte, baute Uwe Neidlinger spontan eine zusätzliche Schwierigkeit ein: Der Führer des Angriffstrupps habe sich den Fuß vertreten und könne nicht mehr laufen! So musste dieser Trupp einen Notruf absetzen und der bereitstehende Sicherungstrupp ging in das Gebäude vor. So konnte zuerst die Person ins Freie gebracht werden. Der „verletzte“ Kamerad hatte ja noch genügend Atemluft und wurde dann im zweiten Anlauf mit einem Tragetuch ins Freie gebracht werden. Dem getragenen war es zwar etwas unangenehm, dass ihn seine Kameraden nun tragen mussten, aber er war mit deren Behandlung sehr zufrieden, als er im Hof des Anwesens sanft auf dem Boden abgesetzt wurde.

Aber selbstverständlich waren die Einsatzkräfte außerhalb des Gebäudes auch nicht untätig: Zur Eindämmung des Feuers bauten die beiden Feuerwehren eine sogenannte Riegelstellung auf, um die Flammen von zwei Seiten bekämpfen und ein Übergreifen auf das Wohngebäude verhindern zu können. Die Wasserversorgung vor Ort mittels einer Wasserleitung aber der Entnahme an zwei Hydranten forderte hohe Aufmerksamkeit und Fingerspitzengefühl der Maschinisten, welche die Feuerlöschpumpen bedienten, um sich nicht gegenseitig das Wasser „wegzunehmen“. Im Ernstfall würden bei einer derartigen Alarmierung weitere Feuerwehren anrücken und der etwa 400 Meter entfernte Teich müsste als weitere Löschwasserquelle herhalten.

Die abschließende Manöverkritik fiel kurz aus – Kreisbrandinspektor Neidlinger lobte den gelungenen Ablauf der gemeinsamen Einsatzübung sowie der gesamten Inspektion. Bürgermeister Lehmeier bedankte sich im Namen der Stadt Wertingen für den ehrenamtlichen Einsatz der Feuerwehrfrauen und Männer. Dass die Feuerwehren gemeinsam übten freue ihn besonders, dies stärke den Zusammenhalt und mache auch in der Praxis Sinn. Zuletzt äußerten sich die Kommandanten zufrieden mit der Ausrüstung ihrer Feuerwehren und dem Einsatz der Mannschaft. Bevor die Ausrüstung wieder startklar und die Einsatzfähigkeit wieder hergestellt wurde, stand noch der gemütliche Teil der Inspektion auf dem Plan: das gemeinsame Essen aller Beteiligten im Feuerwehrhaus in Rieblingen, das Vorstand Joachim Neumeier dort bereits vorbereitet hatte.

Artikel vom 11. Juni 2018
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