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Es qualmt im Stall, statt in der Räucherkammer

Einsatzübung in Bliensbach: Im völlig vernebelten Stallgebäude rechts im Bild mussten zwei vermisste Personen gefunden werden. Außerdem sollte durch den Löscheinsatz von außen ein Übergriff des (angenommenen) Feuers auf die umliegenden Gebäude verhindert werden.

Gemeinschaftsübung - Feuerwehr-Großeinsatz bei Bliensbacher Metzgerei

Brand eines Gebäudes und vermisste Personen – und das im Gäßle in Bliensbach. Die Adresse ist vielen Wertingern ein Begriff, befindet sich dort doch eine bekannte Metzgerei. Es wird doch nicht in der Räucherkammer unkontrolliert brennen? Vor Ort stellte sich das Szenario für die rund 70 Einsatzkräfte aus Bliensbach, Gottmannshofen, Prettelshofen und Rieblingen ganz anders dar: In einer ehemaligen Stallung befänden sich zwei Personen die in dem völlig vernebelten Raum gefunden werden müssen. Zudem müssen Feuerwehrleute von außen eine sogenannte Riegelstellung aufbauen, um angrenzende Häuser vor einem Übergreifen der (imaginären) Flammen zu bewahren.

Zwei Atemschutztrupps der Freiwilligen Feuerwehr Gottmannshofen und Rieblingen begaben sich in das Gebäude. Der mit einer Nebelmaschine simulierte Rauch sorgte dafür, dass die sprichwörtliche Hand vor Augen tatsächlich kaum zu sehen war. Praktisch fast kriechend machten sich die vier Feuerwehrleute auf die Suche nach den Vermissten. Keine einfache Aufgabe in einem unbekannten Raum, der mit allerlei Gerümpel, Mülltonnen und Gasflaschen vollgestellt ist. Letztere wurden sicherheitshalber ins Freie befördert, um die Personen im Gebäude nicht zu gefährden. Ohne die Verwendung von Wärmebildkameras bliebe den Suchtrupps alleine der Tastsinn, um die gesuchten Personen aufzuspüren. Mit den Geräten werden jedoch Gegenstände unterschiedlicher Temperaturen ziemlich deutlich dargestellt. So konnte ein Dummy etwa zehn Minuten nach dem Eintreffen der ersten Feuerwehr unter einem Haufen Kartons entdeckt und schnellstens aus dem Gebäude gebracht werden. Auch die zweite Übungspuppe wurde nur wenige Minuten später lokalisiert und ins Freie getragen. Nach dem Schaffen einer Belüftungsöffnung an der Gebäuderückseite konnte der Stall mittels eines Überdruckbelüfters (ein großer Ventilator) rasch entraucht werden.

Währenddessen waren die Feuerwehrleute außerhalb des Gebäudes mit dem Löschangriff beschäftigt. Dazu musste im Vorfeld freilich eine stabile Wasserversorgung hergestellt werden. Hierzu bediente man sich eines Hydranten aber auch der Wasserentnahme mittels Saugleitung aus dem aufgestauten Bliensbach. Es ist immer wieder überraschend, wie viel Wasser aus dem vermeintlichen Rinnsal entnommen werden kann, wenn der Bach an der Brücke im Ort gestaut wird. Die örtliche Feuerwehr nutzt hierfür passend gebaute „Staumauern“ aus Metall, die bei Bedarf an der Brücke eingesetzt werden können.

In der Abschlussbesprechung zeigten sich Kreisbrandmeister Thomas Schuhwerk und der Organisator der Einsatzübung sowie Kommandant der Feuerwehr Bliensbach Reinhard Gribl sehr erfreut über die große Anzahl der Übungsteilnehmer und die erfolgreiche Bewältigung der gestellten Aufgaben. Zuletzt drückte auch Hausherr Christian Geiger den Rettungskräften seinen Dank aus und versorgte mit seiner Familie die ganze Mannschaft noch mit einer Brotzeit und Getränken.

Artikel vom 28. Juni 2017
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