Anzeige

Verein Vorbei informiert sich über das Museumsprojekt Bunker-Ilbenstadt

Treffen der Vereinsmitglieder vor dem Objekt
 
Das Gelände wird heute als Lagerplatz genutzt
Am Wochenende reisten sieben Mitglieder des bredenbecker Denkmalschutz-Vereins Vorbei e.V. in die Nähe von Frankfurt/Main. Ziel war ein Relikt des Kalten Krieges. Im Kreis Niddatal wurde 1965 unter einem unscheinbaren Hügel, am Ortsrand von Ilbenstadt, eine unterirdische Führungsstelle zur Koordination des Zivilschutzes errichtet. Diese ehemalige Einsatzzentrale sollte im Fall eines angenommenen Atomkrieges die Evakuierung und Versorgung von Millionen Menschen im Einzugsgebiet von Frankfurt planen und lenken.

Durch einen eigenen Brunnen und die unabhängige Notstromversorgung hätte der Planungsstab aus Feuerwehr und Katastrophenschutz einen fiktiven Angriff im Bunker überleben sollen. Es ist jedoch nicht überliefert, ob man der ungeschützten Bevölkerung eine ähnlich lange Überlebenszeit eingeräumt hatte.

Damals für viele Millionen D-Mark errichtet, war der Schutzraum als Prototyp für weitere Anlagen dieser Art geplant. Wegen der enormen Baukosten sah man jedoch später vom Bau weiterer Bunker ab, so dass der ilbenstädter Prototyp ein Einzelstück blieb.

Im Laufe der sich verändernden weltpolitischen Lage nach der Jahrtausendwende setzte ein Umdenken in der Bundespolitik ein. Nun hatte die Bundesrepublik keine Verwendung mehr für diese ehemalige Führungsstelle. Um die hohen Kosten der ständigen Einsatzbereitschaft zu sparen, wurde die Liegenschaft kurzerhand der Gemeinde übergeben.

Der zuständige Bürgermeister, Dr. Bernhard Hertel, setzt sich nun zusammen mit einigen ehrenamtlichen Helfern für die Einrichtung eines Museums ein. Die Gelegenheit ist günstig: Einige Einrichtungsgegenstände sind erhalten geblieben und die technische Ausrüstung funktioniert teilweise noch.

Der Vereinsvorstand des Vorbei e.V. hatte bereits vor über einem Jahr Kontakt mit der Stadtverwaltung Ilbenstadt aufgenommen und verfolgt seither interessiert den Verlauf des Projektes. Neben einigen kritischen Stimmen gab es aber auch viele Befürworter der Museumsidee. Nachdem einige Probleme beseitigt wurden, kann man die Anlage jetzt am ersten Oktober-Wochenende besichtigen. Informationen zur Anmeldung gibt es im Internet unter www.bunker-ilbenstadt.de.

Die Mitglieder des Vorbei e.V. hatten vorab Gelegenheit, sich ausführlich umzuschauen und erhielten ein Bild von der guten Arbeit einzelner ehrenamtlicher Helfer. Leider kam es in der Vergangenheit durch Vandalismus zu starken Beschädigungen und Verwüstungen am Inventar des Bunkers. Diese Schäden konnten teilweise wieder behoben werden, so dass die künftigen Besucher einen authentischen Eindruck von der nüchternen Welt eines 60er Jahre-Schutzraumes bekommen.

Der Vorstand des Vorbei e.V. regt an, das Bauwerk in die Landesliste der Baudenkmäler aufzunehmen. Im Rahmen des Besuchs hat der bredenbecker Verein einige Ideen für die eigene Projektarbeit bekommen und möchte das geplante Museum im benachbarten Bundesland gern mit Rat und Tat unterstützen. Die Vereinsmitglieder bedanken sich noch einmal bei Herrn Dr. Hertel für die Ermöglichung des außerplanmäßigen Besuchs und wünschen den ehrenamtlichen Helfern, um Herrn Köppe, viel Erfolg bei ihrer weiteren Arbeit am Objekt.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.