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Verein Vorbei e.V. richtet virtuelles Bunker-Museum ein

Das Dienstgebäude der GSVBw 21 Lüdersen
Der gemeinnützige bredenbecker Verein Vorbei e.V. hat im letzten Jahr die Verantwortung und Pflege der denkmalgeschützten, ehemaligen Bundeswehr-Liegenschaft am Süllberg übernommen. Die Fernmeldeanlage gab jahrelang Anlass zu geheimnisvollen Gerüchten und Spekulationen. Sogar eine unterirdische Raketenbasis wurde von einigen Anwohnern dort vermutet. In der Realität war der Hintergrund dieser militärischen Dienststelle jedoch weit weniger spektakulär:

Es handelte sich um einen Fernmeldeknotenpunkt der Bundeswehr, die so genannte Grundnetzschalt- und Vermittlungsstelle der Bundeswehr Lüdersen – kurz GSVBw – mit der internen Bezeichnung 21.

Kernstück ist ein unterirdisches und verbunkertes Fernmeldegebäude, das 1965 unter strenger Geheimhaltung errichtet wurde. Im Ernstfall hätten dort 65 Soldaten für längstens 28 Tage den internen Fernmeldeverkehr der Bundeswehr aufrechterhalten sollen. Durch drei Meter starke Betonwände und spezielle Luftfiltersysteme wären die Soldaten vor radioaktiver Strahlung und giftigen Gasen geschützt gewesen. So sah es zumindest die Planung aus den 60er Jahren vor. Ob es im Ernstfall etwas genützt hätte darf allerdings bezweifelt werden. Nach Aussagen von Zeitzeugen wurden die lüderser Bürger während der Bauzeit vom DDR Chef-Ideologen Karl-Eduard von Schnitzler, in seiner Fernsehsendung „Der Schwarze Kanal“, vor den unheilvollen Folgen dieser Militärbasis gewarnt. Der Gegner wusste also bereits früh Bescheid.

Der Verein Vorbei e.V. wollte mit einer Museumsnutzung der originalen Anlage an die allgegenwärtige Bedrohungslage im „Kalten Krieg“ erinnern. Dieses Vorhaben konnte allerdings durch den Verkauf des Geländes, im Frühjahr dieses Jahres, nicht realisiert werden. Zur Dokumentation der geleisteten Arbeit haben die Vereinsmitglieder nun ein virtuelles Museum geschaffen. Den Besucher erwartet eine ausführliche Vorstellung dieses in der Region Hannover einmaligen Bauwerks. Neben aktuellen Fotos gibt es auch historische Aufnahmen und einige Filme zu entdecken. Unter www.gsvbw21.de ist das Museum im Internet erreichbar.
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4 Kommentare
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Siegfried Borgaes aus Hannover-Mitte | 19.05.2008 | 10:39  
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Holger Fahrenbruch aus Wennigsen | 19.05.2008 | 20:06  
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Jörg Jahn-Meyer aus Liebenau | 01.06.2008 | 13:40  
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Holger Fahrenbruch aus Wennigsen | 01.06.2008 | 22:07  
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