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Kneippianer wandern zum Rehberger Graben, dem UNESCO Welterbe der Oberharzer Wasserwirtschaft

Wennigsen (Deister): Wennigsen | Am 31. Juli 2013 unternahm der Kneipp-Verein Wennigsen/Gehrden e.V. eine beeindruckende 11 km lange Wanderung unter der Leitung von Karl-Heinz Hennies im Oberharz. Den Ausgangspunkt Oderbrück erreichten die 21 Wanderer mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ein romantischer Weg führte durch den Hochwald über Wurzelgeflecht, Knüppeldämme, auf von Forstarbeitern gebauten Brücken über sumpfige Waldwiesen bis zum Oderteich, der ältesten Talsperre des Harzes aus dem Jahre 1722. Nach einer Rast am sonnigen Ufer des Sees ging es gestärkt weiter entlang des Rehberger Grabenweges.
Der Wassergraben, von den St. Andreasberger Bergleuten 1703 fertig gestellt, ist Teil der Oberharzer Wasserwirtschaft (auch Oberharzer Wasserregal genannt); seit August 2010 gehört er zum UNESCO Welterbe. Er entstand etwa zeitgleich mit der Staumauer des Oderteichs und diente demselben Zweck. Somit war Wasser auch in regenarmen Zeiten ausreichend verfügbar und der Wassergraben leitete es an seinen Bestimmungsort, den Gruben um St. Andreasberg, wo es seinerzeit die zahlreichen Wasserräder antrieb. Nach dem Ende des Silberbergbaus in St. Andreasberg im Jahre 1910 wurde die vorhandene Wasserkraft zur Stromerzeugung genutzt.
Der Graben wurde seinerzeit systematisch ausgemauert und teilweise durch die bei Sprengarbeiten gewonnenen Felsblöcke überdeckt, als Schutz vor Verschüttung und winterlichem Frost. Der Rehberger Graben ist eines der ältesten in Deutschland noch erhaltenen und benutzten Wasserbauwerke. An dem breiten 7,2 km langen Inspektionsweg entlang des künstlichen Wasserlaufs mit einem einheitlichen leichten Gefälle befinden sich zahlreiche Tafeln mit Informationen, u.a. auch zu Geologie, Bergbau und Natur. Auf der rechten Seite des Wanderwegs befinden sich beeindruckende Granitformationen mit Bewuchs aus Moos, Farn, Heidekraut und Blaubeeren. Auf der Hangseite bietet der Weg durch den Wald zeitweise reizvolle Ausblicke ins Odertal bzw. bis zum Wurmberg; er führt vorbei an der Sarghai-Hütte, der Nationalpark-Waldgaststätte Rehberger Grabenhaus und einem Platz, wo sich einst schon Goethe aufhielt. Da im Verlauf der Wanderung, der auch Teil der südlichen Brockenumgehung des Harzer Hexenstieges ist, Regen einsetzte, fühlten sich die Kneippianer aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit bei hochsommerlichen Temperaturen wie auf einer Levada-Wanderung in Madeira, fernab der Heimat.
Im Anschluss an eine Kaffeepause in St. Andreasberg fuhren die Wanderer mit traumhaften Eindrücken zurück in das Calenberger Land.
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Katja W. aus Langenhagen | 05.08.2013 | 15:58  
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