Neues Gerätehaus für die Feuerwehr Wennigsen wird gebaut wie geplant!

Das erste Wennigser "Spritzenhaus" um 1909
 
Das Gerätehaus seit 1980, ehemals die alte Mausefallenfabrik Küker
Neues Gerätehaus für die Feuerwehr Wennigsen darf nicht kastriert werden !

Die Geschichte über den Bedarf bzw. die Planungen für das neue Feuerwehrgerätehaus der Ortsfeuerwehr Wennigsen gehen zurück noch bis vor das Jahr 1980.

Der alte traditionsreiche Standort am Feuerwehrplatz genügte den damaligen Anforderungen, Ende der 70er Jahre, bei weitem nicht mehr.
Ein neues Löschgruppenfahrzeug LF8 stand Anfang der 80er Jahre zur Ersatzbeschaffung an, welches aufgrund der vom Hersteller vorgegebenen Fahrzeugmaße am alten Standort nicht untergestellt werden konnte.

Zudem konnten nur zwei der drei Fahrzeuge damals direkt im Spritzenhaus untergestellt werden. Das dritte wurde einige hundert Meter weiter in einer angemieteten Garagen untergestellt, wo sich ausgelagert auch der Gruppen- bzw. Schulungsraum befand. Ein auch schon für die damalige Zeit auf Dauer unzureichender Zustand in Bezug auf Sicherheit, Taktik und Organisation.

1980 zog die Ortsfeuerwehr dann vom alten Spritzenhaus um, in die umgebaute Mausefallenfabrik am Heisterweg. Ein kompletter Neubau konnte damals nicht kurzfristig umgesetzt werden, also schaffte die Gemeinde Wennigsen Platz in dem ehemaligen Fabrikationsgebäude, nördlich des Bahnhofes, wo Räumlichkeiten für die Ortsfeuerwehr und den Bauhof hergerichtet wurden.
Im Heisterweg wurde der Platzbedarf für die Feuerwehr allerdings nur nach dem, was Anfang der 80er Jahre für Wennigsen notwendig war, geplant und dann, soweit baulich möglich, umgesetzt. Bereits damals wurde die neue Situation von allen Seiten (Politik, Verwaltung, Feuerwehr) aber auch nur als vorübergehendes Provisorium angesehen. In den Jahren danach tat sich dann, unter anderem wegen der massiven beginnenden Verschuldung der Gemeinde, wenig um das Provisorium zu beenden. In diesem Provisorium wird nach wie vor jeglicher Dienst abgehalten.

Im Zuge der Indienststellung des neuen Einsatzleitwagens (ELW), musste 2006 der Bauhof eine seiner für eigene Zwecke benötigte Fahrzeughallen an die Feuerwehr abgeben um ein dringend benötigtes zusätzliches Einsatzfahrzeug (MZF) unterzustellen.

Das dass Gebäude im Heisterweg nicht den Anforderungen für Feuerwehren genügt bzw. sogar massive Sicherheitsmängel aufweist, wurde dann auch im Jahre 2004 bei einer Begehung durch die FUK (Feuerwehr-Unfallkasse) festgestellt. Die Gemeinde erhielt im Abschlussbericht eine Frist von 3 Jahren um die Mängel abzustellen.
Vor ca. 10 Jahren wurde der mittlerweile verstorbene Architekt Friedrich Gleue beauftragt, eine zukunftsweisende Wache zu entwerfen. Diese Planung ist auch heute noch Grundlage für die jetzige, bereits genehmigte und fertig geplante Wache, die dem Rat das zweite Mal zur Entscheidung vorliegt.

Die Feuerwehr selbst hat sich an den Planungen in den letzten 5 Jahren intensiv beteiligt und schon 2x an kostenorientierten Reduzierungen in erheblichem Maße beigetragen. Der aktuelle Entwurf wurde dann auch im Dezember 2007 vom Rat genehmigt und die Verwaltung zur Umsetzung beauftragt. Nachdem die Ausschreibung immer wieder verschoben wurde, stellte sich dann im Januar diesen Jahres heraus, dass die neue Feuerwache anstatt der geplanten 1,5 Mio Euro nun plötzlich nach neuester Berechnung über 2 Mio Euro kosten soll.

In der Ratssitzung am 11.03.2010 musste der Rat nun entscheiden, ob ein trotz aller Reduzierungen immer noch zukunftsgerechtes Gerätehaus für 2 Mio Euro gebaut werden soll, welches auch in 20 oder 30 Jahren noch den Anforderungen an die Ortswehr entspricht, oder ob einfach nur ein neues Gerätehaus gebaut wird, was max. 1,8 Mio Euro kosten darf, egal was dann noch aus der Planung herauskommen kann.

Vielen stellt sich die Frage, warum das Gerätehaus eigentlich so groß sein und 6 Fahrzeugboxen plus Waschhalle haben muss. Auch im Rat stellten sich einige die Frage und liebäugelten mit der 1,8 Mio-Variante.

Tatsächlich ist es so, dass für die Region Hannover der kürzlich vom Rat selbst verabschiedete Feuerwehrbedarfsplan als Grundlage für die mittel- und langfristige Bedarfsplanung für die Ausstattung der Ortswehren maßgeblich ist. Hier wurden aufwändig die Risiken für die Gemeinde Wennigsen und die daraus resultierende Ausstattung der Feuerwehren ermittelt.
Daraus ergab sich unter anderem die Notwendigkeit einer Drehleiter und eines zusätzlichen Gerätewagens für logistische Aufgaben. Zusammen mit unseren vorhandenen 4 Fahrzeugen sind die Stellplätze damit schon ausgeschöpft.
Was bekommt man bei der anderen Variante ?

Von den 1,8 Mio Euro sind zunächst die neuen Planungs- und Baugenehmigungskosten abzuziehen, sodass für die eigentliche Wache nur noch 1,6 – 1,7 Mio Euro übrig bleibt. Was danach noch übrig bleibt, kann kaum mehr sein als das, was man jetzt in der alten Mausefallenfabrik hat, nur mit größeren Toren. Und das ohne Waschhalle und ohne Platz für die kommenden Fahrzeuge, für die in 2 – 3 Jahren wieder Hallen für teures Geld an das gerade Gebaute angeflickt werden müssen. Schulungsräume in notwendiger Größe ? Fehlanzeige. Hier würde auf dem Rücken der nächsten Generation gespart, und wieder nur ein Provisorium.

Am 11.03.2010 wurde nun zwar knapp, aber eindeutig für die vollständige Variante gestimmt. Mit 17 zu 15 Stimmen haben die SPD, FDP und der Bürgermeister gegen die Stimmen der CDU und der Grünen den „Kastrationsantrag“ der CDU abgewehrt.
So bleibt uns in der Wehr die Hoffnung, dass die Verwaltung die Ausschreibung jetzt zügig umsetzt, damit zeitnah der Auftrag vergeben und der Baubeginn erfolgen kann.
Wir werden das sehr kritisch verfolgen, damit nicht wieder 2 Jahre „Leerlauf“ und erneut eine Kostendiskussion anstatt eines Gerätehauses entsteht.
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