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Bauen im Bestand im ländlichen Raum „20 für eine neue Zukunft“, eine Initiative zur Ortsentwicklung im demographischen Wandel

Die demographische Entwicklung fordert Architekten, Bauingenieure, Handwerker, Politiker, Banker und Verwaltung. Jahrzehnte wurden in Zeiten des Bevölkerungswachstums um die alten Ortskerne Einfamilienhäusergebiete geplant und gebaut, ohne dass eine langfristige Nutzungskonzeption nach den Erstnutzern der Häuser angedacht worden ist. Nun stagniert seit einiger Zeit dieser Bevölkerungszuwachs und die Kommunen spüren erste Zeichen der Auswirkungen der demographischen Entwicklung, des vor uns stehenden Schrumpfens der Bevölkerung. Die Alten werden erfreulicherweise immer älter, wohnen länger mehr und mehr vereinzelt in ihren zu groß gewordenen Einfamilienhäusern, weil die Brut ausgeflogen ist und weniger Familienmitglieder im eigenen Ort bleiben, da die Arbeitsplätze nun einmal oft woanders als im Heimatort liegen.

Viele Ältere würden sich gerne im Wohnen verkleinern. Sie können ihr zu großes Heim nicht mehr ohne Hilfe bewirtschaften. Dies hat vielfältige Gründe in finanziellen, kräftemäßigen oder psychologischen persönlichen Bereichen. So wird mit zunehmender Lebenserwartung das liebgewordene Häuschen nicht mehr so belebt wie früher. Ein möglicher Umbau für weitere Wohneinheiten im Hause verbleibt, weil meist die eigenen Kräfte und Möglichkeiten dies nicht hergeben. Bleibt dann oft der viel zu späte Verkauf. Es wird nur das Notwendigste am Haus getan und obendrein fehlt die Zeit neue Kontakte für mehr Lebensqualität im Alter zu knüpfen. Man hat ja eh schon genug mit dem Hause zu tun. So bleibt in der Kommune wertvoller Wohnraum lange nicht optimal genutzt. Diesen Zeitraum zu verkürzen, würde dem einzelnen Hauseigentümer, dem Wohnungsmarkt und der Lebendigkeit der Kommune nutzen.
Wir wäre es…wenn man die Betroffenen und Interessierten zusammenführen würde? Gemeinsam umbauen, wohnen und dabei frei werdenden Wohnraum gemeinsam vermarkten: Dies könnte die Alternative werden. Dabei kann durch Gemeinsamkeiten und Netzwerke das Leben der älteren Ortsbewohner bereichert werden und für die jungen Bürger stände mehr Wohnraum aus dem Bestand zur Verfügung.
Mit erfahrenen Architekten, Bauingenieuren und Handwerkern ließen sich Umbauten konzertiert und individuell gestaltet Kosten günstig durchführen. Alle könnten dabei nur gewinnen, auch unsere Naturressourcen würden mehr geschont werden können. Das Bauen im Bestand geht uns alle an. Die demographische Entwicklung braucht uns nicht bange machen, wenn wir ihr rechtzeitig kreativ begegnen und uns den Fakten stellen.

Ich habe hierzu nach vielen Diskussionen ein Modell „20 für eine neue Zukunft“ entwickelt, das generell für den ländlichen Raum steht. Es könnte ein Projekt werden, das die Antworten auf die Auswirkungen der demographischen Entwicklung bündelt und jedem Ort beispielhaft eine blühende Zukunft geben kann..
An vielen Orten in Deutschland sind erste Schritte in die richtige Richtung gemacht, Wohnraum für altengerechtes Wohnen im Umfeld der Kommunen zu schaffen, damit die Alten ihren Heimatort nicht verlassen müssen. Nun gilt es, für die gesamte Kommune eine mittelfristige Lösung zu finden, damit die Alten angepassten Wohnraum finden und weiter junge Familien in den doch attraktiven Ort mit dem Bestand an Einfamilienhäusern kommen können.
Bauen im Bestand der freiwerdenden Einfamilienhäuser ist die Lösung, wodurch dem drohenden Leerstand inner Orts rechtzeitig begegnet wird. Es brauchen keine neuen Baugebiete ausgewiesen werden, d.h. Landschaftsressourcen werden geschont. Hierzu bedarf es der Bündelung aller Kräfte in der Kommune auf eine Erfolg versprechende Zukunft hin.

Das Modell „20 für eine neue Zukunft“ könnte wie folgt realisiert werden, wenn die örtlichen Bebauungspläne entsprechend erweitert würden:

Ältere, allein lebende und begeisterte Bürger, die in ihren großen Einfamilienhäusern leben, erkennen die Chance, ihre Wohneinheiten bedarfgerecht zu verkleinern, gemeinschaftliches Wohnen zu entwickeln und Neubürgern Häuser und Wohneinheiten anzubieten. Teure, Energie verbrauchende Leerstände werden vermieden und altersgerechtes selbst bestimmtes Wohnen wird in Gemeinschaft möglich.

Z.B. tun sich 20 Eigentümer von nicht mehr voll genutzten Häusern zusammen unter Wahrung ihrer wirtschaftlichen Eigentumsanteile und bauen gemeinschaftlich 10 ihrer Häuser zu 20 bis 30 altengerechten Wohneinheiten um, worin sie dort als Eigentümer dieser neuen Wohneinheiten zusammen ziehen und Gärten/Wegeflächen gemeinsam nutzen und pflegen.

So können diese älteren Bürger zusammenrücken und in wärmerer sozialer Umgebung sich aktiv untereinander helfend, d.h. gemeinschaftlich lebend, im Heimatort alt werden.

Aus dem gemeinsamen professionellen Verkauf der restlichen 10 Häuser an Neubürger, vornehmlich an junge Familien, wird diese Aktion einschließlich der neuen Eigentums-wohneinheiten finanziert und für jeden bleiben dann noch Barmittel zum eigenen „Verleben“ über.
Als gesellschaftlicher positiver Effekt bleibt anzumerken. In den Straßen bleiben alt und jung weiter gemischt, was sich für alle Generationen und Mitbürger nur positiv auswirken wird.Die Projektrealisierung könnte im Rahmen einer zu gründenden Organisation wie Verein, Genossenschaft oder Stiftung erfolgen. Alle Beteiligten und Betroffenen sind in einer Informationsphase frühzeitig zusammenzuführen. Dies gilt insbesondere bei den Fragen bezüglich bestehender rechtlicher Regelungen z.B. Bebauungspläne, Erbbaurecht.

In Deutschland und auch in dieser Gemeinde gibt es bereits vereinzelte Projekte für gemeinsames und selbst bestimmtes Wohnen. Aber keines hat einen ganzheitlichen Ansatz einer Kommune zur Nutzung des Altbestandes an Einfamilienhäusern. Mit dem Ansatz „20 für eine neue Zukunft“ hat diese Gemeinde eine Chance im zukünftigen Wohnungs- und Siedlungsmarkt, wenn es gelänge, den jetzigen Aufschwung durch den Generationswechsel auch auf dem politischen Feld der Gemeinde zu nutzen und alle bekannten und noch unbekannten Ideen und Kräfte zu vernetzen oder/und zusammenzuführen und auch für dieses Zukunftsprojekt zu begeistern.

Wer hat Erfahrungen mit dem Bauen im Bestand von Einfamilienhäusern?
Architekten, Bauingenieure, Handwerker, örtliche Kreditinstitute und Bausparkassen sowie Verwaltungen insbesondere aus der Region Hannover können sich melden, um gemeinsam mit ihren Erfahrungen der zukünftigen Siedlungsentwicklung im ländlichen Raum neue Impulse und ihre Unterstützung zu geben.
Wer wohnt in seinem zu großen Einfamilienhaus und fühlt sich angesprochen und möchte mitmachen?
Sollten sich aus mehren Orten genügend Interessenten melden, wird auf die örtlichen Gegebenheiten eingegangen und mit den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung Kontakt aufgenommen.
Gez. Rolf Schüler Wennigsen, den 21.01.2009
Rolf Schüler, Tilsiterstr. 5, 30974 Wennigsen,
0163-4889000, 05103-488, Rolf.Schueler@gmx.de, Fax 05103 820831
Dieses Manuskript kann verwendet werden unter Nennung des Autors
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