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Nachts im Museum? Das geht!

Klangwerkstatt beim Kinderkulturcamp in Wemding (Foto: A. Steinacker-Holst)
Wemding: Martina Lehmann | Kinderkulturcamp des KJR bietet drei Tage lang Zeit und Raum für Kreative(s)

Jeder kennt sie, die Regeln, die üblicherweise in einem Museum gelten: Kunstwerke dürfen nur angeschaut werden, am besten im Stillen. Herumspringen ist nicht erlaubt. Spätnachmittags schließt das Museum wieder seine Pforten. Dass es auch anders laufen kann, beweisen der Kreisjugendring und das KunstMuseum Donau-Ries mit ihrem inzwischen 9. Kinderkulturcamp, bei dem die jungen Teilnehmer_innen ihre Schlafsäcke ganz selbstverständlich zwischen den Exponaten ausrollen dürfen. So gab es auch am Ende dieser Sommerferien wieder 3 Tage lang Museum zum anfassen, mitmachen und begreifen.

Insgesamt 29 Kinder waren nach Wemding gekommen um sich dort in drei verschienenen Workshops kreativ auszuleben. ‚Wir sind der Anfang eines Abenteuers‘ war das diesjährige Motto. Und ehe sich die Teilnehmer_innen versahen, begann auch schon ihr eigenes Abenteuer. Nicht nur die Ateliersräume im 2. Stock boten dafür optimale Bedingungen.
Annette Steinacker-Holst, Leiterin des Museums und Malerin fertigte mit den Kindern Styroporskulpturen, in denen sie ihre eigenen Abenteuerwünsche zum Ausdruck brachten. Auf unterschiedlichen Percussioninstrumenten wurden abenteuerliche Musikerzählungen komponiert, im Atelier wurde skizziert und gedruckt. In einem Schattenspiel stellten die Kinder die Lebensgeschichte von Ernst Steinacker nach, der dieses Jahr 100 Jahre alt geworden wäre.
In der Schneiderei erlebten die Mädchen und Jungen unter der Leitung der Textilkünstlerin Sandra Neuner die Welt der Textilien ganz neu. Eifrig wurden Stoffe ausgeschnitten, Taschen und Bucheinbände genäht, kunstvolle Ornamente aus Strass-Steinen gebügelt, weiche Textilien in harte Skulpturen verwandelt.
Mit ein bisschen mehr Bewegung ging es dann im Kampfkunst-Workshop zu, den Thomas Willhöft als langjähriger und erfahrener Aikido-Meister leitete. Die Kinder erfuhren die Hintergründe des Aikido, probierten sich in verschiedenen Übungen und sorgten mit Klanginstrumenten für die dazugehörige Atmosphäre.
Wer zwischendurch eine kleine Pause vom künstlerischen Schaffen benötigte, fand bei den beiden Museumsfohlen und am Abend bei Spielen, Lagerfeuer und Stockbrot eine willkommene Abwechslung.

Den krönenden Abschluss bildete am letzten Tag dann eine rundum gelungene Performance durch die verschiedenen Workshopbereiche, die sowohl die Kinder als auch die zahlreichen Eltern zum Staunen brachten.

„Das Museum ist für die Kinder ein einzigartiger Raum, der sie sichtbar inspiriert und viele Freiheiten zulässt“‚ zeigte sich KJR-Geschäftsführerin Martina Lehmann vom Angebot begeistert. „Dass die Kinder selbst bestimmen dürfen, was sie machen wollen, ist sicherlich eines unserer Erfolgsgeheimnisse.“
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