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Chorausflug "Klangfarben Weimar" nach Deidesheim

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Es war wieder soweit! Gespannt warteten alle Chormitglieder, wohin dieses Jahr unser Chorausflug gehen sollte. Nun hat der zweite Vorsitzende, Bernd Veit, uns mit einem Tagesausflug nach Deidesheim überrascht und auch vorbereitet. So saßen wir alle am Sonntag, den 23. 9. 2018 im Omnibus der Firma Wagner und der Himmel gab all den Regen von sich, den er uns im Sommer vorenthalten hatte. So ganz genau wussten wir nicht, wo nun Deidesheim liegt, aber wer einen guten Tropfen schätzt, hatte von diesem schönen Weinort an der Weinstraße zumindest schon gehört und so freuten wir uns auf einen fröhlichen Tag in der Rheinpfalz.
Ein opulentes Frühstückbuffet im Hotel Haus Monika der Familie Gries an der Autobahn, lenkte uns vorerst von dem Regen und nebelverhangenen Straßen ab und hofften auf eine Wetterbesserung. Die zeigte sich prompt mit einem blauen Streifen im Südwesten, als wir gesättigt das Hotel verließen und unsere Plätze im Omnibus einnahmen.
Wir ließen Mannheim links liegen und hinter Lampertsheim begrüßten uns an der Weinstraße nicht nur die ersten Weinrebstöcke, sondern es tat sich ein strahlendblauer Himmel auf. Na, wer sag´s denn!
Deidesheim lag vor uns im Sonnenschein und rechts und links der Straße reihten sich die Weinkellereien mit grünen Fensterläden, bis wir vor dem Weingut Kimich hielten. Nun hatten wir Gelegenheit, in diesem Weingut den Weinkeller zu besichtigen oder einen kleinen Stadtrundgang zu unternehmen. Herr Kimich erzählte nun im Weinkeller von den Weinen in den Stahl- und Holzfässern und manche ließen es sich nicht nehmen, mit einem Schoppen Wein an die Straße zu setzen, um das beschauliche Sonntagsleben in diesem Weinort zu beobachten. Ein Geheimtipp war ein Spaziergang durch die engen Seitengässchen mit den weißgetünchten Häuschen, die mit Weinranken und blühenden Geranien geschmückt waren.
Nach einer kleinen Weinprobe im Verkaufsladen ging es mit dem Omnibus ab in die Weinberge, wo uns der Weinbergführer Ludwig Maier, ein ehemaliger Kollege von Bernd Veit, schon mit einer Klampfe in der Hand erwartete. Bevor es nun mit der Führung losging, wurden die Chormitglieder auf ihre Gesangstauglichkeit überprüft. Wir übten ein „Pälzer Weinlied“ ein, mit der Betonung, dass es ausdrücklich „Palz“ und „Pälzer“ heißt und so hatten wir den Refrain in kurpfälzisch schnell im Griff.
Die anschließende Weinexcursion ging nun durch die sogenannten Forster Spitzenlagen, dessen Weine nach dem königlich Bayrischen Grundsteuergesetz klassifiziert sind. Zur Anmerkung: Die Kurpfalz gehörte bis 1918 zu Bayern.
Ludwig Maier stellte uns den ersten Weinberg vor, eine Rebsorte der „Spätlese Forster Pechstein“. Ein mineralisch gehaltvoller Wein, von dem jeder nun ein Gläschen kosten durfte.
Nun ging es weiter in den „Forster Mariengarten“, dessen Riesling eine Pfirsich- und Aprikosennote zugeschrieben wird. Davon konnten wir uns wieder mit einem Gläschen überzeugen.
Weiter ging es zum „Forster Musenhang“, ein feinfruchtig, duftig nachhaltiger trockener Kabinettwein, für Liebhaber trockener Weine. Auch hier durften wir eine ordentliche Probe zu uns nehmen.
Der nächste Weinberg, Forster Ungeheuer, hat schon Reichskanzler Bismarck gemundet und mit dem Lob „Der Ungeheuer schmeckt mir ungeheuer“ ausgezeichnet. Auch uns schmeckte er ungeheuerlich und ließen uns reichlich einschenken.
Der „Deidesheimer Herrgottsacker“ kam als nächster Weinberg. Vom Charakter als weinig und nachhaltig beschrieben, machte er auch auf uns einen nachhaltigen Eindruck, der sich allmählich in weinige Stimmung äußerte.
Vom Charakter her als Spitzenlage beschriebene Rebsorte folgte am Ende der Riesling „Forster Kirchenstück“. Wer noch nicht genug hatte, durfte auch hier den Wein kosten, den Ludwig Maier großzügig ausschenkte.
In dieser Stimmung griff nun Ludwig Maier in seine Gitarre und es lag bestimmt am Wein, dass nun das „Pälzer Heimatlied“ in seiner Sprache so leicht über unsere Kehle kam und wir in fröhlicher Schunkellaune unsere Weingläser im Takt schwenkten.
Wir merkten nicht, dass sich der blaue Himmel zuzog und im Westen ein Unheil ankündete.
Leicht vom Wein beschwingt fanden wir unseren Bus wieder und es ging nach Deidesheim zur Gaststätte „Zum Schwanen“ in der Weinstraße. Die Wanderung im Weinberg hatte uns hungrig gemacht und der Tag sollte dort einen schönen Abschluss finden.
Natürlich fehlte der „Pfälzer Saumagen“ auf der Speisekarte nicht und so mancher mag dabei an den seligen Altbundeskanzler gedacht haben. Während uns der Saumagen und Flammkuchen schmeckte, ging nun draußen ein Unwetter los, dass uns das Hören und Sehen verging. Wir waren froh, in der gemütlichen Gaststube zu sitzen und es fiel uns leicht, auf eine Wetterbesserung zu warten, um zum Bus zu kommen. So war es auch und bei einem kurzen Regenstop verschwanden wir schnell in den Bus und sahen auf der Heimfahrt zu, wie draußen das Regenwetter tobte.
Spät erreichten wir Niederweimar ohne einen Tropfen auf unser Haupt bekommen zu haben.
Wir danken unserem zweiten Vorsitzenden Bernd Veit für alle Vorbereitungen dieses Ausflugs.
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