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Vladimir die Breitflügelfledermaus

Der erste Kontakt mit der Breitflügelfledermaus.
 
Vorsicht! Die Tiere haben kleine spitze Zähne.
Ich fand "Vladimir" an einem besonders warmen Vormittag auf einem Gehweg. Das Tier bewegte sich kaum noch und lag in der prallen Sonne. Kurzentschlossen holte ich meinen Mann und eine Tiertransportbox. Mit Handschuhen nahm mein Mann vorsichtig das hilflose Tier und wir brachten es zu uns nach Hause. Was nun? Unser Nachbar gab uns einige Hinweise und Informationsmaterial über Fledermäuse. Zwischenzeitlich habe ich im Internet nachgesehen, was als erstes zu tun ist. Also stellten wir die Fledermauskiste an einen schattigen Platz und gaben dem Tier etwas Wasser in einer Schale. Nichts passierte. Nach einer halben Stunde gab ich etwas Wasser auf einen Kaffeelöffel und tropfte es vor das Tier. Langsam fing "Vladimir" an zu trinken. Zwar wenig, aber immerhin ein Lichtblick. Laut unseren Informationen sollte man das Tier gegen Abend auf einen erhöhten, geschützten Platz setzen, damit es wegfliegen kann. Das taten wir auch. Als die Dämmerung einsetzte, konnten wir am Himmel andere Fledermäuse sehen und wir drückten die Daumen. Früh am nächsten Morgen musste ich jedoch feststellen, dass "Vladimir" nicht weggeflogen war. Also musste sie ein ernsthaftes Problem haben. An diesem Tag stand in der Zeitung ein Artikel über Fledermäuse. Als Ansprechpartnerin wurde Frau Mühlbach (Bund Region Hannover) genannt. Sie ist unter der Telefonnummer 0511/660093 erreichbar. "Vladimir" wurde von uns in einem mit Lüftlöchern versehenen Karton im kühlen Keller untergebracht. Am Nachmittag kam ein Mitarbeiter von Frau Mühlbach, der sehr behutsam mit dem Tier umgegangen ist. Er erzählte etwas von der Arbeit mit Fledermäusen, über ihre Pflege, das Verhalten und die verschiedenen Arten. Vollständig genesende Tiere werden später in der Nähe des Fundortes in die Freiheit entlassen.
Einerseits war ich froh, das die Breitfügelfledermaus in kundige Hände übergeben werden konnte, anderseits habe ich mir gewünscht, mehr für das Tier tun zu können.
Leider erhielt ich nach einigen Tagen die Nachricht, das "Vladimir", ein junges Weibchen, nicht überlebt hat. Das Tier war geschwächt, konnte keine Nahrung bei sich behalten und war wohl stärker verletzt, als es zuerst den Anschein hatte.

Eine Fledermaustollwut, die nur durch Bisse übertragen werden kann, konnte ausgeschlossen werden.

Wir waren alle sehr traurig über diesen Verlust. Natürlich stellt man sich die Frage, ob man etwas falsch gemacht hat, aber im Nachhinein können wir sagen, dass wir alle Ratschläge befolgt haben und auch nicht mehr hätten tun können.
Trotzdem haben wir alle um das kleine Wesen getrauert.

Noch einige Informationen:

Breitflügelfledermäuse haben eine Flügelspannweite bis zu 380mm, sie werden bis zu 30g schwer und erreichen ein Alter von ca. 20 Jahren. Ihr Rückenhaar ist langhaarig, fast flauschig, dunkelbraun mit geldbraunen, glänzenden Spitzen, die mal mehr oder weniger ausgeprägt sind. Die Ohren der Breitflügelfledermaus sind mittelgroß und unbehaart. Das Gesicht, die Ohren und die Flügel sind braunschwarz.

* Wenn ein Tier gefunden wird, sollte man es bis zur Dämmerung an einem kühlen, geschützen Ort aufbewahren.
* Wasser anbieten!
* Unbedingt dicke Handschuhe tragen!
* Hilfe bei ausgebildeten Helfern suchen. Adressen stehen im Internet oder können auch über den Tierarzt erfragt werden!
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3 Kommentare
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Corinna Matthes aus Frielendorf | 21.08.2008 | 13:43  
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Marion H. aus Burgwedel | 21.08.2008 | 19:56  
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Marie-Thérèse Ritz-Burgstaller aus Eichenau | 27.08.2008 | 00:46  
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