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Südlich von Gerolstein: Büschkapelle, Grafenkreuz und Königsfichte

  In der Region gibt es einige kleine, interessante Ziele, zu denen ich nach meinem Einkauf einen Abstecher gemacht habe.

Da ist zum einen die Büsch-Kapelle, bei der es sich um eine neugotische Kapelle aus Bruchstein handelt. Sie liegt mitten im Gerolsteiner Wald an einer angeblich legendenumwobener Stätte. Sie ist ein Marien-Wallfahrtskirchlein an Stelle einer von einem Grafenhaus 1681 gestifteten Kapelle.

Von dort aus wollte ich eigentlich zu meinem ursprünglichen Ziel der Königsfichte, doch dazu später. Da die Ausschilderung an der Kapelle fehlte, ging ich auf Gut-Glück zu einer anderen ausgewiesenen Stätte, dem Grafenkreuz und damit in die völlig falsche Richtung.
Das Grafenkreuz befindet sich nur eine kurze Wegstrecke von der Kapelle entfernt und ist aus Sandstein. Der untere Teil ist noch Original erhalten und zwar aus dem Jahr 1680. Der obere Teil wurde 1972 erAuf dem Stein findet man folgende Inschrift:
CARL FERDINAND GRAF VON MANDERSCHEID BLANKENHEIM; GEROLSTEIN, HERR ZU CRONENBURG BETTINGEN UND DHAUN HABEN DAS DENKMAL WEGEN DES GROSSEN UNGLÜCKS ERRICHTEN LASSEN.

Es soll einer wundersamen Rettung zu Ehren aufgestellt worden sein, wonach das gräfliche Paar eine Besuchsreise zu der befreundeten Grafenfamilie nach Burg Kayl machte. Auf der Rückfahrt bat die Gräfin, die von einem unerklärlichen Angstgefühl befallen war, ihren Gemahl, mit ihr auszusteigen und den Rest des Weges zu Fuß zurückzulegen. Der Graf ging auf ihre Bitte ein und sie gingen weiter auf dem Fußweg, der zudem gegenüber des Fahrwegs eine Abkürzung war. Als das gräfliche Paar ein Stück des Weges gegangen war, hörten sie plötzlich Schüsse fallen. Später wurde ihnen erzählt, dass Räuber der Kutsche aufgelauert, sie überfallen und mit Kugeln durchsiebt hatten. Das gräfliche Paar sah es als eine glückliche, göttliche Fügung an, durch die sie dem sicheren Tode entronnen waren.
Aus Dankbarkeit gegen Gott ließ der Graf an der Stelle des Überfalles ein Kreuz errichten. Dieses Kreuz, heute Grafenkreuz im Volksmund Röppelskreuz genannt, steht etwa 200 m hinter der Büschkapelle.

Noch ein wenig mehr steht in diesem Link.

Glücklicherweise traf ich in der Nähe des Kreuzes jemanden, den ich nach der Königsfichte fragen konnte und die "junge Dame" konnte mir auch Auskunft geben. Ich musste also zurück zur Kapelle und von dort aus weiter auf einem gänzlich anderen Weg. Etwa 1 km von der Kapelle entfernt, fand ich dann das erste Hinweisschild ... allerdings ohne Angabe einer Entfernung zum Ziel. So wanderte ich denn mit Molly weiter und es war tatsächlich noch ein nicht unerhebliches Stück berauf zu gehen, zumindest für einen kurzen Ausflug.
Letztendlich kamen wir aber dann auch an und konnten den auf den ersten Blick nicht sehr auffälligen Baum bewundern, der zur Zeit des Wiener Kongresses etwa 1814-1815 sein Wachstum begann und somit über 200 Jahre alt ist. Er steht allerdings schon kurz hinter der Gerolsteiner Grenze auf der Gemarkung der Gemeinde Pelm.
Mit einer Höhe von 48 Meter und einem Stammumfang in Brusthöhe von 4,25 Meter ist er schon imposant anzusehen, auch wenn er unauffällig am Wegesrand steht. Zum Vergleich habe ich Molly einmal mit aufs Foto genommen. Die Daten stammen aus dem Jahr 2009 und angeblich wächst der Baum immer noch. Bergab ging es dann zurück zum Auto.
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6 Kommentare
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 27.03.2019 | 16:38  
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Eugen Hermes aus Bochum | 27.03.2019 | 18:14  
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Peter Müller aus Wallersheim | 27.03.2019 | 20:24  
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Renate Schuparra aus Duisburg | 27.03.2019 | 23:07  
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Romi Romberg aus Berlin | 28.03.2019 | 01:01  
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Peter Müller aus Wallersheim | 28.03.2019 | 09:54  
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