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Die Sage vom Blutkreuz

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Die Sage vom Blutkreuz

Einst war ein Jägersmann selbst am Sonntag zur Jagd gegangen. Mit großer Leidenschaft ging er dem Weidwerk nach. Wie er so im Wald herumpirschte, scheuchte er ein scheues Reh auf, flink sprang dieses hinter das Kreuz und suchte Schutz. Mehrere Male legte der Jäger auf das Reh an, verfehlte aber stets den Schuß. Unwirsch drückte er nun ein letztes Mal ab, direkt auf das Kreuz zielend.

Siehe da - jetzt tropfte rotes Blut aus dem harten Stein. Entsetzt wandte sich der Jäger ab. Er vergaß Reh und Jagd und verließ hastend den ihm unheimlich gewordenen Ort. Zu Hause angekommen, fiel er tot zu Boden. Ein Schlag hatte seinem Leben ein Ende gesetzt. Der Herr hatte den gottlosen Weidmann gestraft.

Noch nach vielen Jahren waren die Blutspuren auf dem Stein zu sehen. Leute mit scharfen Augen wollen sie noch heute feststellen können. Man sagt, bis auf den heutigen Tag jage der Jäger mit seinen beiden Hunden um Mitternacht um das Kreuz. Seine Seele könne keine Ruh finden.

Gut erhaltenes spätgotisches Nischenkreuz. Der schwere Fundamentstein wegen der Hanglage an der Vorderseite ganz freiliegend, hier die Jahreszahl 1542. Das Kreuz selbst ist im Gegensatz dazu am oberen Schaftende in das Jahr 1548 datiert. Der recht stämmige Schaft nur an den Vorderkanten schmal gefast, als Übergang zum quadratischen Querschnitt der beiden Enden die zeittypischen Halbpyramiden. Wie häufig bei den ältesten Nischenkreuzen sitzt das Abschlußkreuz ohne Stamm direkt mit dem Querbalken auf dem spitzgiebligen Nischengehäuse."

(Texte entnommen der Datenbank der Kulturdenkmäler in der Region Trier)

Das erste Mal entdeckte ich den Hinweis "Blutkreuz" auf deiner Übersichtskarte am Wallersheimer Wald und startete in der Nähe bei der Büdesheimer Heiligenkapelle meinen ersten Versuch diesen Ort zu finden. Aber erst im 3. Anlauf hatte ich Erfolg, war ihm aber auch bei den ersten beiden Versuchen verhältnismäßig nahe gekommen; beim 2. Versuch sogar bis etwa 50 Meter. Versteckt und abseits des Hauptwegs steht auf einer Lichtung das "Blutkreuz", zu dem es die oben erwähnte Sage gibt.
In einem sumpfigen Gelände mit mehreren Quellen mit ebenfalls mehreren Schildern "Quelle Blutkreuz" hatte ich viele Wege abgelaufen und war trotzdem nicht fündig geworden. Erst nach einem Gespräch mit einem Wallersheimer der dort ein Waldstück besitzt, wurde ich dann gestern doch fündig.

Nur wenige Meter neben dem Kreuz gibt es ein noch eingezäuntes Gelände, auf dem früher die Franzosen als Besatzer stationiert waren. Heute ist es angeblich in Privatbesitz. Man sieht noch Teile des Doppelzauns, wo zwischen beiden Zäunen Hunde Patrouille liefen und wo die einzelnen Segmente durch Sperren verschlossen oder geöffnet werden konnten.

Es herrschte dort eine friedliche Ruhe, die angenehm ist und die ich hier in der Nähe des Orts manchmal vermisse. Die nächsten Straßen sind weiter entfernt und nicht zu hören; lediglich das Brummen der Flugzeuge nimmt man manchmal wahr.
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Eugen Hermes aus Bochum | 21.03.2019 | 18:09  
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Peter Müller aus Wallersheim | 21.03.2019 | 19:29  
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Romi Romberg aus Berlin | 21.03.2019 | 21:32  
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Renate Schuparra aus Duisburg | 21.03.2019 | 23:10  
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Peter Müller aus Wallersheim | 22.03.2019 | 17:46  
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Gabriele F.-Senger aus Langenhagen | 23.03.2019 | 16:15  
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Peter Müller aus Wallersheim | 23.03.2019 | 19:26  
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