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Vielen Wallersheimern fehlt offenbar das grundsätzliche Umwelt- und Naturverständnis

Der Baumbestand um das Karree ist weitgehend vernichtet, ebenso die Sträucher.
 
Der Baumbestand um das Karree ...
Viele Bilder von mir zeigen die Natur der vielfältigen Schönheit hier in der Eifel und man könnte meinen, hier wäre die Welt noch in Ordnung. Doch es gibt hier zwar noch viel Ursprüngliches und Erhaltenswertes, aber leider existiert hier bei (zu) vielen Leuten kein Auge für das, was noch Schützenswertes vorhanden ist. Jede/r lässt jede/n machen wie er oder sie will und das meist zum Nachteil für die Natur.

In diesem Fall ... weitere folgen evtl. noch ... geht es um großflächige Rodungen und Baumfällungen hier in unmittelbarer Nähe des Ortes. So hatte ich während der Karnevalszeit ein Foto von einer Fläche eingestellt, (siehe hier)  in der der größte Teil einer Strauchlandschaft dem Erdboden gleich gemacht wurde. Leider war das nicht das einzige, denn zeitgleich wurden an vielen Stellen ringsum Sträucher ausgerissen bzw. gerodet und Bäume gefällt in denen sich viele Singvögel aufhielten; unter anderem auch die Goldammer und der Raubwürger, die beide auf der "Roten Liste" stehen.
Ein baumumstandenes Karree mit einem Teil an nützlichem Totholz wurde um geschätzt mindesten 80 % dezimiert. Nicht nur das Landschaftsbild wird sich nach Abfuhr des Holzes drastisch verändern, auch der zuvor existente Windschutz ist damit fast völlig weg, ebenso die Schutzgehölze der Goldammern, die ich dort oft gesehen habe. Auch Rehe und Hasen fanden in den niedrigen Gehölzen am Abend ihre Verstecke.
Aber nicht nur im Wiesental selbst, sondern auch am Südhang des Tals wurden zur gleichen Zeit großflächig von einem Landbesitzer Büsche und Sträucher gerodet und eine dichte und etwa 2-3 Meter breite Hecke am Wegrand völlig dem Erdboden gleich gemacht. Seitdem sieht man dort kaum noch kleine Singvögel, weil die Deckung vor Greifvögeln, Krähen und Elstern nicht mehr vorhanden ist. Diese saßen und sitzen in dem noch vorhandenen schmalen Streifen an Bäumen und Sträuchern um von dort aus ihre Streifzüge über das Tal zu unternehmen. Es ist völlig ruhig im vorderen Teil des Südhangs geworden und Vogelstimmen sind kaum noch zu hören. Auch der Bauer oberhalb genau dieses Hangs hat massiv alle Sträucher an seinem Grundstück gerodet.

Gott sei Dank ist der Biobauer, der die Weiden angrenzend besitzt, diesem Negativ-Beispiel nicht gefolgt. So habe ich ihn auch letztes Jahr gesehen, wie er mühsam die Gehölze zurückgeschnitten hat, so dass sich weder das Landschaftsbild veränderte noch die Singvögel ihre Verstecke und Brutstellen verloren haben. Natürlich bedarf es dieses Rückschnitts, da gerade die Schlehen sich sehr schnell und großflächig ausbreiten.

Doch nicht nur in Ortsnähe auch an den Wirtschaftswegen in Richtung Nachbarort bzw. zum Wald hin wurden die Sträucher radikal entfernt, zum Teil sogar mit Wurzelwerk ausgerissen. Alles erfolgte nahezu zeitgleich und ohne Rücksichtnahme auf die Tiere, die auf solchen Lebenraum angewiesen sind; vor allem eben Singvögel und ihre Nahrung: Insekten.

Es ist mehr als bedauerlich zu sehen, wie immer mehr Natur zerstört wird; sei es aus Eigennutz, Gleichgültigkeit oder Unwissenheit. Viele halten Biolandwirtschaft für überflüssig und doch zeigen mir gerade diese Vorfälle, dass mit der Umstellung auf biologische Landwirtschaft auch ein notwendiges Umdenken stattfindet, das den konventionell wirtschaftenden Bauern offenbar in den meisten Fällen völlig fehlt ... und das nicht nur hier in der Region.
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8 Kommentare
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Constanze Seemann aus Bad Münder am Deister | 07.04.2019 | 19:33  
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Annegret Freiberger aus Menden | 07.04.2019 | 19:56  
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Eugen Hermes aus Bochum | 07.04.2019 | 21:15  
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Siegmund Walter aus Wesel | 07.04.2019 | 21:17  
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Peter Müller aus Wallersheim | 07.04.2019 | 21:25  
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Renate Schuparra aus Duisburg | 07.04.2019 | 22:42  
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Francis Bee aus Hannover-Südstadt | 08.04.2019 | 09:59  
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Peter Müller aus Wallersheim | 08.04.2019 | 17:33  
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