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Umjubeltes 5. Jahreskonzert des Spielmannszuges Vechelde:

Gruppenfoto aller am Konzert beteilgten Musikerinnen und Musiker
 
Die Percussiongruppe in Aktion
 
André Löper beim Schlagzeug-Solo
VECHELDE Das Jahreskonzert des Spielmannszuges Vechelde hat in der Vechelder Kulturlandschaft seinen festen Platz gefunden. Bereits zum fünften Mal hatten die Spielleute am 03. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, zu diesem musikalischen Highlight eingeladen. „Wir feiern heute ein kleines Jubiläum!“ – freute sich Martin Robeck, seit 24 Jahren 1. Vorsitzender des Spielmannszuges, deshalb auch bei der Begrüßung der Gäste und Ehrengäste im vollbesetzten Saal des Bürgerzentrums.
Bürgermeister Hartmut Marotz, betonte in seinem Grußwort, gern habe er erneut die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen. Die Gemeinde könne sich glücklich schätzen, einen solch leistungsfähigen Spielmannszug in ihren Grenzen zu beherbergen. Die von den Musikerinnen und Musikern intonierten Musikwerke hätten in den letzten Jahren ein beachtlich hohes Niveau erreicht. Der Spielmannszug trage großen Anteil daran, dass die Gemeinde Vechelde weit über die Grenzen der Braunschweiger Region hinaus bekannt sei, „zumal Sie ja auch das Wappen der Gemeinde im Ihrem Vereinswappen führen!“ Die Gemeinde werde den Spielmannszug auch weiterhin unterstützen, versicherte er. Ein Präsent zum Konzert-Jubiläum habe er zwar nicht direkt mitgebracht, meinte Marotz. „Die Gemeinde wird aber während der Wintermonate mit eigenen Kräften die Ihnen von dritter Seite übereigneten Bühnenelemente restaurieren, „salonfähig“ herrichten und deren Lagerung übernehmen!“ versprach er.
Ortsbürgermeister Horst Hartmann schloss sich dem Glückwunsch zum Konzert-Jubiläum an. „Der Bürgermeister hat die Schirmherrschaft übernommen, aber der Ortsbürgermeister bringt die Kohle mit!“ scherzte er und überreichte ein „Flachgeschenk“. Robeck zeigte sich über beide Präsente hoch erfreut und versicherte, dass die Bühnenelemente selbstverständlich später auch von der Gemeinde selbst und anderen Vereinen genutzt werden könnten.

Zweistündiges Konzertprogramm

Dann gab er das Mikrofon an Michael Koch ab, der mit launigen Worten durch das neue, abwechslungsreiche Programm führte und den Konzertbesuchern Wissenswertes, Interessantes oder auch Lustiges über die in Doppelblöcken vorgetragenen Musikdarbietungen, die Komponisten und Arrangeure zu berichten wusste und mit seinem trockenen Humor manchen Lacher provozierte.
Das Kommando übernahm nun aber wieder die Musikalische Leiterin des Spielmannszuges, Elif Deniz, die die 29 Musikerinnen und Musiker mit ihrem Taktstock jederzeit im Griff hatte und sie sicher durch das etwa zweistündige Konzert dirigierte. Obwohl es gar manche musikalische Klippe zu umschiffen galt, und der Konzertverlauf auch für die Spielleute wegen der häufigen Takt- und Tempowechsel, sowie der rhythmisch und dynamisch völlig unterschiedlichen Darbietungen viel Abwechslung bot, konnte man merken und sehen, dass alle Beteiligten mit viel Spaß und Freude zu Werke gingen. Das Publikum wusste es zu würdigen. Zwischen den einzelnen Musikblöcken gab es immer wieder lang anhaltenden Beifall.
Mit der Polka „Anneliese“ und dem „Kadettenmarsch“ von Sousa stellten sich die Musiker noch in bewährt gewohnter Manier vor. „Rhythmisch heiß her ging es dann aber bei „Marmor, Stein und Eisen bricht“. Dominiert wurde die dargebotene Version dieses Evergreens von den Bongos, die von Nils Maushake mit „reichlich Pfeffer im Blut“ (so eine Konzertbesucherin) gespielt wurden. Zur „Erholung“ für Zuhörer und Aktive wechselten sich im Laufe des Konzertes flotte Rhythmen mit ruhigen moderaten Weisen wie beispielweise „Jupiter Hymn“ von Gustav Holst und der irischen Volksweise „Irish Tune from County Derry“ ab, deren stilgerechte Interpretation eine gefühlvolle Spielweise und Umsetzung der dynamischen Elemente und des mäßigen Tempos sowie der bewusst gesetzten derb klingenden Dissonanzen einerseits und lieblichen Harmonien andererseits voraussetzt, um so die raue Natur und den lieblichen Charme der Grafschaft Derry wiederzu-spiegeln.
Beim „Carillion“ steigerte sich das Orchester einfühlsam vom Piano bis zum Fortissomo, bei dem vor allem die von Daniel Robeck gespielten Kesselpauken das Klangvolumen des Orchesters eindrucksvoll verstärkten. Mit dem für Spielleute-Orchester arrangierten Klarinettenkonzert „The New Amadeus“ von W. A. Mozart und der Filmmusik aus Winnetou lieferten die Vechelder Musikanten endgültig den Beweis, dass es auch mit dem Instrumentarium eines Spielmannszuges möglich ist, warme Klangfarben zu erzeugen und einfühlsame sehnsuchtsvolle Melodien zu malen. Hierbei spielten sich vor allem die Flötisten überzeugend in den Vordergrund, allen voran die Solistinnen Tina Möbius (Altflöte), Susanne Löper (Sopran 1) sowie Sabrina Löper und Madlen Haase (Marimbaphon).

Begeistertes Publikum interaktiv eingebunden

Das gesamte Orchester setzte die ruhigen beschwingten Weisen ebenso souverän um wie das Wolfgang Petry-Medley, bei dem das Publikum bei den „Gesangspassagen“ kurzerhand interaktiv eingebunden wurde, den DJ-Ötzi-Titel „Einen Stern, der deinen Namen trägt (Disco-Beat) und den südamerikanischen Rhythmus des „Eldorado Baion“, beim dem besonders die Percussiongruppe glänzte.

Klangexplosionen und Rhythmikfeuerwerk

Dass sich das noch steigern ließ, präsentierten die Drummer ein-drucksvoll mit einem Rhythmik-Feuerwerk im Sambatakt beim Drum-Solo No. Green, bei dem André Löper am Schlagzeug-Set zu überzeugen wusste. Wie vielseitig vor allem auch die jüngsten Spielleute bereits ausgebildet sind, lässt sich an den ständig wechselnden Solisten am Marimbaphon ablesen: Madlen Haase, Sabrina Löper, Nina Conrad und Franziska Wanner standen ihrer Ausbilderin Marion Margalle da kaum nach. Sie sind allesamt auch Flötistinnen.
Mit Flötensoli bzw. Duetten glänzten Monika Maskut, Melanie Margalle, Sabrina Löper und Susanne Löper (alle vier Sopran), sowie Tina Möbius, Sara Deraz, Silvia Grasberger (alle drei Alt) sowie Bettina Deniz (Tenor).
Beim Marsch „Wien bleibt Wien“ von Johann Schrammel mit melodiösen Passagen und dem von Marimbaphon und Kesselpauken dominierten fulminanten Finale klatschten die Zuschauer begeistert mit. Romantische Stimmung kam auf, als beim letzten Musikstück, dem wohl bekanntesten Titel der Schürzenjäger, „Sierra Madre del Sur“ die Lichter im Saal verlöschten und die zuvor verteilten Knick-Lichter geschwenkt wurden. Eine Herausforderung für die Musiker war der ungewohnte 6/8-Takt, den sie jedoch bravourös meisterten. Das begeisterte Publikum ließ die gut gelaunten aber erschöpften Musiker erst nach mehreren Zugaben - darunter auch das zuvor um-jubelte Drum-Solo - von der Bühne.
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