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Öl-Bohrungen: Anwohner weiter skeptisch - Firma CEP musste sich in Pudagla kritische Bürgerfragen gefallen lassen.

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Usedom: Der Versammlungsraum im Pudaglaer Schloss platzte aus allen Nähten. Zur Informationsveranstaltung im Vorfeld der geplanten Öl-Bohrungen unweit der Gemeinde am Achterwasser waren am Freitagabend so viele Einwohner gekommen, dass einige Besucher den Erläuterungen der ausführenden Firma Central European Petroleum (CEP) sogar draußen vor der Tür lauschen mussten.Dabei wurde eines schnell klar: Die Fachleute wollen die Anwohner mit ins Boot holen. ?Wir wollen Ihnen ein guter Nachbar sein?, erklärte Geologe Dr. Thomas Schröter. Warum Pudagla? ?Aufgrund der Bohrergebnisse aus den von Erdöl und Erdgas Grimmen (EEG) durchgeführten Bansiner Bohrungen erwarten wir, auf Rohöl ähnlicher Qualität zu stoßen, wie es in den 80er Jahren in dieser Gegend bereits gefördert wurde?, so Schröter. ?Dass wir Öl finden, ist also nicht die Sensation ? sensationell wird es sein, wenn wir es fördern können.? Vielen Pudaglaern brannten vor allem zwei Themenschwerpunkte unter den Nägeln: Sicherheit und möglicher Gewinn für die Gemeinde. Man müsse mit lediglich 10 Lkw-An- und Abfahrten pro Tag rechnen, so Schröter. Darüber hinaus werde es eine Baustellenbeschilderung sowie eine temporäre Ampel geben ? ein entsprechender Antrag sei gestellt worden. Darüber hinaus habe jede Bohranlage ein sogenanntes ?Safety Case? aufzuweisen, worin unter anderem genau festgelegt ist, welche Maßnahmen im Notfall zu ergreifen sind.Dennoch: Er sei nach wie vor der Meinung, dass Ölförderungen in touristischen Gebieten nicht unbedingt sein müssten, sagte Pudaglas Bürgermeister Fred Fischer: ?Im Übrigen hätte ich mir so eine Informationsveranstaltung vor genau einem Jahr gewünscht.? Dann hätte man gemeinsam nach einem geeigneteren Bohrplatz suchen können: ?Die jetzige Stelle an einem stark frequentierten Wanderweg, in direkter Nähe zum Achterwasser und inmitten unberührter Natur ist alles andere als optimal.? Auch den Hinweis, dass die Gemeinde von Gewinnen aus der Körperschaftssteuer partizipieren könnte, wies Fischer zurück: ?Wir machen uns keine Hoffnungen, dass wir davon in den kommenden Jahren etwas abbekommen. Das geht doch gleich ans Land ? und Schwerin ist weit weg.? Zur besseren Transparenz würden regelmäßig ?Tage der offenen Tür? angeboten, versprach Thomas Schröter. Dann könnten die Pudaglaer in Gruppen (etwa 10 bis 15 Leute) den Bohrplatz besuchen und mit den Experten ins Gespräch kommen. Ganz im Sinne einer guten Nachbarschaft...So geht es jetzt weiterIn dieser Woche soll das Bohrgerät bei Pudagla aufgestellt werden (Bohrstrecke tief plus weit insgesamt 3475 m).
Mitte Juli beginnen die Aufsuchungsbohrungen ? diese dauern etwa sechs Wochen.
Täglich 24 Stunden wird am Bohrplatz gearbeitet. Lärm- und Lichtstörungen sind laut CEP marginal (elektrische Bohrungen).
Ölfunde: Die Proben werden im kanadischen Firmenstandort Galgary bis Mitte 2012 untersucht. Bei positiven Befunden soll bis Mitte 2013 ein neuer Antrag auf Fördererlaubnis gestellt werden.
Kein Öl: Das Gelände wird wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt.
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