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Ferienhäuser: Usedomer hoffen auf Signalwirkung von Urteil - Eine Entscheidung des Schweriner Verwaltungsgerichts untersagt Feriendomizile in reinen Wohngebieten. Auch Usedomer hoffen jetzt auf Besser

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Usedom: Etwa 200 Kilometer liegen zwischen den zwei Inseln Poel und Usedom. Mehr als nur die Lage am Meer vereint beide Regionen der Tourismus. Und ein Problem: Ferienhäuser in Wohngebieten. Erfolgreich setzten sich die Anwohner neuer Wohngebiete in Nordwestmecklenburg jüngst vor dem Schweriner Verwaltungsgericht durch. In reinen Wohngebieten ist keine Ferienhaus-Vermietung erlaubt, hieß es im Urteil. Sofortige Nutzungsuntersagungen für die Urlaubsvermieter werden in diesen Tagen auf die Insel Poel geschickt. Ein Urteil, das auch Folgen für Ostvorpommern hat??Viele machen nicht das, was der B-Plan vorschreibt?, sagt der Zinnowitzer Bauamtsleiter Reinhard Garske. Zuletzt gab es Ärger im B-Plan-Gebiet Salzhorstweg. Dort besteht die Möglichkeit, eine Ausnahme zu erteilen, also neben den eigenen Räumen eine Ferienwohnung im Haus zu vermieten. In einigen Fällen wurde der gesetzte Rahmen überschritten, wurden gleich mehrere Wohnungen vermietet. ?Deshalb gibt es auch andere Bebauungspläne, wo so etwas schon im Vorfeld ausgeschlossen wurde, weil sich die Leute nicht dran halten und zu viel vermieten?, berichtet Garske. Wenn dieses Problem auftaucht, kann die Gemeinde nur kontrollieren und muss die weiteren Schritte dem Kreis überlassen. ?Die Durchsetzung ist natürlich ein Problem, denn Verwaltungsrecht ist eine langwierige Geschichte?, gibt der Bauamtsleiter zu bedenken. Letztendlich bedeute das Urteil für die Gemeinde nichts Neues. ?Jetzt hat nur mal einer geklagt. In den Ämtern hören nun viele davon. Und wo es zu Unmut führt, werden die Landkreise vielleicht stärker Druck ausüben.? Kreis-Baudezernentin Jutta Scheiwe sieht keine unmittelbaren Auswirkungen des Urteils auf die Situation Usedoms. Es beziehe sich auf einen längst getroffenen Beschluss des Oberverwaltungsgerichts. Das Problem unzulässiger Ferienwohnungen kräpelt auch über das Baudezernat hinaus. ?Wir warten die Rechtsprechung der Präzedenzfälle ab.? Zurzeit erwarte man die Urteile in zwei Fällen, in denen Eigentümer auf der Insel mehr Wohnungen vermietet haben sollen, als ihnen die Ausnahmeregelungen zugesagen. Das nachzuweisen und auch Nutzungsuntersagungen zu überprüfen, sei schwierig. ?Im Moment sind es etwa 15 solcher Fälle, die wir auf der Insel haben?, sagt Scheiwe. Schwerpunkte gebe es nicht. ?Die Fälle treten da auf, wo die Ausnahmen erteilt wurden.? Umgekehrt habe man viel öfter den Fall, dass in Sondergebieten dauerhaft gewohnt wird. Etwa 50 Mieter wurde deshalb zuletzt angeschrieben.
Die Baudezernentin versteht den Unmut der Einwohner über die Ferienwohnungen, egal ob auf Poel oder Usedom: ?Es bewegt natürlich alle, die an der Küste leben.? Immer wieder ärgern sich Inselbewohner über den Bau unzähliger Feriendomizile. Sie kritisieren das Verhältnis zwischen Einwohnern und Gästebetten. Auch das Oberverwaltungsgericht Greifswald stimmte in einem Urteil bereits zu, dass die Wohnqualität von Einheimischen unter Urlaubern leidet, denn die hätten einen anderen Tagesrhythmus.Der Zinnowitzer Kurt Rühl beschäftigt sich seit langer Zeit mit dem Problem. Er findet es richtig, ?wenn endlich ein Gericht untersagt, in laut Bebauungsplan reinen Wohngebieten Wohnungen oder Häuser komplett und ausschließlich als Ferienunterkünfte zu vermieten.? Auch wenn das Urteil nicht unmittelbar die Probleme in Zinnowitz betrifft, hofft Rühl jetzt darauf, ?dass statt billiger ,Ferienwohnungs-Zweckbauten? wieder mehr anspruchsvolle, ins Ortsbild passende Häuser für Dauerbewohner errichtet werden.? Gern auch mit Einliegerwohnungen für Feriengäste.Es gibt mehr Fälle, wo in Sonder- gebieten dauerhaft gewohnt wird.?Kreis-Baudezernentin Jutta ScheiweDas Urteil ist nichts Neues für uns. Jetzt hat nur mal einer geklagt.? Bauamtsleiter Reinhard Garske
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