TSV-Dollbergen-Chef Jürgen Buchholz: Spätestens im Sommer soll alles fertig sein

Jürgen Buchholz im Heizungskeller des Vereinsheims, die Heizzentrale hat der TSV bereits wieder in Betrieb genommen. | Foto: Schiller
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  • Jürgen Buchholz im Heizungskeller des Vereinsheims, die Heizzentrale hat der TSV bereits wieder in Betrieb genommen.
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Seit 1991 ist Jürgen Buchholz Bürgermeister von Dollbergen, seit 1999 ist er zudem Vorsitzender des örtlichen Turn- und Sportvereins. Im Interview spricht er über seine Erinnerungen an die Nacht auf den 5. Juni, in der das TSV-Vereinsheim abgebrannt ist. Der Wiederaufbau ist mittlerweile im vollen Gang.

Anfang Juni dieses Jahres haben Brandstifter dafür gesorgt, dass das TSV-Vereinsheim abbrannte. Auch eine Fassade des Sanitärgebäudes, dass 2009 in Eigenleistung gebaut worden war, wurde in Mitleidenschaft gezogen. Wie erinnern Sie die Brandnacht? Was haben Sie gedacht, was getan?

Ich war nach unserem Platzwart als zweiter am Tatort und war zutiefst bestürzt und fassungslos, total geschockt. Ich versuchte noch mit einem Feuerlöscher im Bereich des Kellers zu löschen, aber das war vergebens. Ich habe mich gefragt, wer hat das getan, warum hat er oder sie das gemacht? Nicht nur das Gebäude, auch die gesamte Geschichte des TSV 09 wurde vernichtet, die vielen ehrenamtlichen Stunden der Vereinsmitglieder, die diese Anlage so toll gebaut und gepflegt haben, wurden ausgelöscht.

Mit dem Geschäftszimmer im Vereinsheim ist auch die Versicherungspolice abgebrannt. Wie hat denn die Versicherung auf Ihren Anruf und den Brandschaden reagiert? Gab es Probleme?

Schon am Montag gab es einen ersten Ortstermin. Wir konnten sofort mit den Renovierungsarbeiten am Neubau beginnen. Es gab eigentlich zu keiner Zeit Differenzen mit dem Handling und der Zusammenarbeit, es war fast immer Einvernehmlich und nach einigen Verhandlungsrunden sind wir zu einem guten Ergebnis gekommen.

Es fällt auf, dass seit dem Brand relativ viel geschehen ist, der Wiederaufbau ist im vollen Gang. Seit Anfang September läuft sogar der Spielbetrieb durch neue Duschen und Umkleiden wieder einwandfrei. Wie schaffen Sie das so schnell?

Wir haben sehr schnell die Bedürfnisse analysiert und festgestellt, dass wir schnellstmöglich den Spiel- und Trainingsbetrieb sicher stellen müssen. Das bedeutete für uns, der Keller im Neubau muss ausgebaut werden. Uns wurde schnell und unbürokratisch seitens des NFV/DFB, Toto-Lottostiftung und auch der hiesigen MRD auf unser Gesuch hin finanziell geholfen, den Rest mussten wir selbst aufbringen.

Der TSV Dollbergen hat eine lange Geschichte, wurde 1909 gegründet. Auch Pokale, Urkunden und Originalprotokolle sind beim Brand vernichtet worden. Wie hoch ist der ideele Schaden für den Verein?

Den ideellen Schaden kann man nicht beziffern, die Erinnerungen, die mit den Pokalen, den Urkunden verloren gegangen sind, das ist sehr schmerzlich für uns alle. Für mich ist der Verlust des Vereinsheim, die Heimat der Sportler, der Treffpunkt zum Klönen und Austausch der Mitglieder untereinander, das heftigste an dieser Brandstiftung.

Gewähren Sie uns einen Blick in Ihre Planung: Wann soll das neue Vereinsheim fertig sein? Welche Schritte sind bis dahin noch nötig?

Wir wollen spätestens zum Sommer 2012 fertig sein, nach Möglichkeit eher.
Ich benötige zum Baubeginn noch eine Mitgliederentscheidung zur Finanzierung. Die Planung steht und sieht eine Verbesserung vor, wir bauen nach neuen energetischen Aspekten und wir erwarten den Baubeginn noch in diesem Jahr.

Allgemein zum TSV: Was zeichnet den TSV Dollbergen in Ihren Augen aus?

Wir sind ein Mehrspartenverein mit knapp 800 Mitgliedern. Bei großen Veranstaltungen wie zum Beispiel unserem Jubiläum im Jahr 2009, konnte man die Gemeinsamkeiten und das Gefühl der Gemeinschaft geradezu spüren.

Wo sehen Sie den TSV in zehn Jahren?

Wir bemühen uns, unsere Aktivitäten aktuell und den Bedürfnissen der Mitglieder anzupassen, das wird auch in unseren Planungen zum Neubau deutlich.

Sie sind auch Ortsbürgermeister von Dollbergen: Was macht den Ort lebenswert? Und was könnte besser werden?

Unser Bahnhof und damit die sehr gute ÖPNV Verbindung nach Hannover und Wolfsburg. Die Versorgung durch Kindergarten und Schule macht den Wohnstandort für viele junge Familien interessant. Was besser werden könnte ist natürlich die Park-and-ride-Anlage auf beiden Seiten des Bahnhofs. Ein besser ausgebautes Radwegenetz in den Raum Peine sowie in die Gemeinde Uetze wäre wünschenswert.

myheimat-Team:

Annika Kamissek aus Bad Münder am Deister

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