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Uetzes Ortsbürgermeister Hartmut Schulte: "Es verblüfft mich, wie viele Leute plötzlich mit anpacken"

Hartmut Schulte mit seinen beiden Enkelinnen Merle und Lotta. (Foto: H. Schulte)
Hartmut Schulte, Ratsvorsitzender und Ortsbürgermeister von Uetze, spricht im myheimat-Interview über die NDR-Tour "Stadt auf Zack", den gemeinnützigen Verein "Uetze blüht auf" und verrät, welche schönen Ecken er Touristen zeigen würde.





Wenn jemand überlegt, ob er mit seiner Familie nach Uetze ziehen soll: Mit welchen Argumenten würden Sie für Uetze werben?

Schauen Sie einmal auf eine Landkarte, nehmen Sie einen Zirkel, stellen den Winkel auf etwa eine halbe Stunde Fahrt mit dem Auto und ziehen dann einen Kreis um Uetze. In dieser Kreisfläche finden Sie Städte wie Celle, Wolfsburg, Gifhorn, Braunschweig, Peine, Lehrte, Burgdorf und Hannover. Ich möchte nirgendwo anders wohnen als in Uetze, aber für einen Besuch in einem dieser Orte nehme ich mir immer gerne Zeit. Kurz gesagt: Uetze hat eine ausgesprochen zentrale Lage zwischen vielen attraktiven Städten, die schnell zu erreichen sind, und bietet außerdem alle Vorteile und Annehmlichkeiten des Landlebens. Das Leben in Uetze ist ruhiger, die Einkaufsmöglichkeiten, die Arztversorgung und die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr sind für ein Dorf nahezu perfekt. Aber nicht nur das! Für junge Familien gibt es Grundstücke, Häuser und Wohnungen zu attraktiven Preisen, Kindergärten und alle Schulformen von der Grundschule bis zum Gymnasium sind im Ort vorhanden – und das in einem Ort mit etwa 7500 Einwohnern. Ich finde das vorbildlich.

Was könnte in Uetze noch besser werden?

Die bessere finanzielle Versorgung durch Bund und Land, aber das ist ja ein Problem, das fast alle Kommunen trifft, und bei dem man wohl vergebens hofft. Nein, im Ernst: Bei uns im Dorf kann jeder glücklich sein, denn das, was die Verwaltung an finanziellen Mitteln zur Verfügung hat, wird von Rat und Verwaltung sinnvoll und „bürgergerecht“ angelegt. Sicherlich hätte manche Straße noch Ausbesserungen nötig. Aber ist es nicht viel wichtiger, Geld in Projekte zu stecken, die unseren Kindern, Jugendlichen und Senioren helfen oder die zur Verbesserung unserer Umwelt beitragen? Und wenn die Kommune an die Grenze ihrer finanziellen Möglichkeiten stößt, hilft das Engagement der Bürger weiter. Ich denke hier ganz besonders an unser Freibad und seinen Förderverein, aber auch an eine Hauptschulklasse, die mit großem Elan die verwitterten Grabsteine einiger Zwangsarbeiter gereinigt hat, die kurz vor Kriegsende in Uetze durch einen Bombentreffer ums Leben gekommen sind.

Welche schönen Ecken von Uetze würden Sie Touristen zeigen?

Ich würde mit ihnen in die Uetzer Herrschaft gehen. Dieses Waldgebiet an den Flüsschen Erse und Fuhse ist ein so schöner und ruhiger Flecken Erde, dass dort sogar einer der wenigen Friedwälder in Niedersachsen angelegt worden ist. Ich würde es aber nicht bei einem Waldspaziergang bewenden lassen. Wenn die Besucher mit Kindern erscheinen würden, wäre ein Besuch im Ersepark mit seinen vielen Attraktionen Pflicht, und sollte es sich um Touristen handeln, die campen wollen, würde ich ihnen einen der schönsten Campingplätze Niedersachsens am Irenensee zeigen. Oder ich würde mich einfach mit den Besuchern am frühen Morgen auf einen Bootssteg am Spreewaldsee setzen und zusehen, wie ein neuer Tag erwacht.


Gibt es noch Uetzer Veranstaltungen in diesem Jahr, auf die Sie sich besonders freuen?

Ja, da gibt es noch so einiges. Zum Beispiel die Feier zum 20-jährigen Bestehen der Partnerschaft mit Frohburg, zu der wir mit zahlreichen Uetzer Bürgern in einem Bus fahren werden. Ich freue mich auch auf Theateraufführungen der Bretterwelt und die Konzerte unserer Chöre und den Uetzer Herbsttreff, den der Ortsrat in diesem Jahr mit einem großen Uetzer Autohaus gemeinsam durchführen wird. Am schönsten für mich sind die zahlreichen goldenen und diamantenen Hochzeiten, bei denen ich gratulieren darf, und die Besuche bei Senioren zu runden Geburtstagen. Dabei erlebt man die ganze Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit, die unseren Ort auszeichnet.

Sie sind auch Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins "Uetze blüht auf". Seit wann gibt es den Verein, was zeichnet ihn aus und was hat er sich auf die Fahnen geschrieben?

Den Verein gibt es seit drei Jahren. Gegründet wurde er, weil wir im Ortsrat zwar viele gute Ideen für Projekte hatten, uns aber das nötige Geld fehlte. So haben wir einfach eine der Aufgaben eines Ortsrates – nämlich die Pflege des Ortsbildes – teilweise ausgegliedert und sind dank der Mitgliedsbeiträge und Spenden in der Lage, den Ortskern mit Pflanzen attraktiver zu gestalten. Da die Pflege der Blumen mehr oder weniger in einer Hand liegt, ist der Umfang der Bepflanzungs- und damit der Betreuungsmaßnahmen leider etwas eingeschränkt.

In diesem Jahr gab es schon eine Bepflanzungsaktion von "Uetze blüht auf". Was haben Sie für den Winter geplant?

Nichts, da ist Winterpause, die Geranienkästen werden abgenommen und gereinigt. Die einzige Aktion im Winter ist unsere Mitgliederversammlung in den ersten Monaten des neuen Jahres. Aber im Frühjahr geht es dann wieder los…

Im Juli machte NDR 1 Radio Niedersachsen mit der Sommertour „Stadt auf Zack“ Stopp in Uetze. Wie haben sich die Uetzer in Ihren Augen präsentiert?

Eine tolle Sache war das. Es verblüfft mich immer wieder, wie viele Leute plötzlich mit anpacken und voller Freude mit dabei sind. Wenn wir diese hochmotivierte Menge auch für Arbeiten in unserem Freibad gewinnen könnten, wäre das optimal. Ich möchte auf diesem Wege noch einmal alle Interessierten bitten, sich freiwillig einige Stunden pro Monat unserem Freibad zu widmen, und die Mitglieder des Fördervereins tatkräftig zu unterstützen.

Seit zwei Jahren schreiben Bürgerreporter aus Uetze auf myheimat.de, dem Mitmachportal des Anzeigers. Was halten Sie von dem Projekt?

Ich finde die Idee sehr gut und lese die Beiträge gerne und regelmäßig, muss allerdings sagen, dass ich mit dem Wort „myheimat“ leichte Probleme habe. Ich liebe klare Begriffe. Also: entweder deutsch oder englisch, aber kein Mischmasch.

In anderen Kommunen haben Politiker schon Anregungen aus dem myheimat-Portal aufgegriffen. Ist das auch für Uetze denkbar?

Anregungen und Wünsche nehmen wir immer dankbar entgegen. Leider scheitern gute Ideen oft an Kleinigkeiten, die dem Bürger nicht bekannt sind und die er oftmals auch nicht versteht. Von all den guten Vorschlägen, die in dem Portal gemacht werden, sollte ein Viertel realisiert werden können. Das wäre schon ein echter Erfolg.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Magazin Uetze | Erschienen am 01.10.2010
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