Hüh und Hott in Niedersachsen - Ende gut - alles gut ?

Familie Ngyuen aus Hoya bei Nienburg hat wohl Glück das sie nach 19 Jahren eine Lobby hat. Natürlich sind die Umstände der Einreise/Einschleusung vor langer Zeit offenbar dubios gewesen. Falsche Personalien gegenüber den Behörden anzugeben ist auch nicht gerade toll.

- Die andere Seite jedoch ist, dass die Familie diesen Umstand vier Jahre später korrigiert hat und heute in 2011 eine Teilhabe in unserer Gesellschaft gefunden hat und : offensichtlich wohl integriert ist.

- Gerade ist von der Bundesregierung die Vertragsunterzeichnung mit der Türkei vor 50 Jahren mit der "Zuwanderung von Gastarbeitern" gefeiert worden.

Der harte Kurs der niedersächsischen Landesregierung - ich muss davon ausgehen, dass das ganze Kabinett davon gewusst hat - ist nicht im Sinne einer christlichen Wertevorstellung.

Selbst das umstrittene Kirchenasyl der vergangen Jahre hat die Granden der Entscheidungsebene nicht wirklich umstimmen können.

Das Bleiberecht der Tochter Ngoc Lan wurde wegen ihrer postiven Prognose als Teil unserer Gesellschaft befürwortet. Der Rest der Familie wird abgeschoben. - Wie grotesk !!

Die HAZ (Hannoversche Allgemeine Zeitung) hat heute gut über den Fall berichtet und ich schätze die seriöse Recherche dieser Zeitung.

Die Bundesrepublik hat es in den vergangenen Jahren, genauer: in den späten Nachkriegsjahren, versäumt eine klare Einwanderungspolitik mit Regeln zu formulieren.

Die Gründe liegen in dem verschuldeten Weltkrieg mit all seinem Leid gegenüber anderen Völkern und der Religionsgruppe der Juden.

Beim Wiederaufbau der Republik sind schließlich die "Gastarbeiter" ins Spiel gekommen.

Spätestens an dieser Stelle wäre eine klare Entscheidung nötig gewesen. Eine solche richtungsweisende Direktive wäre für die nachfolgenden Generationen und das Gesellschaftsverständnis in Deutschland hilfreich gewesen.

Die Chance wurde immer wieder vertan.

Erst mit 2006 - Fußballweltmeisterschaft in Deutschland - ist das Selbstbewusstsein der Deutschen auf natürliche und sportliche Art und Weise wieder erwacht.

Die Menschen haben sich getraut, Deutsche Fahnen aus den Fenstern zu hängen. Viel früher hätten wir Deutsche ein gesundes nationales Selbstbewusstsein (siehe Frankreich) gebraucht.

Und dieses Selbstverständnis und Selbstbewusstsein wäre für eine frühe Einwanderungspolitik gut gewesen. Jetzt ist die Zeit sehr weit fortgeschritten und es wird immer schwieriger auf diesen Handlungsfeld gerecht zu agieren.

Wir werden uns damit abfinden müssen, dass es immer wieder Grauzonen gibt die einen deutlichen Unterschied zwischen Aktenlage und gelebter Integration aufzeigen.

Die Zurückholung der Familie Ngyuen hat mich auch erstaunt. Vom Gefühl her finde ich es richtig. - Nur der Umweg war unnötig.


P.S:

In Berlin gibt es übrigens einen Verein mit Namen: "Typisch Deutsch". Hier sind ca. 25-30 Mitglieder vertreten. Es sind alles junge Menschen deren Eltern hier als Fremde, als "Ausländer", in die Bundesrepublik gekommen sind.

Sie setzen sich für die Förderung, die Teilhabe von Zuwanderern in unserer Republik ein. - Und einen wichtigen Unterschied haben sie sich zum Ziel gemacht. Sie sprechen nur noch von:


Neu-Deutsch und Alt-Deutsch


Das erinnert mich ein wenig an die neuen Bundesländer. Hier hat nach 1989 unsere innerdeutsche Integration stattgefunden. Auch sie haben den gleichen Personalausweis wie die meisten Bewohner unseres Landes !

Wir sollten sorgsamer mit menschlichen Schicksalen umgehen: so ist meine Erkenntnis aus der Berichterstattung der letzten Tage in der Zeitung.


Thomas Faßbender
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 16.11.2011 | 16:51  
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