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Historische Siedlung Wackerwinkel

Fachhallenhaus in Wackerwinkel, Westseite.
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Das Dorf Wackerwinkel an der Fuhse gehört zur Gemeinde Uetze. Die Ortschaft am Ostrand der Gemeinde besteht aus drei Höfen. In der ehemaligen Kiesgrube nördlich davon unterhält der Nabu (Naturschutzbund) ein Biotop.
In einem Verzeichnis aus dem Jahr 1564 werden die Zehntpflichtigen aufgeführt. Der Zehnt, das war damals der Teil des Ernteertrags, den die Bauern ihrem Lehnsherren abgeben mussten. Die damaligen Besitzer der Höfe waren Henni Denecken, Tyle Katenhußen und Martten Hauwers. Als Zehntherren werden die Vogtei Celle und das Haus von Saldern angegeben, für das Haus Meinersen müssen Dienste geleistet werden.
Anmerkung dazu von Peter Doms: "Hinsichtlich der Lehen in Wackerwinkel habe ich andere Information vorliegen. Danach trug nach Urkunden des Bischofs von Hildesheim aus den Jahren 1265 und 1289 dieser die Lehen über das Gebiet. Aber vielleicht haben ja in den späteren Jahren die Herrschaften gewechselt."
Das Denecken-Gehöft wird auf das Jahr 1679 datiert, in dem es ein Jürgen Winkelmann bauen ließ.
Das ältestes Haus in Wackerwinkel ist über 400 Jahre alt. Das Zweiständer-Fachhallenhaus gilt nicht nur als das älteste Gebäude der Gemeinde Uetze sondern der ganzen Region der südlichen Lüneburger Heide. Das bezeugt auch die Inschrift des Hausbalkens auf der Ostseite:
„Marten Hauvers heft düt Hus durch Hans Dannenberg laten buwen Anno 1596“.
Es handelt sich hier, wie schon erwähnt, um ein Zweiständerhaus, das heißt, das Dach ruht auf zwei Reihen von mächtigen Holzständern, die in der Mitte die Halle (Diele) und die sogenannte Flett (Küchenbereich) rahmen. An den Außenseiten liegen die, quasi angebauten, Stallungen und Wirtschaftsräume, Kübbungen genannt. An der Ostseite befinden sich weitere Räume, die früher unter anderem als Schlafzimmer genutzt wurden. Zu der Zeit wurde noch auf offenem Feuer gekocht, der Rauch zog durch das mit Heu und Stroh gedeckte Dach ab, durch die Uhlenflucht, und machte zudem die Würste und Schinken im „Mäusehimmel“ haltbar. Das Fett dieser tierischen Produkte tropfte hinunter und wurde in – richtig – in Fettnäpfchen aufgefangen.
Dass sich Besucher heute an dem schönen alten Hof, zu dem auch Brunnen, Streuobstwiese und ein Bauerngarten gehören, erfreuen können, liegt an den engagierten Mitgliedern des Uetzer Heimatbunds. Zwischen den Jahren 1989 und 1996 wurde das Fachwerkhaus von Grund auf saniert und neu hergerichtet. Originalgetreu wurden Lehm und Weidengeflecht verarbeitet.
Für viele Veranstaltungen bildet diese Kulisse das malerische Ambiente.
(Siehe Artikel von Peter Doms, BarockKonzert_2008: http://www.myheimat.de/uetze/beitrag/41641/ und http://www.myheimat.de/uetze/beitrag/30820/)
Das Wackerwinkelhaus ist sommers jeden Donnerstagnachmittag für Besucher geöffnet.
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1 Kommentar
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Uta Kubik-Ritter aus Uetze | 13.08.2008 | 20:02  
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