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Vertrauen in die Finanzmärkte

soll zurückgewonnen werden, indem nunmehr auch Spanien an den Euro-Tropf gehängt wird. Ist schon ein merkwürdiges Schauspiel, mit dem den Steuerzahlern, immerhin handelt es sich hier um deren Geld, weisgemacht werden soll, dass dann alles besser wird. Abgesehen davon, dass wir diese Geschichte schon seit vielen Monaten hören und eine Änderung nur zum Schlechteren erkennbar ist, lohnt es sich, mal genauer hinzugucken.
Das Geld soll wieder einmal an die Banken gehen, die es durch leichtfertiges und waghalsiges Zocken verloren haben. Also an die Finanzmärkte, deren Empfehlungen zigtausende Menschen vertraut haben, die zigtausende Menschen um ihr Geld geprellt haben.
Der Einfall, eben diesen Banken weitere gigantische Summen zur Verfügung zu stellen, ihnen Geld anzuvertrauen, das sie vermutlich abermals verzocken werden, ist so sinnvoll, wie einem Alkoholiker eine Flasche Schnaps in der Hoffnung hinzustellen, dass er sie nicht leeren wird.
Über die Summen nachzudenken, die hier im Gespräch sind, lohnt sich bald nicht mehr … wir werden mit Milliarden eingelullt, an die Billion sollen wir uns langsam gewöhnen.
Bei unserer Politik erschüttert mich das auch nicht mehr. Mich ängstigt auch nicht der Gedanke, dass die sich auftürmenden Schulden irgendwann zurückgezahlt werden müssen. Stimmt natürlich nicht. Sie können wegen ihres gigantischen Ausmaßes nicht beglichen werden. Und wer sich ein klein wenig mit Geschichte befasst, wird erkennen, dass solche Probleme immer zufriedenstellend auf andere Weise gelöst wurden.
Nur eins macht mich wütend: Was könnte man mit dem Geld machen? Fangen wir ganz billig an: Jedes Kind würde in der Schule ein Mittagessen bekommen. Auch noch billig wäre der Wegfall der Studiengebühren. Und wenn wir dann noch ernsthaft über Hilfe für hungernde und durstende Menschen in weiten Teilen der Welt nachdenken würden, dann wären wir immer noch nicht da, wo wir bereits jetzt sind, nämlich kurz vor dem Bankrott.

Michael Falke, Ökologisch-Demokratische Partei LV Niedersachsen
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Michael Falke aus Uelzen | 11.06.2012 | 11:00  
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