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„Wenn bei irgendeiner Gelegenheit, wo das allgemeine Stimmrecht gebraucht, kaum zwei Drittel, ja vielleicht nicht einmal die Majorität der Stimmberechtigten an die Stimmurne kommt, so ist dies ein Votum gegen das ganze System überhaupt.“
Heinrich von Treitschke (1834 - 1896)
„Und für welchen Fischer stimmst du, fragte die Sardine den Hering.“
Manfred Hinrich (1926 – 2015)

… widerlegen wir sie!

Folgt man diesen beiden Herren, dann sind Wahlen eine mehr als zweifelhafte Angelegenheit, die zumindest eins nicht darstellen: Demokratie. Also die Regierungsform, in der das Volk die Macht im Staate ausübt. Aber, um bei Herrn von Treitschke zu verweilen, ist ein Votum gegen ein System nicht auch eine Form der Machtausübung? Liegt nicht gerade in der Wahlmöglichkeit, eine Stimme abgeben zu können oder nicht an die Urne zu gehen, das Wesen der Demokratie? Nun, unabhängig davon dürfte ein nicht erklärter Wille die gleiche Wirkung haben wie die in diktatorischen Systemen nicht gegebene Möglichkeit der Wahl. Entscheidungen sind bereits zuvor gefallen, sie ändern sich nicht durch den Wahlausgang.
Ähnlich scheint das auch der Philosoph Manfred Hinrich gesehen zu haben, der lakonisch feststellt, dass es letztlich egal ist, wen wir wählen … so oder so steuern wir auf ein Schicksal zu, das auf der einen Seite Profiteure, auf der anderen Seite Opfer hervorbringt. So war es, so ist es, so bleibt es.

Dass viele Menschen diesen Pessimismus teilen, dass viele Menschen diese Einschätzung für realistisch halten, zeigen vergangene Wahlen und deren Ergebnisse, die Parteien einen Platz in unserer Demokratie einräumen, die gerade diese Demokratie abschaffen wollen.
Und irgendwie ist es auch nicht falsch, die eigene Rolle als nicht wichtig anzusehen, erkennen zu müssen, dass wir nur für eine kurze Zeit die Aufmerksamkeit der „Fischer“ erhalten, um unser Kreuzchen an die richtige Stelle zu setzen … eine Aufmerksamkeit, die am Sonntag Punkt 18.00 Uhr Vergangenheit ist beziehungsweise darauf gerichtet zu sein scheint, das Beste aus dem Wahlergebnis herauszulesen, den Willen des Volkes scheinbar (?) umzusetzen und, so kommt es vielfach rüber, das eigene Wohlergehen durch Sicherung von Macht und Pöstchen zu pflegen.

So weit, so gut …. Nicht gut!
Es gibt, um den hier zitierten Herren den Wind aus den Segeln zu nehmen, weitere Möglichkeiten. Niemand hindert uns daran, uns selbst in die Gestaltung unseres Seins einzubringen. Niemand kann uns vorschreiben, dass unsere Willensäußerung mit dem Sonntags-Kreuzchen beendet ist. Wir können Tag für Tag in Parteien und anderen Gruppierungen mitgestalten, wir können die Fischer sein, die nicht den eigenen Vorteil suchen.
Aber selbst dann, wenn wir nur an einem einzigen Tag die Möglichkeit nutzen, unser Leben mitzubestimmen, selbst dann haben wir mehr als die Mehrheit der Weltbevölkerung. Wir sollten diese Möglichkeit nicht ungenutzt vorbeigehen lassen. Auch dann nicht, wenn Wahres an den klugen Sätzen unserer Philosophen dran ist … widerlegen wir sie!

http://www.falkeuelzen.eu/index.html
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