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„Meine Krebserkrankung war eine lebensbedrohliche Bereicherung“

Hans-Jürgen Weiffenbach
Mit jährlich fast 70.000 Neuerkrankungen zählt Darmkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Doch während die Zahl der Neuerkrankten ansteigt, nimmt gleichzeitig die Anzahl der Todesfälle ab. Heute überleben fast zwei Drittel der Betroffenen – dank fortgeschrittener Behandlungsmöglichkeiten und Früherkennungsmethoden wie der Darmspiegelung.

Am 27.12.2011 unterzog sich der passionierte Groß-Umstädter Koch und Gastronom Hans-Jürgen Weiffenbach in der Kreisklinik Groß-Umstadt einer Darmspiegelung. „Die Diagnose Darmkrebs war dann ein Schock“, erzählt der 52-Jährige. „Ich hatte so viele Fragen.“ Man wisse gar nichts über die nächsten Schritte, möchte am liebsten sofort mit jemandem sprechen. Informationsbroschüren würden da nur bedingt helfen. Nach der Spiegelung bekam er direkt einen Termin beim Chefarzt der Allgemeinchirurgie, Dr. Hans-Jürgen Hain. „Dr. Hain hat mir meine Angst genommen und mir mit Kompetenz und viel Einfühlsamkeit erklärt, welche Behandlung für mich sinnvoll ist und wie die Operation verlaufen wird“, sagt Weiffenbach rückblickend.

Schonende Entfernung des Tumors
An der Klinik in Groß-Umstadt werden bösartige Darmgeschwulste mit der minimal-invasiven Methode entfernt. Der entscheidende Vorteil liegt in der behutsamen Behandlung der Patienten, erklärt Chefarzt Dr. Hain: „Minimal-invasiv bedeutet, dass möglichst wenig in den Organismus des Patienten eingegriffen und deshalb besonders schonend operiert wird.“ Der Arzt nimmt dabei nur einige kleine Einschnitte vor, findet mit einer kleinen Kamera die befallenen Stellen im Darm und entfernt mit modernen, hauchdünnen Hochpräzisions-
Instrumenten gezielt die Tumore. „Der Patient ist nach der OP schneller wieder fit und muss nicht lange im Krankenhaus bleiben“, sagt Dr. Hain.
Die Darmkrebstherapie der Klinik in Groß-Umstadt wurde kürzlich sogar vom Westdeutschen Darmkrebszentrum ausgezeichnet. Denn sie sorgt dafür, dass Patienten die bestmögliche Behandlung und optimale Vor- und Nachsorge erhalten. Schon 13 Tage später hatte Hans-Jürgen Weiffenbach seinen OP-Termin.

Achtsamkeit in Therapie und Alltag
„Ärzte, Pfleger, Schwestern – ich fand das ganze Team einfach toll“, erzählt Weiffenbach. Er erinnert sich, dass ihm einer der Pfleger auf der Intensivstation schon kurz nach der Operation Tipps gegeben hat, wie man mit einer frischen Bauchwunde richtig husten kann, ohne allzu viele Schmerzen zu haben. Außerdem bekam er Rückenmassagen mit ätherischen Ölen, um besser abhusten zu können und einen Rückenmarkskatheter gegen die Schmerzen: „Einmal drücken, und ich habe nichts mehr gespürt“, sagt er.

Nach kurzer Zeit war er wieder mobil und in der Klinik unterwegs. „Ich habe dann immer einen Zettel mit meiner Handynummer im Krankenbett deponiert, damit die Ärzte und das Pflegepersonal mich erreichen konnten, wenn ich gerade einen meiner Spaziergänge gemacht habe“, erzählt Hans-Jürgen Weiffenbach.

Zurück ins Leben dank richtiger Behandlung
Es folgten insgesamt 12 Chemotherapien, alle 14 Tage eine. Statistisch gesehen sind die Heilungschancen mit diesen Therapien höher, aber Weiffenbach hätte sie natürlich auch ablehnen können. „Mein Gefühl war immer, dass ich bei diesen Entscheidungen die letzte Wahl habe und diese dann auch von ärztlicher Seite akzeptiert wird“, sagt Weiffenbach. Die Zeit der Chemotherapie war für ihn jedoch belastender als die Operation, obwohl ihm nicht übel war und er auch keine Haare verloren hat. „Die behandelnden Ärzte haben das gespürt und zum richtigen Zeitpunkt eine Reihe therapeutischer Gespräche für mich organisiert, die sehr gut getan haben.“
Inzwischen ist der Krebs besiegt. Hans-Jürgen Weiffenbach nimmt die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen wahr, deren Abstände immer größer werden. Noch heute geht er mit einem guten Gefühl in der Intensivstation vorbei und sagt Hallo, wenn er in der Klinik ist. Er arbeite wieder in seinem Beruf als Koch und Gastronom, hat aber seine Arbeitszeiten reduziert. „Ich denke mehr darüber nach, was für mich wirklich wichtig ist. Rückblickend würde ich sagen, die Krebserkrankung war eine Art „lebensbedrohliche Bereicherung“ meines Lebens.“
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