Immer wieder schön - Heidefest in Nemitz (Wendland) - 25.08.2019

Heidschnucken und Ziegen in der Nemitzer Heide
 
Die Heide blüht im Wendland
Trebel: Nemitzer Heide | Als 1975 durch Blitzschlag den Wald entzündete, ahnte niemand, dass sich aus den Samen, die jahrhundertelang im Boden geschlummert hatten, eine so schöne Heidelandschaft entstehen würde.

Heute brennt der Regenwald am Amazonas, aber es wäre jetzt keine Option, dass dort jetzt Heideflächen entstehen sollten. Schon das Klima ist ein ganz anderes.

Die Lüneburger Heide erstreckt sich von Norden nach Süden über viele Kilometer, immer wieder unterbrochen von Wäldern und Nutzflächen. Die Nemitzer Heide dagegen ist ein 550 Hektar großes rechteckiges Naturschutzgebiet. Damit es auch so schön bleibt, wie es ist, sorgt die Schäferfamilie Meinecke mit ihren Heidschnucken und Ziegen für den Naturschutz.

Damit ist es aber noch lange nicht getan. Schafe und Ziegen befreien die Heideflächen von unerwünschten Keimlingen, aber zusätzlich muss in Abständen die Heide auch gemäht oder gepresst werden, Sandflächen müssen für seltene Vogelarten freigemacht werden, und Imker lassen ihre Bienenvölker ihre Arbeit verrichten.

Am 25. August 2019 war dann wieder das inzwischen 32. große Heidefest auf dem Schäferhof. Dieses Jahr war es zwar auch recht trocken gewesen, aber die Heide blühte wieder sehr schön. Im letzten Jahr war von Heideblüte nichts zu sehen gewesen. Aber der Besuch des Festes lohnt sich jedes Jahr.

Traditionell beginnt es mit einem Gottesdienst. Aus aktuellem Anlass hätte jetzt eigentlich mein Hofmusiker Lutzi seinen Song „Die Erde brennt“ spielen müssen. Aber leider konnte er mich nicht begleiten.

Was mir am Fest in Nemitz so gefällt ist, dass es ein überschaubares und bodenständiges Fest ist. Nemitz muss man sich nicht als große Stadt vorstellen. Vielmehr ist der nächste größere Ort das Dorf Trebel mit 972 Einwohnern. Wir sind hier im Wendland! Über das Wendland wurde viel berichtet im Zusammenhang mit den Protesten gegen das geplante Atommüll-Endlager Gorleben. Vielleicht haben sich die Politiker damals gesagt, es ist ja ohnehin Zonenrandgebiet, da können wir ja unseren Müll einbuddeln. Da haben sie aber ihre Rechnung ohne die Bewohner gemacht!

Über die Schönheit des Wendlandes, die kleinen Orte, die seichte Landschaft wurde kaum berichtet. Zu Unrecht. Zum Heidefest kommen regelmäßig viele Besucher. Der Schäferhof mit seinen Bühnen, Kaffee und Kuchen von den Landfrauen, Stände mit kunsthandwerklichem und Produkten aus der Region laden dann ein zu einem Tag in der Natur.

Die Heidekutschen fahren die Besucher bequem durch das Naturschutzgebiet, und bei der historischen Feuerwehr kann man auch mal die Pumpe bedienen.

Oder man ergreift einmal die Gelegenheit gestärkt von leckeren Röstkartoffeln mit verschiedenen Dips oder – wer es mag – auch von handgefertigter Wurstspezialität die Heideflächen zu Fuß oder per Fahrrad zu erkunden. Zu Fuß ist wahrscheinlich besser, denn der Heideboden ist ziemlich sandig.

Um 17 Uhr konnte man dann der Krönungszeremonie beiwohnen. In Nemitz gibt es eine Heidekönigin und eine Heideprinzessin. Besonders stolz bin ich darauf, dass ich 2017 selber die Krönung durchführen durfte.

Die amtierende Königin Sarah gab ihr Amt weiter an ihre Prinzessin, und es kam eine neue Heideprinzessin dazu, die nun ein Jahr lang diese Aufgabe übernimmt, bevor sie die Heidekönigin ablöst und eine neue Prinzessin an ihre Stelle tritt. So gehen das Wissen und die Erfahrung nicht verloren.

Auch in Nemitz gehöre ich fast schon zum Inventar.

Heidefüße 😊
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Charlene Wolff aus Blankenberg | 28.08.2019 | 19:49  
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