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Musik bereitet seit 40 Jahren Frühlingsfreude

Den ersten Konzertteil bestritt die Jugendkapelle der VMT mit Dirigent Andreas Löffler
 
Mit einem selten gespielten Tuba-Solo trat Martin Steidl beim Frühjahrskonzert überzeugend in Erscheinung
Tapfheim: Sporthalle | „Ein halbes Jahrhundert“ von Very Rickenbacher bildete zwar den Schlussakkord im Programm des 40. Frühjahrskonzertes der Vereinigten Musikkapelle Tapfheim, verdeutlichte aber klang- und gefühlvoll den langen Zeitraum einer der beliebtesten Kulturveranstaltung der Gemeinde. Ein Anlass auch für die neue Vorstandschaft, den bisherigen Vorstand und ehemaligen Dirigenten Theo Keller zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen, der als einziger aktiver Musiker an allen diesen Konzerten nicht nur mitgewirkt, sondern diese maßgeblich gestaltet hat und das somit auch „fast ein halbes Jahrhundert“.

Bei aller Ehre und Anerkennung war aber die Konzerteröffnung dem Nachwuchs der Kapelle vorbehalten. Gerne hätte das Jugendorchester der VMT ihren Dirigenten Andreas Löffler länger behalten, aber aus beruflichen Gründen sah er sich gezwungen, nach vier Jahren Dirigentenamt den Stab weiterzureichen, nicht jedoch ohne nochmals seinen jugendlichen Musikantinnen und Musikanten alle Register des Könnens abzuverlangen. In höchster Konzentration meisterte die Jugendkapelle die aufregende und spannende Atmosphäre zum Konzertbeginn mit „A little Opening“ von Thiemo Kraas. Nach dem Eröffnungswerk wurden die Zuhörer in der Tapfheimer Sporthalle auf eine musikalische Reise durch den US-Bundesstaat Oregon genommen, eine Komposition von Jaques Offenbach.

Seltenes Tuba-solo


Der scheidende Dirigent stellte nicht nur hohe Ansprüche an sein Orchester, sondern auch an den Solisten Martin Steidl. Die Tuba, für gewöhnlich der Background einer Kapelle, rückte in die erste Reihe und im neuzeitlichen Arrangement „Tuba Concert Espaňol“ von Kurt Gäble wurden sowohl die Jugendkapelle als auch der Tuba-Protagonist den Anforderungen mehr als gerecht. Erst das fulminante „Ole“ am Ende der spanisch eingefärbten Komposition löste sich auch bei den Zuhörern die bemerkenswerte Konzertdisziplin.
Beim Konzertmarsch „Marcia Augustana“ des gleichen Komponisten wurden auch die erstmals im Konzert der Jugendkapelle mitwirkenden Johanna Keller (Flügelhorn), Anna Richter (Waldhorn) und Christoph Pfefferer (Euphonium) auf den musikalischen Stadtrundgang durch Augsburg mitgenommen. Mit richtig viel „Biss“ in einem wunderschönen und abwechslungsreifen Arrangement von Jim Steinmann präsentierten die Jugendlichen konzertant die Highlights des Musicals „Tanz der Vampire“ und selbst Professor Abronsius‘ Verfolgung im Schneegestöber konnte man „witterungsbedingt“ nachempfinden.
Kein Wunder, dass bei so viel harmonischem Gleichklang dem Orchester die Trennung von ihrem engagierten Dirigenten schwerfiel. Mit humorvollen Worten und verschmitzten Insiderhinweisen verabschiedete Verena Pfefferer im Namen der Aktiven Andreas Löffler und verlieh dem Donauwörther gleichzeitig das Prädikat „I bin a Tapfheimer Musikant“. Das überzeugende Zusammenwirken der Jugendkapelle mit Dirigent Löffler verdeutlichte die abschießende Zugabe mit „Canon Brass Rock“.

Nach dem Konzertmarsch „Abel Tasman“ von Alexander Pfluger war es Dirigent Simon Keller und der Stammkapelle der VMT vorbehalten, besondere musikalische Momente aus vier Jahrzehnten Frühjahrskonzerte in Erinnerung zu rufen. „Im Wesen der Musik liegt es, anderen eine Freude zu bereiten“. Mit der Ouvertüre aus „Orpheus in der Unterwelt“ im Arrangement von Jacob de Haan nahm die Vereinigte Musikkapelle diesen Text aus einem kleinen Erinnerungsgeschenk des Vororchesters wörtlich und zauberte rasant und farbig Klassik in die Konzerthalle. Spanisches Temperament und Flair zum Greifen versprühte der neuzeitliche Satz „Granada“ von Augustin Lara.

„Husarenritt" über das Xylophon


Mit einer bunten Melodienfolge klassischer Musik aus „Xylo Classics“ von Gerd Bogner ermöglichte Dirigent Simon Keller dem Solisten Manuel Schlund einen „Husarenritt“ über das Xylophon. Eine fehlerfreie Vorstellung, vom Orchester begleitet und den Konzertbesuchern, unter denen sich Bürgermeister Karl Malz, Pfarrer Karl Hagenauer sowie die ASM-Vertreter Anton Böswald und Stefan Reichherzer befanden, applaudierend belohnt.

Theo Keller’s Liebe zur Musik drückte Robert Keller solistisch im Konzertbeitrag „Music“ von John Miles, rockig begleitet vom Blasorchester, mehr als beeindruckend aus. Vorstandsnachfolger Stefan Keller stellte dazu Eckdaten aus der 36-jährigen Tätigkeit von Theo Keller an maßgebenden Stellen des Vereins und darüber hinaus in den Vordergrund und durfte den feierlichen Rahmen zum Anlass nehmen, Theo Keller den Titel „Ehrenvorsitzender der Vereinigten Musikkapelle Tapfheim“ zu verleihen. Bürgermeister Karl Malz schloss sich mit Dankesworten der außergewöhnlichen Ehrung an.

Theo Keller Ehrenvorsitzender



Alle Register zog Dirigent Simon Keller beim beliebten „Florentiner Marsch“, der als Zugabe überleitete zu der seit 40 Jahren geübten Tradition eines gemeinsamen Schlussliedes aller Konzertbesucher und Mitwirkenden. „Kein schöner Land“, langanhaltender Applaus und Standing Ovations unterstrichen einen beeindruckenden und nachhaltigen Konzertabend.
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