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Mittagsfütterung von Familie Nutria im Stadtpark Tangerhütte

Acht Nutrias auf einen Streich
Tangerhütte: Stadtpark | Am 26. September stand als letztes Ziel unserer Altmarktour noch der Stadtpark von Tangerhütte auf meinem Plan.
Als ich mich der Pergola am Schwanenteich näherte, sah ich, dass ein Herr Maiskerne in den Teich warf.
Wozu denn das?
„Ich will damit eine Biberfamilie mit 7 bis 8 Jungen anlocken“, erklärte der Herr.
Verwundert schaute ich dem Treiben zu, denn Biber sind ausgesprochen scheu und nachtaktiv.

Nach kurzer Zeit tauchte ein erster Kopf im Teich auf, offensichtlich das Muttertier. Wenige Zeit später kamen auch immer mehr Junge angeschwommen…
Anfangs war ich nun auch geneigt fast an Biber zu glauben, denn als ich mich ihnen mit dem Fotoapparat näherte tauchten sie blitzschnell ab. Doch nur wenig später kamen sie wieder angeschwommen und es wurden ihrer immer mehr.
Als nun vor allem die Jungtiere ans Ufer kletterten, um die Maiskörner zu knabbern und ich ihren fast körperlangen, drehrunden, schuppigen Schwanz erblickte, wurde es mir klar. Nein, es sind keine Biber, die haben eine breite Kelle, es sind eindeutig:

Nutrias (Myocastor coypus, Biberratte oder Sumpfbiber)

Nur vom Kopf her lassen sie sich leicht mit Bibern verwechseln. Diese aus Südamerika stammenden Nagetiere, sind ebenfalls fast reine Vegetarier aber im Gegensatz zu den Bibern sowohl tag- als auch nachtaktiv.
Seit den 20er Jahren wurden Nutrias in Pelztierfarmen auch in Deutschland gehalten. Von dort konnten immer wieder einzelne Exemplare entkommen (oder wurden aus falscher Tierliebe ähnlich wie Minks freigelassen). Sie sind mittlerweile in allen Gewässern Deutschlands weit verbreitet.
Obwohl zu den invasiven Tierarten (Neozoen) gehörig, also aus einer fernen Region eingeschleppt, zählt der Nutria nicht zu den jagdbaren Tierarten.
„Eine reguläre Bejagung würde aber weder die aktuelle Ausbreitung noch die bisher erreichte Populationsdichte verringern. Der NABU begrüßt deshalb, dass die Nutria dennoch nicht wie andere Neozoen in die Liste der jagdbaren Arten aufgenommen wurden.“
Quelle: https://nrw.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzu...

Ich war erstaunt, dass diese recht gesellig lebenden Tiere, mich mehrmals nahe an sich ran gelassen haben und höchstens mal ganz kurzzeitig getürmt sind.
Seht selbst das Ergebnis.
Ein Weibchen kann dreimal im Jahr bis zu acht Junge zur Welt bringen. Ob die hier alle von einem Wurf sind (es gibt dunklere wie die Mama und hellere).

Und hier noch ein kurzes Video:  Nutrias bei der Fütterung
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6 Kommentare
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 09.10.2017 | 17:36  
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Barbara S. aus Ebsdorfergrund | 10.10.2017 | 18:59  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 10.10.2017 | 19:56  
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Wolfgang Erler aus Sandersdorf | 10.10.2017 | 20:15  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 10.10.2017 | 20:45  
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