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Danke, Rainer!

Stuttgart: Landtag Baden-Württemberg | Rainer Brüderle galt schon immer als Dampfplauderer, aber was die Süddeutsche Zeitung heute morgen enthüllte, schlägt dem Fass den Boden aus:

Es ist der Montag nach dem Beben in Japan, eine Katastrophenmeldung jagt die nächste. Es ist jener Montag, an dem die Bundesregierung eine politische Wende vollzieht, wie es sie in der jüngeren Geschichte in so kurzer Zeit nie gegeben hat. Vormittags beraten Parteipräsidien fieberhaft über die Konsequenzen aus Fukushima. Bis zu den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind es keine zwei Wochen mehr, und die Bilder aus Japan sind schrecklich. Etwas muss geschehen mit der Atomkraft, und zwar schnell.

Zur gleichen Zeit tagt im Haus der Deutschen Wirtschaft, gut zwei Kilometer vom Kanzleramt entfernt, ein anderer Führungszirkel: die Spitze der deutschen Industrie. Präsidium und Vorstand des Lobbyverbandes BDI sitzen im Amerongen-Schleyer-Saal zusammen, knapp 40 Bosse der mächtigsten Unternehmen des Landes. Gegen 13 Uhr, die Nachricht von der Kernschmelze läuft gerade über die Ticker, tritt Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle auf. Der FDP-Mann soll über Industriepolitik sprechen.

Er hat noch nicht angefangen, da platzen neue Nachrichten herein. Die Kanzlerin, so heißt es, wolle die verlängerten Atomlaufzeiten per Moratorium aussetzen. Die Runde wird unruhig. RWE-Chef Jürgen Großmann rennt zum Telefonieren raus, Eon-Chef Johannes Teyssen blickt finster. "Die wirkten wirklich überrascht", sagt ein Teilnehmer. Die Industrie verlangt Klarheit.

Was es denn mit den Meldungen von dem Moratorium auf sich habe, will BDI-Präsident Hans-Peter Keitel wissen. Ausweislich des Protokolls der Sitzung gibt Brüderle darauf eine folgenschwere Antwort: "Der Minister bestätigte dies", steht darin, "und wies erläuternd darauf hin, dass angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen Druck auf der Politik laste und die Entscheidungen daher nicht immer rational seien."


Blöder geht's ja nun nicht. Das war's dann wohl für die FDP-Sitze im Landtag des "Stammlands" der Liberalen.
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6 Kommentare
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Hans-Werner Blume aus Garbsen | 25.03.2011 | 11:58  
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Teilzeit- Oberkircher aus Oberkirch | 25.03.2011 | 18:03  
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Hans-Werner Blume aus Garbsen | 25.03.2011 | 18:37  
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Jost Kremmler aus Potsdam | 25.03.2011 | 20:29  
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Kurt Battermann aus Burgdorf | 26.03.2011 | 14:18  
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Teilzeit- Oberkircher aus Oberkirch | 26.03.2011 | 16:13  
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