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Hatzbachtalwanderung an Christi Himmelfahrt in Hatzbach führt zu Hexen, gespenstigen Mönchen und der Dorfwüstung Gerwigshain

Die Volkssage von den Hatzbacher Hexen steht im Mittelpunkt der Hatzbachtalwanderung. Für Kinder gibt es nach der WAnderung eine Hexenfigur zur Erinnerung. Am Hatzbacher Hexentanzplatz ist eine Pausenstelle eingerichtet.
 
Viel Natur und vier alte Sagen kann man bei der Hatzbachtalwanderung an Christi Himmelfahrt erleben.
Stadtallendorf: Bürgerhaus Hatzbach | Am Donnerstag, den 25. Mai 2017 (Christi Himmelfahrt), richten die Wanderfreunde Hatzbachtal im Stadtallendorfer Stadtteil Hatzbach die Internationale Hatzbachtalwanderung zu Hexen, gespenstigen Mönchen und der Dorfwüstung Gerwigshain aus.

Die Hatzbachtalwanderung ist ein Wandertag für die biologische Vielfalt im Rahmen einer Aktion des Bundesamtes für Naturschutz und eine Veranstaltung der Initiative TreffpunktWALD. Besonderen Wert wird auf die Qualität der Wanderstrecken gelegt. Im Vordergrund steht das Naturerlebnis. Das noch frische Grün in den Wäldern, blühende Bäume, Wiesen und Rapsfelder machen die Hatzbachtalwanderung besonders reizvoll. Der sportliche Anreiz, die Erhaltung der Gesundheit und insbesondere das Erleben der Natur zählen zu den wichtigsten Wandermotiven. Nirgendwo kann man die Natur besser erleben als im Wald. Die Wanderstrecken der Hatzbachtalwanderung führen überwiegend durch den Wald an der Rhein-Weser-Wasserscheide zu einer mittelalterlichen Dorfwüstung, einem Hexentanzplatz und zu spukenden Mönchen.

Mitten im heutigen Wald bei Hatzbach befand sich im Mittelalter das 1197 erstmals urkundlich erwähnte Dorf Gerwigshain mit seinen Wiesen und Feldern. Spätestens um 1400 wurde das Dorf von seinen Bewohnern verlassen und der Wald eroberte sich die Dorfgemarkung zurück. Ein anschauliches Beispiel für die biologische Vielfalt.

Die früheren Standorte der Wohnhäuser und der Dorfkirche sind noch im Gelände erkennbar. Die 12 und 20 km langen Wanderstrecken führen an die sagenumwobene Dorfstelle, von der der Hatzbacher Sagensammler Karl Damian Achaz von Knoblauch zu Hatzbach 1886 im Althessischen Volkskalender berichtet:

„Mitten zwischen Hatzbach und Itzenhain lag das ausgegangene Dorf Gerwigshain. Der Kirchenstumpf liegt versteckt an einem Platze, der wieder Wald geworden ist, der Brunnen aber frei in einem engen Wiesentale, das nach Mengsberg hinuntergeht und nachher wieder Wald wird. Stellt man sich bei dem Brunnen mit dem Gesichte gegen Mengsberg hin, so hat man rechts einen hoch ansteigenden steilen Gebirgszug gleich neben sich. Bei diesem Brunnen soll die Kirche des Orts gestanden haben und als einst das Dorf in Kriegszeiten verbrannt wurde, fielen die Glocken vom Turme in den Brunnen hinab, wo sie sich noch auf dem Grunde befinden. Bei besonderen Gelegenheiten hört man sie läuten: davon weiß man, daß sie im Brunnen sind und so heißt er der Glockenborn.“

Einer anderen Sage nach sollen die Gerwigshainer ihr Silberglöckchen, um es vor dem Feind zu retten, in diesem Brunnen versenkt haben. Später sei die Glocke nach Mengsberg gebracht worden, um als Gebetsglocke zu dienen.

Vom Glockenborn führt die Wanderung an eine unheimliche Stelle, über die von Knoblauch berichtet: „Dem Glockenborn schief gegenüber, in halber Höhe des gedachten steilen Gebirgszuges, ist eine Stelle, die einen niedrigen Aufwurf zeigt und „Franzmanns Keller“ genannt wird. Diese Stelle wird für sehr unheimlich gehalten, es soll daselbst ein Franziskanerkloster gewesen sein, und gespenstige Mönche gehen noch in der Nähe umher.“

Der „Franzmanns Keller“ ist aber nicht der einzige unheimliche Ort am Wanderweg. Alle Wanderstrecken führen an einen Hexentanzplatz. Über diesen Ort berichtet der Karl Damian Achaz von Knoblauch zu Hatzbach:

„Am Abende, der vom 30. April auf den 1. Mai gehet und zwar gegen sechs bis sieben Uhr, wenn die Sonne untergeht, hört man in Hatzbach an allen Ecken und Enden nichts wie Peitschenknallen, die jungen Leute ziehen in Menge umher und hauen mit den Peitschen immer in der freien Luft herum. Der Lärm ist so arg, daß man Wunders glaubt was los wäre. Es bedeutet, daß die Hexen, deren Geister sich vom Dorfe aus in die Luft erheben um den Blocksberge zuzueilen und dasselbst ein großes Fest zu feiern, an diesem Besuch durch Schläge gehindert werden sollen. Für Hatzbach und Umgegend ist der betreffende Ort eine nach Josbach gelegene Berghöhe zwischen Hatzbach und der Waldkuppe Hohenrod, sie heißt der Hexentanz.“

Am Wandertag ist an dem idyllischen Ort eine Pausenstelle eingerichtet, an der sich der Wanderer bei günstigen Speisen und Getränken stärken kann. Kurz vor dem Ziel erfährt der Wanderer noch mit schönem Blick auf Hatzbach und das Umland, wie hier einst ein Riese den Wald rodete. Alle Sagen können auf Tafeln am Wanderweg gelesen werden. So wird die Wanderung zu einem spannenden Erlebnis. Als Erinnerung erhält jeder junge Wanderer bis 18 Jahre kostenlos eine Hexenfigur.

Auf der Wanderstrecke werden insgesamt drei Pausenstellen eingerichtet, an denen der Wanderer Getränke und einen Imbiss erwerben kann. Am Zielpunkt im Bürgerhaus Hatzbach werden Speisen und Getränke zu günstigen Preisen angeboten.

Die Wanderstrecken sind perfekt markiert und gewährleisten ein entspanntes Wandern ohne Suchen. Jede Wanderstrecke ist in einer gesonderten Farbe ausgeschildert. Zur Wanderung der 6 km langen Wanderstrecke folgt man der gelben Beschilderung, die 12 km Wanderstrecke ist rot markiert und blaue Schilder führen über die 20 km lange Wanderstrecke.

Los geht es ab 07.00 Uhr beim Bürgerhaus Hatzbach. Bis 13.00 Uhr können die Wanderer bei der Hatzbachtalwanderung starten. Zielschluss ist um 17.00 Uhr. Die Internationale Hatzbachtalwanderung wird sowohl für das Internationale Volkssportabzeichen als auch für das Europa-Volkssportabzeichen gewertet. Weitere Informationen mit Karten der Wanderstrecken gibt es im Internet auf der Seite http://www.wanderfreundehatzbachtal.de.
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