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Generation Y meldet sich zu Wort

Impulsgeberin Dr. Nele Kettler vom IDZ und Kammerpräsident Dr. Michael Frank (Foto: LZKH)
 
Die digitale Welt hat längst schon die Zahnarztpraxen erreicht. Hier werden z.B. Kronen digital konstruiert und dann aus Keramik gefräst. (Foto: Initiative Prodente e.V. Köln)

Delegiertenversammlung der Landeszahnärztekammer Hessen wirft einen Blick in die Zukunft der Zahnärzteschaft – mit dabei: die Zukunft in Person

Frankfurt, 9. Juni 2017. Die Delegierten der Landeszahnärztekammer Hessen (LZKH) haben sich auf ihrer Versammlung am heutigen Freitag in Frankfurt intensiv mit dem zahnärztlichen Nachwuchs und seinen Vorstellungen und Bedürfnissen auseinander gesetzt. Einen zentralen wissenschaftlichen Impuls hierzu gab Dr. Nele Kettler vom Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) in Köln. Dr. Kettler stellte Ergebnisse der aktuellen Erhebung zum Berufsbild junger Zahnärzte vor. Durch Kettlers Vortrag wurden „gefühlte Wahrheiten“ wie das Informationsdefizit der jungen Zahnärztinnen und Zahnärzte hinsichtlich ihrer Standesorganisationen durch belastbare empirische Daten ebenso untermauert, wie der Trend zur zahnärztlichen Tätigkeit in einem Angestelltenverhältnis. Trotz dieses Trends streben noch immer rund 61 Prozent der Befragten im Laufe ihres Berufslebens eine Niederlassung an; im Vergleich zu früheren Generationen ist jedoch erkennbar, dass die Angehörigen der sogenannten Generation Y sich deutlich mehr Zeit damit lassen. Die genannten Begründungen weisen auf die veränderte Einstellung zu Beruf und Privatleben bei der neuen Generation hin. Familiengründung vor Planung und Durchführung der Niederlassung in eigener Praxis wurden hier ebenso ins Feld geführt, wie die Scheu vor (gestiegenen) finanziellen Risiken und eine immer mehr zunehmenden Belastung durch überbordende Bürokratie. Trotz des Wunsches nach einer besseren Work-Life-Balance offenbart die Erhebung des IDZ ein großes Interesse der jungen Zahnärztinnen und Zahnärzte an beruflicher Fort- und Weiterbildung.

Die komprimierte Darstellung wurde von der Kammer als Bestätigung, aber auch als Impuls zu weiteren Maßnahmen aufgenommen. „Unsere Angebote zur direkten Ansprache der jungen Generation – seien es die neuen Seminare für die Studierenden an den hessischen Fakultäten oder die seit sieben Jahren erfolgreich stattfindenden Welcome Days für junge Mitglieder – kommen der Forderung, die jungen Menschen in ihrer Situation mit ihren Sorgen und Erwartungshaltungen abzuholen, sehr nahe. Unser Ziel muss aber sein, von jungen Kolleginnen und Kollegen als die Institution wahrgenommen zu werden, die ihnen ihre Fragen ohne kommerzielles Interesse beantworten und ihnen bei den Schwierigkeiten auf ihrem ganz eigenen Weg in den Beruf qualifizierte Unterstützung bieten kann. An diesem Image müssen und werden wir kontinuierlich weiterbauen“, betonte Dr. Michael Frank, Präsident der Landeszahnärztekammer Hessen.

Erfrischend war die Beteiligung mehrere junger Mitglieder der Kammer, die nicht nur stille Zaungäste der Veranstaltung waren, sondern sich auch in der Versammlung zu Wort meldeten. „Wir haben heute nach dem Studium und auch durch die Option der Anstellung viel mehr Wahlmöglichkeiten als die Generation, die hier noch in der Mehrheit ist. Deshalb legen wir uns auch erst zu einem späteren Zeitpunkt fest, welcher berufliche und private Weg für uns der passende und richtige ist“, lautete der Kommentar einer jungen Zahnärztin aus Marburg.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Programmatik der Parteien zur Bundestagswahl und die Implikationen einer Gesundheitsreform für den Zahnärztlichen Berufsstand. Neben der Warnung vor den in mehreren Wahlprogrammen enthaltenen offenen und versteckten Hinweisen auf eine staatlich kontrollierte Einheitsmedizin unter dem Begriff einer Bürgerversicherung galt ein Hauptaugenmerk der Digitalisierung im Bereich der Medizin.

„Wir reden dabei nicht über 3D-Drucker in den Praxen, sondern über die Folgen der Entwicklungen in ihrer Gesamtheit für die Art und Weise, wie wir in der näheren und ferneren Zukunft als Zahnärztinnen und Zahnärzte tätig sein werden. Zu diesen Fra- gen darf und wird der Berufsstand nicht schweigen, sonst nimmt uns die rasante Entwicklung das Heft aus den Händen. Dieses Thema sowie die von Politik und Bevölkerung eingeforderte Qualitätssicherung müssen einer der inhaltlichen Gestaltungsschwerpunkte der nächsten Legislaturperiode der LZKH sein“, forderte Kammerpräsi- dent Dr. Michael Frank.

Kontakt:
Landeszahnärztekammer Hessen
Dr. Veit Justus Rollmann Rhonestr. 4,
60528 Frankfurt
069 427275-116
E-Mail: rollmann@lzkh.de Internet: www.lzkh.de
Landeszahnärztekammer Hessen Körperschaft des öffentlichen Rechts
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