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Die 'Gleer Kerch' ...

  Stadtallendorf: Kirche St. Blasius und St. Elisabeth | ... ist die Pfarrkirche St. Blasius und St. Elisabeth in Niederklein.
Mit "Glee" bezeichnet man mundartlich den Ortsnamen von Niederklein, der sich von dem Bachnamen 'Glene' ableitet. Niederklein ist mit etwa 1.720 Einwohnern der größte Stadtteil von Stadtallendorf und liegt südlich davon.

Bei Umbauarbeiten im Jahre 1971 fand man in der Niederkleiner Kirche eine über 10 Meter lange und circa ein Meter breite Grundmauer, die vermutlich von der ältesten Kirche stammt. Den ältesten Hinweis auf eine Kirche in Niederklein findet sich in einer Urkunde aus dem Jahr 917/918, denn hier kann man lesen "...in Glene, wo eine Kirche erbaut worden ist,...".

Am 18. September 1697 traf den Ort Niederklein und seine Kirche ein besonders schweres Schicksal: eine Brandkatastrophe. Sie äscherte innerhalb weniger Stunden fast die gesamte Ortschaft ein und auch die Kirche fiel ihr zum Opfer. Die Bewohner des Dorfes waren in den nächsten Jahren mit dem Wiederaufbau ihrer Häuser und Wirtschaftsgebäude beschäftigt. Zwei Jahre nach dem verheerenden Brand war das Dorf soweit wieder hergerichtet, dass man mit dem Wiederaufbau des ebenfalls vernichteten Pfarrhauses beginnen konnte.

Der Neubau der Kirche begann im Jahre 1702, so dass das barocke Gotteshaus am 08. Juli 1706 durch den mainzischen Weihbischof Edmund von Jungenfeld geweiht werden konnte. Kirchenpatron ist, wie bei der Vorgängerkirche, der hl. Bischof und Märtyrer Blasius und erst ab dem Jahre 1736 ist die hl. Elisabeth von Thüringen als Zweitpatronin nachgewiesen. Im Jahre 1714 erhielt der Wehrkirchturm eine barocke Haube, wodurch der Wiederaufbau endgültig abgeschlossen war.

In den Jahren 1886/87 wurde die Kirche gründlich renoviert und dabei die barocke Innenausstattung durch ein gotisches Gewölbe ersetzt. Drei neue Altäre, neue Kirchenbänke samt Kommunionbank, eine neue Orgel und geschnitzte Kreuzwegstationen vervollständigten die Renovierungsarbeiten und führten dazu, dass die Kirche am 19.06.1890 durch den Fuldaer Bischof Dr. Joseph Weiland erneut geweiht wurde.

Von einer Ausmalung der Kirche aus dem Jahre 1913, sind heute nur noch die fünf Kanzelbilder zu sehen.

Da auch in Niederklein nach Ende des zweiten Weltkrieges die Einwohnerzahl anstieg und dies auch in den 50-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts anhielt, entstanden bereits zu Beginn der 60-er Jahre erste Pläne zur Erweiterung der Kirche. Am 28. November, dem 1. Adventssonntag des Jahres 1971, konnte der Erweiterungsbau von dem Fuldaer Weihbischof Prof. Dr. Eduard Schick eingeweiht werden.

Von 1988 bis zum Mai 1998 wurden Innenrenovierungsarbeiten in der Kirche und dem Erweiterungsbau durchgeführt. So entstand u.a. im Kirchenanbau ein 8 x 6,5 Meter großes Altarbild. Kaum war die Bautätigkeit in der Kirche beendet, begannen im Jahre 1998 die Arbeiten zum Bau eines Pfarrheimes direkt neben der Kirche. Das Pfarrheim wurde im Jahre 2001 seiner Bestimmung übergeben.

Es ist jetzt 10 Jahre her, dass die Gemeinde Niederklein vom 08. bis 17.06.2002 das Fest "1200 Jahre Niederklein" feiern konnte. Zu diesem Anlass wurde eine Festschrift erstellt, aus der ich die Angaben zu diesem Bericht zusammen getragen habe.
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Marburger extra | Erschienen am 15.02.2012
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3 Kommentare
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Karl-Heinz Töpfer aus Marburg | 10.02.2012 | 00:23  
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Axel Haack aus Freilassing | 10.02.2012 | 04:18  
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Erich Schmitt aus Stadtallendorf | 10.02.2012 | 20:11  
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