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Stadtallendorf: "Die Nacht in der die Bomber starben"

Ein Auszug des Vortrages.
Von der Gruppe Fliegerschicksale zwischen Lahn, Lumda und Ohm

Donnerstag auf Freitag, 30. auf 31. März 1944
Es war die Nacht der wohl dramatischsten Luftkämpfe im 2. Weltkrieg. Ein Luftangriff, der von Air Marshal Arthur Harris, dem kommandierenden General des Bomber Commands, als Musterangriff geplant war, wurde zum verlustreichsten Einsatz der R.A.F.
Völlig unüblich für die Briten, wurde dieser Einsatz bei Mondschein geflogen, und fast die gesamte Flugroute der Angreifer führte über Gebiete, die von den Nachtjägern der Deutschen gut erreichbar waren. Bevor die Bomber überhaupt über Nürnberg ankamen, waren schon etwa achtzig von ihnen abgeschossen worden.
Der Feuerschein der Aufschlagbrände zeigte den folgenden Maschinen den Weg, aber auch das, was ihnen noch bevorstehen konnte. Durch weitere äußere Einwirkungen, wie starken Wind und Wolken über dem Zielgebiet, wurden die Angriffsformationen immer mehr auseinandergerissen. Der Bombenwurf war so ungenau, dass nicht einmal die Deutschen erkennen konnten, welches Ziel die Bomber hatten. Selbst die Stadt Schweinfurt, 100 km nordwestlich von Nürnberg, wurde von Bomben getroffen. Das eigentliche Angriffsziel aber wurde nur gering beschädigt.
Nach England kehrten 95 der 795 gestarteten Maschinen nicht zurück, weitere 9 verunglückten über der britischen Insel. Auch befanden sich noch tote und verletzte Besatzungsmitglieder in den zurückgekehrten Maschinen.
Die höchsten Verluste hatte die 101. Squadron der R.A.F., die 6 ihrer 26 gestarteten viermotorigen Lancaster verlor. Die 51. Squadron verlor 5 Halifax und die 158. und die 514. Squadron je vier ihrer Viermots.
Die Gesamtverlustquote beläuft sich auf etwa 14% der eingesetzten Flugzeuge.
Etwa 730 Mann fliegendes Personal kam ums Leben, geriet in Kriegsgefangenschaft oder war durch Verwundung nicht mehr einsatzfähig. Das britische Bomber Command musste in dieser Nacht seine größte Niederlage hinnehmen.
Für die deutsche zweimotorige Nachtjagd war es dagegen der größte Erfolg im zweiten Weltkrieg.
3 englische Bomber stürzten im Gebiet des heutigen Landkreises Marburg/Biedenkopf ab, bei Erksdorf , Stadtallendorf waren weithin die Aufschlagbrände von viermotorigen Kampfflugzeugen zu sehen. Direkt hinter der Kreisgrenze zum Vogelsbergkreis stürzte bei Kirtorf-Wahlen eine weitere Maschine ab. Auch das Schicksal eines deutschen Nachtjägers wurde auf dem Gebiet unseres Landkreises in dieser Nacht besiegelt, als er mit seiner einmotorigen Messerschmitt Bf 109 zwischen Mengsberg und Lischeid abstürzte……ein Auszug des Vortrages Fliegerschicksale zwischen Lahn, Lumda und Ohm.
Referent Uli Dörr
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3 Kommentare
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Erich Schmitt aus Stadtallendorf | 22.08.2012 | 20:34  
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Walter Munyak aus Stadtallendorf | 23.08.2012 | 12:07  
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Uli Dörr aus Stadtallendorf | 23.08.2012 | 17:29  
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