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HR4-Tour 2010: Tag 2 - Von Griesheim nach Rüsselsheim

Warten auf den Start in Griesheim
 
In Wolfskehlen ging diese Straße früher über die Bahn.
 
Alte Wagenhalle in Griesheim
Der zweite Tag der Tour führte bei durchgehend sonnigem Wetter von Griesheim Richtung Rhein und Main und endete in Rüsselsheim.

Anreise nach Griesheim
Bei der Bahnfahrt zum Start der Radtour wählte ich eine andere Strecke als für die Rückfahrt am Vortage: Ich stieg in Frankfurt in die S-Bahn nach Riedstadt-Goddelau und an der vorletzten Station in Wolfskehlen aus. Die S-Bahn war ziemlich leer, was aber leicht erklärbar war, da sie nach dem Verlassen von Frankfurt durch keine wirklich bedeutenden Orte gekommen war und auch die Endstation als Reiseziel wenig attraktiv war. Die S-Bahn-Station von Wolfskehlen lag am Rande des Orts, wo einst eine Straße über die Gleise führte, welche aber durch eine nicht für PKW benutzbare Unterführung ersetzt wurde.
Von Wolfskehlen aus führt eine Bundesstraße nahezu kurvenfrei nach Grießheim. Neben mir fuhren noch zwei andere Radfahrer mit Ziel HR4-Tour die Strecke. Ich verlor jedoch den Anschluss an die beiden anderen, als ich mehrere Fotohalte einlegte. Dabei fotografierte ich beispielsweise auf den Äckern angebaute Pflanzen, die man auf den Feldern in Nord- und Mittelhessen nicht finden kann wie Spargel und Zwiebeln.

Von Griesheim zur Rheininsel Langenau
Mit der HR4-Tour bin ich wieder nach Wolfskehlen gefahren. Allerdings nicht auf dem gleichen Weg wie bei meiner Anreise, sondern auf einem mindestens dreimal so langem Umweg über Büttelborn, Berkach und Dornheim. Bei Berkach gab es viele Störche zu sehen. Sechs standen auf einem Acker vor dem Ortseingang, und nach der Durchfahrt kam die Tour recht nah an einem mit zwei Störchen besetzten Nest vorbei.
An einer Stelle führte die Tour über einen gepflasterten Weg. Den fanden viele zu holprig und fuhren dann lieber an den Seiten des Weges.
Das letzte Stück vor der Pause führte nahe am Rhein entlang. Ziel war die Rheininsel Langenau. Dabei handelt es sich um ein mehrere Kilometer langes, aber recht schmales Stück Land, welches nur von einer Seite vom Land aus zugänglich ist. Etwa in der Mitte liegt ein Gutshof, wo die Mittagspause geplant war.
Bei dem im Grünen gelegenen Gutshof war wenig davon zu sehen, dass man sich nahe des Rheins befand. Hier wurde ein Verpflegungsstopp eingelegt und etwas Unterhaltung geboten, indem etwa der Moderator vom HR alle Teilnehmer suchte, die an diesem Tage Geburtstag hatten.

Von Langenau nach Ginsheim-Gustavsburg
Die Mittagspause war jedoch variabel, da für den nächsten Streckenabschnitt eine Aufteilung der Gruppe nötig war: Die Insel sollte nämlich nicht über die bei der Anfahrt verwendete Landverbindung wieder verlassen werden, sondern über eine Fähre am anderen Ende. Auf der kleinen Fähre war natürlich kein Platz für viele hundert Radfahrer, so dass eine Überquerung des Wassers in kleineren Gruppen nötig war. Es wurden daher Gruppen von hundert Radfahrern gebildet, die dann gemeinsam zum Ende der Insel radelten. Dort musste dann noch einmal aufgeteilt werden, da nur etwa 50 auf die Fähre passten.
Am Ufer auf der anderen Seite stand der Hassia-Getränkewagen, und es wurden mehrere Ladungen Radfahrer gesammelt, bis sich dann die erste Gruppe auf den nächsten Streckenabschnitt begab. Ziel war ein Sportplatz nahe der Mainspitze in Gustavsburg, wo nach deutlich weniger als zehn Kilometern Fahrt schon der nächste Aufenthalt geplant war.
Während der Fahrt verlor ich übrigens den Anschluss an die Gruppe, als ich zwei Rangierloks an der Strecke fotografierte. Durch die geringere Gruppengröße war die Gruppe nämlich schneller vorbeigefahren als das sonst möglich ist. Als ich wieder auf das Rad stieg, war ich hinter den am Schluss fahrenden Polizisten und hätte mich normalerweise schnell wieder in die Gruppe einreihen können. Das verhinderte jedoch eine S-Bahn, wegen der ich an einem Bahnübergang warten musste, während die Polizisten gerade vor dem Aufleuchten des roten Haltesignals über die Gleise gekommen waren. Es war jedoch kein Problem, das letzte Stück alleine zu fahren. Dank der guten Beschilderung konnte ich leicht der geplanten Route ohne Blick auf die Karte folgen.

Rundfahrt nach Mainz
Die zweite Pause fand bei einem Sportplatz statt, an dem auch eine Anlage eines Modellbahnvereins war. Auf den dort verlegten Gleisen konnte man mit Zügen fahren, die große genug zum Draufsetzen waren. Richtig viel Betrieb war aber nicht. Rings um eine Drehscheibe standen einige Loks, und ein paar Eisenbahnfreunde waren da. Gelegentlich drehte einer eine Runde auf einer der kleinen Bahnen.
Wie üblich gab es auch hier Bewirtung und etwas Unterhaltung in musikalischer Form. Allerdings waren die Unterhaltungsangebote nicht interessant genug für die fast zwei Stunden währende Zeit bis zur Weiterfahrt. Ich entschloss mich daher zu einem kurzen Ausflug in die Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz. Über die nahegelegene Rheinbrücke radelte ich nach Kostheim und folgte dem Rhein bis zum Bahnhof Mainz-Kastel. Dieser ist nahe einer weiteren Brücke gelegen, welche nicht nur den Rhein, sondern auch die Landesgrenze überquert. Zwischen Fluss und Bahnhof befindet sich ein hübscher Steinbau (Reduit). Auf dem Innenhof lud das Rockfield Open Air bei kostenlosem Eintritt zu rockiger Musik ein - eine erfrischende Alternative zum HR4-Programm. Für längeren Musikgenuss fehlte mir aber dann doch die Zeit.
Über die Rheinbrücke bin ich nach Mainz gefahren und dort am Ufer wieder Richtungs Gustavsburg gefahren. Dort gibt es eine große Eisenbahnbrücke, über die man wieder zurück auf die andere Seite kommt und dabei noch einen herrlichen Ausblick genießen kann. Auf der anderen Seite ist man nahe der Mainspitze, welche vom HR als Ausflusgziel ausgeschildert und von anderen Tourteilnehmern besucht worden war.

Von Ginsheim-Gustavsburg nach Rüsselsheim
Für das letzte Stück der Tour wurde eine Radroute benutzt, die Teil der RMV-Radroute 3 (Unterwegs
zwischen Mainspitze und Mönchbruch) ist. Nach weniger als einer halben Stunde Fahrt war die Tour am Ortsrand von Rüsselsheim angekommen, wo vor der Kulisse der Opelwerke ein Halt zum Sammeln eingelegt wurde. Auf der von den Werksgebäuden gesäumten Straße ging es in den Ort und dann zu Rhein, wo ein kleiner Strand aufgebaut worden war, an dem am Abend eine Strandparty stattfinden sollte.

Abreise von Rüsselsheim
Von Rüsselsheim aus hatte ich alle Viertelstunde eine S-Bahn nach Frankfurt, und gelegentlich hielt sogar ein RegionalExpress. Ich fuhr zunächst einmal ein Stück durch die bis zum Hauptbahnhof reichenden Opelwerke, bevor ich mich in die S-Bahn begab. Ein anderer Radfahrer nutzte diese auch für die Fahrt nach Frankfurt. Er hatte nur etwas Probleme mit dem Einsteigen, weil er ganz vorne einsteigen wollte. Bei den älteren S-Bahnen, wie sie noch auf dieser Strecke fahren, befindet sich aber unter den Fahrradsymbolen an den Wagenenden der Hinweis, dass dies nicht an der Spitze des Zuges gilt. Und auch wenn die S-Bahn nicht gerade voll war, bestand der Fahrer darauf, dass der Radler nicht ganz vorne einsteigt. Das führte aber zu keiner nennenswerten Verzügerung im Gegensatz zu der Bahnbaustelle bei Kelsterbach, wo die S-Bahn einige Zeit warten musste.

Flach wie eine Flunder
Laut Karte war an diesem Tag ein Höhenunterschied von nicht mehr als 15 Metern zu überwinden. Damit handelte es sich um den steigungsärmsten Tag der HR4-Radtour 2010, auch wenn man auch die Steigungen an den anderen beiden Tagen vernachlässigen konnte. Das auf der Tourkarte aufgedruckte Höhenprofil hatte damit keine besondere Aussagekraft. In den letzten Jahren waren die Tourprofile jedoch in überdimensionierter Größe auf die Karten aufgebracht worden. Wahrscheinlich befürchtete das hessische Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation, dass jemand die Karte auch nach der Tour noch verwenden könne, und wollte wohl durch Abdecken möglichst großer Flächen die Nutzbarkeit der Karte einschränken.

Links
Tag 1 - Von Bensheim nach Griesheim
Tag 3 - Von Rüsselsheim nach Offenbach
HR4-Radtour 2010 - wir waren dabei
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1 Kommentar
Axel Friedrich
Axel Friedrich | 09.09.2010 | 08:57  
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