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Verkehrsaufkommen: Gestorf und Bennigsen am Ende

 

Straßenlärm ist die Lärmquelle in Deutschland, von der sich 70 % der deutschen Bevölkerung belästigt fühlt. Schwerlasttransporter, Rübentransporter, Lastkraftwagen und tausende PKW schlängeln sich tagtäglich durch Bennigsen, dabei ist die Ortsdurchfahrt für diesen enormen Verkehr nicht mehr ausgelegt. Ausgewaschene Spurrillen, geflickte Oberflächen und ein abgefahrener Belag lassen die Anwohner verzweifeln.

Gefahr droht überall und nun siedelte sich auch noch eine Kindertagesstätte an der Hauptstraße an. Kein Problem, so die Region Hannover, dort ist ja eine Fußgängerampel vorhanden. Des Weiteren fahren seit Wochen vermehrt Güterzüge im 5-Minutentakt und eine Umleitungsempfehlung für PKW durch Bennigsen lässt den Ortsteil nicht mehr zur Ruhe kommen!
Seit Jahren wird für die Ortsteile Gestorf und Bennigsen Tempo 30 gefordert. Dass das gar nicht so schwer durchzusetzen ist, zeigt der Springer Ortsteil Eldagsen. Auch dort führt eine Landesstraße, wie hier in Bennigsen und Gestorf, durch den wunderschönen Ort im Calenberger Land. Ein erster Erfolg war die Einführung einer nächtlichen Tempo-30-Regelung. Sie sollte den Lärmpegel senken und damit Anwohner entlasten, mit Erfolg. Schon seit fast fünf Jahren ist das nur in der Nacht vorgegebene Tempo 30 aktiv. Dort, wo die Bürger bei wichtigen Entscheidungen mit eingebunden werden, hatte ihr langjähriger Ortsbürgermeister Ralf Burmeister für seine Gemeinde vorgesorgt. Er erkannte, dass Lärm krankmacht, gerade in der so notwendigen Nachtruhe.
Wieso geht das nicht in Gestorf und Bennigsen? Sind die Ortsbürgermeister nicht aktiv genug? In Gestorf fordert jetzt Ortsbürgermeister Eberhard Brezski für seine durch den Ort führende Landesstraße eine Mautpflicht.
Ich wollte einmal wissen, wie hoch die Lärmbelästigung in Bennigsen ist. Bei einer von mir durchgeführten Messung wurden vorgeschriebene Richtwerte, die tagsüber 70 Dezibel betragen und nachts 60 Dezibel bei weitem überschritten.
Doch auch wenn Tempo 30 auf Landesstraßen immer wieder abgelehnt wird, es ist auch in Ortsdurchfahrten von Landesstraßen möglich! Es müssen die Kriterien der Lärmschutzverordnung-StV erfüllt sein und bestimmte Lärmwerte überschritten werden.
In diesem Fall kommen Gerichtsurteile zu dem Ergebnis, dass die Gründe sehr gewichtig sein müssen, um einen Antrag abzulehnen. Zuständig für Entscheidung und Umsetzung ist die jeweils zuständige Verkehrsbehörde. Die lärmmindernde Wirkung von Tempo 30 km/h ist fachlich bestätigt. Die gesetzlich vorgeschriebenen Lärmberechnungsvorschriften weisen durch Reduzierung des Tempos von 50 km/h auf 30 km/h einer Abnahme des Lärmes zwischen 2,5 und 3,0 dB(A) nach.

Zumindest nachts sollen lärmgeplagte Bennigser besser schlafen können: Die Firma Nordzucker fordert auf einem Plakat, das im Ortseingangsbereich des Süllbergortes hängt, seine „Lieferanten“ auf, die Ortsdurchfahrt zwischen 22 und 6 Uhr nur mit Tempo 30 km/h zu passieren. Fahrer der beladenen Rübentransporter halten sich daran, doch wenn sie von Nordstemmen leer zurückkommen, gehen sie nicht mehr vom Gas!

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Thomas Widemann aus Springe | 22.11.2018 | 18:11  
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