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Rübenkampagne: Rasende LKW, Versprechungen, die nicht gehalten werden, Belastung unerträglich

Seit Mittwoch dieser Woche rollen wieder mit Rüben beladene Lkw in Richtung Nordzucker-Gelände nach Nordstemmen. Europas zweitgrößter Zuckerproduzent startete seine sogenannte Rübenkampagne 2020/21. Weit über 200 LKW fahren täglich durch Bennigsen und Gestorf und was unternimmt eigentlich die Firma Nordzucker, um die Belastungen der Bürger gering zu halten?

„Nichts anderes, als in den vergangenen Jahren“, so der neue Werksleiter Till Markgräfe. Sein Vorgänger, Franz Hesse, tat da sehr viel mehr! Zweimal war er in den letzten vier Jahren in Bennigsen, um mit mir vor Ort die Situation zu beurteilen. Oft genug rief er die verantwortlichen Spediteure an, die ihre zu schnellen Fahrer zu Räson bringen sollten. Wenn sonntags LKW in Bennigsen gesichtet wurden, kam Hesse persönlich umgehend aus Nordstemmen, um die Fahrer auf ihre Dummheit aufmerksam zu machen.
Der neue Werksleiter, so liest man es in der NDZ, stehe in Kontakt mit Ortsbürgermeister Jörg Niemetz. Sie wollen über Maßnahmen sprechen, etwa Tempo 50, oder eine Messtafel und auch Plakate sind im Gespräch. Da frage ich mich, wieso erst in Bälde? So etwas klärt man vor einer Kampagne! Um uns Bürger an den Wochenenden zu „schonen“, sollen zwischen Samstag, 22 Uhr, und Montag, 6 Uhr, keine Laster durch den Ort „rollen“? Wie nett, aber die Verantwortlichen der Region Hannover unterschreiben die Ausnahmegenehmigungen mit geschlossenen Augen! Da fahren sogar sonntags die LKW durch Bennigsen, ob mit Rüben oder Flüssigzucker!
Bei den Transportwegen hat sich nichts geändert. Aus allen Richtungen kommen die Lkw hier im südlichen Niedersachsen, um ihre süße Frucht im Werk Nordstemmen loszuwerden. Seitdem das Zuckerrübenwerk in Groß Munzel bei Barsinghausen nur noch Flüssigzucker produziert, fahren alle Rübenfahrzeuge aus dem westlichen Teil Niedersachsens kommend durch die Springer Orte Bennigsen und Gestorf und Eldagsen, um die Rüben in Nordstemmen auf Halde zu bringen.
Dabei gibt es für sie kein Tempolimit. Tag und Nacht fahren in der gesamten Kampagne tausende 40-Tonner durch die kleinen Gemeinden, mal überladen, mal leer. Vier Monate dauert die laute und auch für Autofahrer gefährliche Tortur, bevor der Qualm im Schornstein des Werkes Nordstemmen im Januar 2021 erlischt.

Bürgermeister Christian Springfeld bringt die Problematik auf den Punkt: "Diese Belastung ist für alle Anwohner unerträglich. Was die Stadt Springe als Untere Straßenverkehrsbehörde tun kann, tut sie. Leider ist das zum einen nicht sehr viel und dass wenige, was wir tun können, hat bisher keine Früchte getragen. Es hat Messungen während der Rübenkampagne gegeben, die Ergebnisse zwingen das Land Niedersachsen (Landesstraße) allerdings nicht zum Handeln. Freiwillig - also ohne Rechtsgrund - wird die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) nicht tätig". 

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