Fußgänger klagen an: bedrohliche Situation am Bennigser Bahnübergang

Der eingezeichnete Fußgängerweg über die Bennigser Bahngleise. Gemessene 1,38 Meter sind einfach zu schmal! © Foto: Wolfgang Decius

Die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) regelt und lenkt den öffentlichen Verkehr. Oberstes Ziel ist dabei die Verkehrssicherheit. Hierbei ist die „Vision Zero“ (keine Verkehrsunfälle mit Todesfolge oder schweren Personenschäden) Grundlage aller verkehrlichen Maßnahmen. 

Bahnübergänge stellen im Straßenverkehr immer wieder ein hohes Risiko dar. Deshalb hat die Straßenverkehrs-Ordnung StVO in dieser Gefahrenzone klare Verhaltensregeln vorgeschrieben, um alle Verkehrsteilnehmer zu schützen. Im Bereich eines Bahnübergangs darf zum Beispiel nicht überholt werden, doch in Bennigsen kennt man dieses Verbot nicht! Wer ist überhaupt für Bahnübergänge verantwortlich? Da Bahnübergänge Schiene und Straße berühren, sind sie eine Gemeinschaftsaufgabe. Daher sind laut Eisenbahnkreuzungsgesetz immer alle Beteiligten, sprich Bahn, Straßenbaulastträger, der Bund und das Land zuständig.
Ein Fehlverhalten an unserem Bennigser Bahnübergang stellt nicht nur eine lebensbedrohliche Gefahr dar, sondern wer erwischt wird, macht Bekanntschaft mit dem „Bußgeldkatalog Bahnübergang“, wo drakonische Bußgelder, Fahrverbote oder Punkte warten. Hier hat die Springer Polizei endlich mehr Einsicht gezeigt und kontrolliert sporadisch, mit Erfolg.
Und die Fußgänger? Die haben in Bennigsen absolut das Nachsehen! Ganze 1,38 Meter Platz haben sie auf dem linken Fußgängerüberweg, vom Steinkrug kommend, um unter Lebensgefahr die Bahnschienen zu überqueren. Ein älterer Herr mit Rollator, eine Mutter mit Kinderwagen und Kind an der Hand, oder auch eine Frau mit ihrem angeleinten Hund bekommen beim Überqueren Angstzustände! Das sind keine hergeholten Floskeln, sondern Aussagen von zahlreichen Mitbewohnern aus Bennigsen!
Weit über 8000 Fahrzeuge (nach der letzten Verkehrszählung) fahren am Tag auf der Landesstrasse 460 durch Bennigsen, so auch über den Bahnübergang, wo von angepasster Geschwindigkeit nichts zu sehen ist. Hierbei treffen sich beim Überqueren der Bahnschienen LKW, PKW und Fahrradfahrer. Wer das beobachtet, kann nur noch mit dem Kopf schütteln, denn die Straßenverkehrs-Ordnung versagt hier in Gänze! Dass dort noch nichts passiert ist, gleicht einem Wunder! Hier, auf der L460 wäre Tempo 30 zwingend notwendig! 

Der rechte Fußgängerüberweg in Richtung Unterdorf ist übrigens breiter angelegt und sollte vorsichtshalber nur noch von allen Fußgängern und Radfahrern benutzt werden, bis die gegenüberliegende Gefahrenquelle entschärft wurde.

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