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"Meine" Heiligen Nächte 2017/18 - und ihre Geschichten

St. Vincenz Altenhagen bei Nacht
 
Detail im großen Fenster der Klosterkirche Wülfinghausen
Springe: Springe |

Als wir im Spätsommer 2017 das Thema für die Heiligen Nächte 2017/18 festlegten, hatten wir noch keine Ahnung, was für eine beeindruckende Bandbreite an Ideen und Inhalten bei den Andachten dabei herauskommen würde...

Die Heiligen Nächte - die alljährliche ökumenische Andachtsreihe in der Kirchenregion Springe - hatte das Oberthema "Deine Hütte bei den Menschen" und startete wie gewohnt in der Springer St.-Andreas-Kirche.
Ich besuchte allerdings erst die zweite Andacht - diese fand am 2. Weihnachtstag in Gestorf statt. Es war eher ein Abendgottesdienst - einer ohne Predigt und stattdessen
mit vielen Liedern, wunderbar begleitet von der Gestorfer Organistin bzw. dem Musikverein. Denn wer singt nicht gern aus voller Kehle Weihnachtslieder? An diesem Abend war jedenfalls reichlich Gelegenheit dazu.

Ein Highlight war definitiv auch die Andacht in Boitzum, wie immer liebevoll vorbereitet vom Boitzumer Team. Im Zentrum des Abends stand die Geschichte "Weihnachten und die Immobilienfrage" - darin ging es um die Frage, warum das Jesuskind ausgerechnet in einem Stall zur Welt kam und nicht in einem Palast oder gleich im Tempel. Dann hätten die Hirten gar nicht hineingedurft, und selbst Maria und Josef wären nur gerade so eben geduldet worden - zwangsläufig. Die Engel wären hoch überm Dach umhergeflattert und alle hätten sich gefragt: "Wie, der Messias ist geboren?? Was geht uns das an? Wir bekommen ihn ja gar nicht zu Gesicht!" Sehr amüsant und nachdenklich zugleich. Die Puppenstuben-Atmosphäre in der gemütlichen Kapelle tat ihr Übriges.

"Meine" dritte Andacht fand bereits im neuen Jahr statt. Es war die in Eldagsen, sozusagen ein Heimspiel. Ich war für das Catering zuständig, damit die Andachtsbesucher*innen hinterher noch heißen Tee genießen konnten, denn in der Kirche war es etwas kühl. Dagegen war die Kurzpredigt von Pastor i.R. Wilhelm Niedernolte wie gewohnt herzerwärmend. Er machte sich darin Gedanken über das Wohnen Gottes bei den Menschen, und dass Gott für die Menschen letztendlich unverfügbar bleibt und sich nicht zwingen lässt.

Am folgenden Tag fuhr ich - trotz Sturm und Regen - nach Altenhagen. Und ich sollte es nicht bereuen. Pastor Eckhard Lukow erzählte das Gleichnis von der unnütz gewordenen Rettungsstation und stellte dabei die provokante Frage, ob die Kirche eigentlich nach wie vor die Menschen berührt oder sich eher als Club sieht, dem es letztendlich gar nicht mehr um "Rettung" von "Schiffbrüchigen" geht. Auch dieser Abend regte sehr zum Nachdenken an.

Die "Heilige Nächte"-Andacht am drittletzten Abend in St. Petrus Springe gestalteten wir selbst. Wir erzählten dabei die Geschichte vom Bau der Stiftshütte im Alten Testament und von diversen Besuchen in Tansania, wo so manche Kirche genau das ist: eine Hütte. Oder manchmal auch ein riesengroßer Mango-Baum. Und wo man sich trotzdem Gott näher fühlt als in so mancher Kathedrale in einer deutschen Großstadt.

Der vorletzte Abend fand in Alvesrode statt. Das Team dort hatte zwei bestens zueinander passende Geschichten herausgesucht. In der ersten (aus alter Zeit) ging es um einen Pilger, der in der Burg eines Ritters um ein Nachtquartier bittet. Allerdings fand es der Ritter wichtiger, seine Burg prunkvoll auszustatten. Mit drei Fragen "entlarvt" ihn der Pilger: "Wer hat vor dir hier gewohnt? Und wer davor? Wer wird nach dir hier wohnen?" Der Ritter verstand: alle sind im Grunde nur Gäste und wohnen vorübergehend in der Burg. Er gewährte dem Pilger Obdach und wurde zusehends wohltätiger. Die zweite (moderne) Geschichte beschrieb eine Situation aus den USA, die dort tatsächlich stattgefunden hat, und in der ein Obdachloser für einen Moment seine Würde zurückbekam: Hier die Geschichte

Wie immer fand der Abschlussabend an Epiphanias / Hl. Drei Könige (6. Januar) im Kloster Wülfinghausen statt. Die Teilnehmenden trafen sich an der Klosterpforte und bekamen ein Programm und ein Teelicht im Glas in die Hand. Dann ging es singenderweise durch den Kreuzgang bis in die Kirche. Dort gab es Musik zum Anhören und Mitsingen sowie eine Kurzpredigt über die Weisen aus dem Morgenland. Sie mündete in der Frage ob wir wohl genau wie jene Sterndeuter so beharrlich unseren "Stern" suchen und uns dabei nicht abbringen lassen, und in dem Wunsch, das neue Jahr möge noch einige Sternstunden für uns bereithalten.

So ging die Andachtsreihe zu Ende, und das Jahr 2018 konnte nun auch "richtig" (mit Alltag und allem Drum und Dran) beginnen.

Im Sommer treffen wir uns wieder für die ersten Vorbereitungen (Themensuche & Co.) der "Heiligen Nächte" 2018/19...




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2 Kommentare
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Manfred Hermanns aus Hamburg | 20.03.2018 | 17:44  
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Heike L. aus Springe | 23.03.2018 | 20:17  
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