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Heilige Nächte - Rauhnächte - Weihnachtszeit - was genau ist das eigentlich?

Rauhnächte? Oder...

Seit dem Jahreswechsel 1999/2000 gibt es in der Kirchenregion Springe die "Heiligen Nächte".
Aber was genau verbirgt sich eigentlich dahinter?

Am Anfang der z.T. verwirrenden Begrifflichkeiten stehen die sog. Rauhnächte. Wer diesen Begriff im Netz nachschaut, landet neben Wikipedia sehr schnell auf eher esoterisch anmutenden Seiten. Kein Wunder: die Rauhnächte haben ihren Ursprung im Aberglauben. Heutzutage äußert der sich hier und da noch darin, dass Menschen zwischen in der fraglichen Zeit, häufig "zwischen den Jahren" genannt, keine Wäsche waschen. Warum genau, können viele allerdings nicht erklären.
Wer es wissen möchte, schaue z.B. hier nach. Dann kann ja jede*r selbst entscheiden, was er oder sie davon halten will.

Die Kirche hat aus den Rauhnächten - die ja eher zum Fürchten sind - die sog. Heiligen Nächte gemacht. Sie hat der Dunkelheit das Licht entgegengesetzt. Den todbringenden Mächten das Leben. Viele Weihnachtslieder besingen es, dass Gott in Jesus Christus Mensch wurde. Freude strahlen die Lieder aus, und Wärme.
Und genau diese Freude und Wärme wollen die "Heiligen Nächte" noch etwas bewahren und weitertragen, bis die Weihnachtszeit (die Heiligabend beginnt und immerhin bis zum 6. Januar andauert) dann endgültig endet.
In manchen Gemeinden geschieht dies mit eher meditativen Andachten und allabendlich am selben Ort; in der Kirchenregion Springe finden die Andachten in unterschiedlichen Kirchen und Kapellen statt und werden von verschiedenen Teams oder Personen gestaltet - immer anders, immer wieder neu. Die Reihe erfreut sich seit vielen Jahren großer Beliebtheit.

Übrigens: für die Rauhnächte hat "Kirche im NDR" eine etwas andere - durchaus amüsante - Begründung parat: "Wer weiß, vielleicht hat sich in alten Tagen, wo noch niemand an Emanzipation dachte, irgendwer diese [Anm: abergläubischen] Geschichten [Anm.: incl. Wäschewaschverbot] nur ausgedacht, um auch den Frauen mal etwas Ruhe zu gönnen." (Christiane Nadjé-Wirth in "Zwischentöne" auf NDR Niedersachsen, 26.12.19)
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2 Kommentare
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Iris Alefelder aus Augsburg | 03.01.2020 | 23:48  
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Gemeinden Gemeinsam (H. Lemon) aus Springe | 06.01.2020 | 22:29  
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