Baustelle Landesstraße 460
Fahrlässige Absicherung der Baustelle an den Wochenenden.
- hochgeladen von Wolfgang Decius
Seit nunmehr fast zwei Jahren prägt die Baustelle an der Landesstraße 460 (Osterland) das Ortsbild in Bennigsen. Während die jüngsten und teilweise verwirrenden Meldungen über mögliche erneute Verzögerungen der Ortsdurchfahrt bei Anliegern und Pendlern ohnehin für massiven Frust sorgen, rückt nun erneut ein weitaus gravierenderes Problem in den Fokus: die unzureichende und fahrlässige Absicherung der Baustelle an den Wochenenden.
Beobachtungen vor Ort belegen, dass die aufgestellten Absperrungen über das Wochenende de facto nicht verkehrstüchtig gesichert sind. Die Konsequenz ist ebenso dreist wie gefährlich: PKW- und sogar LKW-Fahrer öffnen die Barrikaden kurzerhand selbst, um die Baustelle illegal zu passieren. Der Grund für dieses Sicherheitsrisiko ist eine eklatante Lücke im Absperrkonzept. Es fehlen zwingend erforderliche, schwere Zweitbarrieren – wie etwa Betonlegosteine oder fest verankerte Absperrungen hinter den leicht beweglichen Plastikbaken –, die ein eigenmächtiges Beiseiteschieben physisch unmöglich machen. Nach der letzten Asphaltierung hatten die Verantwortlichen so richtig agiert. Sie hatten hinter den Absperrungen weitere Behinderungen eingebaut.
Juristisch betrachtet bewegen sich die beauftragten Verkehrssicherungsfirmen und die zuständigen Aufsichtsbehörden hier auf extrem dünnem Eis. Die unzureichende Sicherung stellt eine massive Verletzung der Verkehrssicherungspflicht dar (§ 823 BGB). Wer Gefahrenquellen schafft – wie hier eine offene Großbaustelle –, muss zwingend die notwendigen und zumutbaren Vorkehrungen treffen, um Schäden anderer zu verhindern. Ein einfaches Schild oder eine leichte Plastikbake reicht nicht aus, wenn bekannt ist, dass diese routinemäßig missachtet und beiseitegeräumt werden.
Sollte es durch das widerrechtliche Befahren der ungesicherten Baustelle zu Unfällen, Personen- oder schweren Sachschäden kommen, dürfte die Haftungsfrage für die Verantwortlichen äußerst unangenehm werden. Zahlreiche Kinder spielen unbedarft und unbeobachtet innerhalb der Baustelle wie in einem Sandkasten! Es ist den Bürgern schlicht nicht zu vermitteln, warum bei einem 7-Millionen-Euro-Projekt ausgerechnet an der physischen Sicherheit gespart wird.
Die zuständigen Stellen der Stadt, das Ordnungsamt und die Straßenbaubehörde sind dringend aufgefordert, sofort einzuschreiten. Es braucht ab sofort knallharte Konsequenzen: Haftungssichere, unüberwindbare Sperren an den Wochenenden – bevor aus der Ignoranz ein handfester Unfall wird.
Bürgerreporter:in:Wolfgang Decius aus Springe |
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