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Ein Fest für Aerofans: 3000 begeisterte Zuschauer feierten auf der „Eisernhardt“ eine große Luftfahrt-Party

Die beiden Knickerbocker-erren scheinen aus der Zeit gefallen. Thomas Holz (links) und Jan Diehl sorgten für nostalgisches Flair auf der Eisernhardt. Hier posieren sie vor ihrer Bücker 33 Jungmeister. (Foto: Henning Leusch)
 
Abend-Romantik über der „Eisernhardt“. Uwe Klöckner gibt vor dem Heimflug auf die Lipper Höhe noch eine Zugabe. (Foto: Henning Leusch)
Siegen: Fluggelände Eisernhardt | SIEGEN (jh) – Es waren zwei Tage, die nicht nur ausgewiesene Luftsport-Freaks begeistert und beeindruckt haben. Der Himmel über der Siegener „Eisernhardt“ hing zwar nicht voller Geigen, aber voller Flugzeuge. Historische und moderne Maschinen, Segler, Fallschirme, Modelle und Ballone tummelten sich im von prächtigen weißen Cyrruswolken garnierten Blau. Komplette Familien-Clans, vom Kleinkind bis zum Opa, waren auf das Vereinsgelände des LSV Siegerland gepilgert, um einige schöne Stunden zu verbringen und sich von dem rasanten Geschehen zwischen Grasnarbe und Kunstflugbox unterhalten zu lassen. Besser, nachhaltiger und professioneller lässt sich für die Fliegerei nicht werben. Und da ist bestimmt der ein oder andere Interessent als künftiger Flugschüler hängen geblieben.
LSV-Chefpilot Marco Berners und sein Team hatten Mann und Maus mobilisiert, der großen Gästeschar spannende und lehrreiche Momente zu bescheren. Dass die Besucher – 3000 dürften es an den beiden Aktionstagen locker gewesen sein – auch kulinarisch auf ihre Kosten kamen, versteht sich von selbst. Auch in Sachen Catering und Logistik war das Flugplatzfest ein Volltreffer.

77 Jahre, und der Lack ist längst noch nicht ab

Bei der Programmgestaltung hatten sich die Platzherren nicht nur auf ihre eigenen Kräfte verlassen, sondern auch Freunde von extern „angeheuert“. Die kamen denn auch gerne und willig, ihre herrlichen „Spielzeuge“ vorzuführen. Da waren exemplarisch Thomas Holz und Jan Diehl vom benachbarten Siegerlandflughafen. Die beiden Luftikusse kamen, stilecht im Look der 20/30-er Jahre des vorigen Jahrhunderts gewandet, mit einer betagten Bücker 133 Jungmeister und einer noch älteren Focke-Wulf Fw 44 „Stieglitz“ heran getuckert. Letztere, 77 Jahre halt und noch völlig faltenfrei, durfte sich unter ihres Gleichen wähnen. Eine Schwester von ihr, die „Tante EMMI“, ist der ganze Stolz der Veranstalter und gilt als deren Aushängeschild. Die beiden prächtigen Ladies in ihrem Element, der Luft, bewundern zu können, ist schon eine echte Augenweide.
Für eine solche sorgte aber auch Uwe Klöckner, der sich rühmen darf, weltweit die einzige noch existierende Mylius Tornado“ My 102“ zu reiten. Ein ganz erlesenes Teil, mit dem der Ausnahmepilot Parafin unterstützt herrliche Figuren an den Himmel zauberte. Er nutzte die Gelegenheit, zeitgleich und ausgiebig für das am 1. September auf seiner Heimat-Basis, dem Siegerlandflughafen, anstehenden „Tag der offenen Tür“ zu werben. Apropos Werben: Ein klein wenig Reklame für das „Barnstormers Barbeque“, das größte Oldtimer-Fly-In seiner Art in Deutschland, musste auch sein. Das Ereignis, zu dem hundert historische Nolstalgie-Flugzeuge erwartet werden, steht am kommenden Wochenende (17. Und 18. August) in Montabaur ins Haus.

Luftakrobatik mit und ohne Motor

Luftturnen ist auch eine Disziplin, die Michael Weller aus Katzwinkel wie aus dem Eff-Eff beherrscht. Mit seiner kleinen, blitzschnellen und wendigen „Pitts S 2“ erteilte er einige Lektionen aus der Hohen Schule des Kunstflugs. Ein Unterrichtsfach, das auch auf dem Stundenplan seines „Landsmannes“ Gerhard Bender stand. Der allerdings kam etwas geräuschloser daher und entführte mit seinem „Holzbomber“, einer betagten Lo 100, in die ästhetischste Aerobatic-Variante, die es gibt, den lautlosen Segelkunstflug. Doch so ganz ohne Motorkraft geht und ging es dann doch nicht. Schließlich müssen die Glider ja irgendwie nach oben. Also braucht(e) es einen (Ab-)Schlepper. Diesen Job übernahm als „Leiharbeiter“ eine imposante Wilga aus Pohlheim, weil deren Vereinsschwester derzeit immer noch etwas unpässlich ist.

Walter Fricke kann’s nicht lassen

Das Alter nicht vor Torheit und Fliegen schützt, demonstrierten an beiden Tagen nicht nur die vielen aufgebotenen Oldtimer-Maschinen. Das gilt samt und sonders auch für einen Herren, der es einfach nicht lassen kann, sich ohne zwingenden Grund aus einem intakten Flugzeug zu stürzen: Walter Fricke. Der Mann hat inzwischen nicht nur 74 Jahre auf dem Buckel, sondern auch immer noch den Fallschirm. Er ist d e r Skydive-Veteran im Dreiländereck, eine schillernde Figur, um die sich viele Legenden ranken und die die Geschichte des hiesigen Fallschirmsports zu wesentlichen Teilen mit beeinflusst hat. Mit seinen beiden (wesentlich) jüngeren Kollegen zeigte der unverwüstliche „Senior“ den Zuschauern die faszinierende Schönheit dieser rasanten luftsportlichen Variante auf. Hut ab!
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